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Studie hat es untersucht

Low Fat vs. Low Carb – mit welcher Diät nimmt man besser ab?

Low Carb Low Fat
Leckere Salad Bowls: Links eine vegane„Low Fat“-Variante und rechts eine „Low Carb“-Bowl mit Hühnchen. Mit welcher Mahlzeit nimmt man schneller ab? Foto: Getty Images

Wer Gewicht verlieren will, sollte idealerweise regelmäßig Sport treiben und seine Ernährung umstellen. Aber nicht jede Ernährungsweise eignet sich zum effektiven und vor allem gesunden Abnehmen. Ein US-amerikanisches Forscherteam hat zwei populäre Diäten hinsichtlich Kalorienaufnahme und Auswirkungen auf die Gesundheit verglichen.

Dabei handelt es sich um eine vegane „Low Fat“- und eine „Low Carb“-Diät mit dem Verzehr tierischer Produkte. Welche eignet sich besser zum Abnehmen? Das Forscherteam des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) ist dieser Frage nachgegangen. Dabei hat es unter anderem die Effekte der Ernährungsweisen hinsichtlich Kalorienaufnahme, Hormonhaushalt und Körpergewicht verglichen.

Zwei Wochen Low Fat, zwei Wochen Low Carb

Für den Studienzeitraum von vier aufeinanderfolgenden Wochen wohnten die 20 Studienteilnehmer*innen in einem speziellen Bereich des NIH Clinical Centers (Maryland, USA), das für klinische Studien ausgelegt ist. Es handelte sich um elf Männer und neun Frauen, die alle nicht an Diabetes litten. Sie bekamen zwei Wochen lang eine pflanzenbasierte Low-Fat-Ernährung und zwei Wochen lang eine Low-Carb-Ernährung mit tierischen Produkten. Die Low-Fat-Diät beinhaltete rund 10,3 Prozent Fett und 75,2 Prozent Kohlenhydrate, während die Low-Carb-Ernährung aus etwa 10 Prozent Kohlenhydrate und 75,8 Prozent Fett bestand. Beide enthielten rund 14 Prozent Proteine.

Bei beiden Ernährungsweisen achteten die Forscher darauf, dass die Lebensmittel möglichst wenig verarbeitet waren und einen gleichen Anteil von nicht-stärkehaltigem Gemüse beinhalteten. Alle Probanden bekamen drei Mahlzeiten pro Tag und Snacks. Die Portionen, die den 20 Teilnehmern vorgesetzt wurden, enthielten alle in etwa gleich viele Kalorien, wobei die Low-Carb-Diät etwa doppelt so viele Kalorien pro Gramm hatte, wie die Low-Fat-Diät. Wie viel sie letztendlich essen wollten, durften die Probanden selbst entscheiden. Ein Limit gab es nicht.

Als Beispiel für eine Mahlzeit nennt die Studie Hackfleischpfanne mit Blumenkohl-Reis bei der tierischen Low-Carb-Diät. Währenddessen gab es gebackene Süßkartoffeln, Kichererbsen, Brokkoli und Orangen bei der pflanzlichen Low-Fat-Diät.

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Weniger Kalorien, dafür ein höherer Insulinspiegel

Die Probanden nahmen während der Low-Fat-Diät rund 550 bis 700 Kalorien täglich weniger zu sich als bei der Low-Carb-Ernährung. Zu dieser Erkenntnis kommt die Studie. Trotz des hohen Kalorien-Unterschieds hätten die zwanzig Teilnehmer jedoch keine Veränderungen bei Hunger, Völlegefühl oder Spaß am Essen zwischen den beiden Ernährungsweisen bemerkt. Gewicht hätten sie bei beiden Diäten verloren. Allerdings habe es nur bei der Low-Fat-Diät eine signifikante Reduzierung des Körperfetts gegeben.

Im Hinblick auf einen anderen Gesundheitsfaktor schneidet die pflanzliche Low-Fat-Ernährung jedoch schlechter ab. Die Probanden hatten während dieser Diät höhere Insulin- und Blutzuckerwerte im Vergleich zu der Zeit, als sie die tierische Low-Carb-Nahrung zu sich nahmen. „Lebensmittel mit hohem Fettgehalt verleiten zu einem höheren Kalorienkonsum, weil jeder Bissen mehr Kalorien hat. Kohlenhydratreiches Essen kann währenddessen große Schwankungen des Blutzuckers und Insulins verursachen, was zu Hunger und Essattacken führen kann“, fasst Dr. Kevin Hall, leitender Autor der Studie, in „Medical Xpress“ zusammen.

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Eignet sich nun Low Carb oder Low Fat besser zum Abnehmen?

„Interessanterweise deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass beide Ernährungsweisen Vorteile haben, zumindest kurzzeitig“, erklärt Hall. Während die pflanzenbasierte Low-Fat-Diät dabei helfe, den Appetit zu zügeln, würde die tierische Low-Carb-Diät zu niedrigeren und gleichmäßigeren Insulin- und Glukose-Werten führen. Allerdings: „Wir wissen noch nicht, ob diese Unterschiede auch langfristig bestehen bleiben würden.“

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass die Studie vielleicht anders ausgefallen wäre, wenn die Probanden aktiv versucht hätten, abzunehmen. Zudem seien alle Mahlzeiten für sie vorbereitet worden. Es sei deutlich schwerer, das Experiment außerhalb der Studie zu wiederholen, da dort weitere Faktoren wie Kosten und Verfügbarkeit der Lebensmittel sowie die Zeit, die es zum Kochen benötigt, dazukommen würden. Schlussendlich seien die Faktoren, die zu Essattacken und Gewichtszunahme führen, deutlich komplexer als die Ernährungsweise allein.