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Dänische Studie

Schlüssel zur ewigen Jugend? Was Muskeln vor dem Altern bewahrt

sport muskeln altern: Junge Männer spielen Fußball
Freizeitsport macht nicht nur Spaß, sondern hält laut neuesten Forschungserkenntnissen auch jungFoto: Getty Images

Möglichst lange jung und fit bleiben – davon träumen viele Menschen. Eine Studie will nun eine wirksame Methode gefunden haben, die helfen kann, dieses Ziel zu erreichen.

Hartes Krafttraining im Gym ist nicht so Ihr Ding? Wenn Sie in Ihrer Freizeit gerne mit Freunden Fußball spielen oder ausgiebig spazieren gehen, sind Sie trotzdem auf einem guten Weg, körperlich jung zu bleiben. So lautet das Ergebnis einer kleinen Studie aus Dänemark. Demnach können Menschen, die ihr Leben lang Sport machen, ihre Muskeln vor dem Altern schützen. Dies macht sich dadurch bemerkbar, dass die Muskeln weniger schnell müde werden und sich nach Anstrengung schneller erholen.

Studie mit jüngeren und älteren Männern

Um herauszufinden, wie sich Sport auf das Altern der Muskeln auswirkt, betrachteten die Forscher der Universität Kopenhagen die Aktivität von Muskeln, Stammzellen und Nervenzellen ihrer Probanden. Damit ist dies die erste Studie, die genau diese Faktoren bei Menschen untersucht hat. Die Teilnehmer der Studie waren 16 Männer mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren, die ihr Leben lang Freizeitsport betrieben hatten. Die dänischen Wissenschaftler verglichen diese mit 15 Männern ähnlichen Alters, die keinerlei Training absolvierten und stattdessen viel saßen. Eine weitere Vergleichsgruppe bildeten 15 junge Männer (Durchschnittsalter 26), die ebenfalls nicht sportlich aktiv waren.1

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Ablauf der Studie

Das Maß an körperlicher Aktivität erfassten das Forschungsteam zu Studienbeginn in einer umfassenden Befragung. Die Freizeitsportler gaben dabei eine Reihe von unterschiedlichen Trainingsarten an, denen sie gerne nachgingen. Dazu zählten u. a. Krafttraining, Ballspiele, Ballsportarten mit Schläger, Schwimmen, Fahrradfahren, Laufen und Rudern.

Im weiteren Verlauf der Studie wurden die Probanden sowohl im Ruhezustand als auch direkt nach einer Einheit Krafttraining für die Beine untersucht. Die Forscher entnahmen Blutproben und Muskelgewebe aus beiden Beinen.

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Freizeitsport sorgt für bessere Muskelregeneration

Wie sich zeigte, hatten die älteren lebenslangen Freizeitsportler eine höhere Anzahl von Muskelstammzellen in ihrem Körper. Dabei handelt es sich um sogenannte Satellitenzellen, die eine wichtige Rolle bei der Muskelregeneration und beim Muskelwachstum spielen. Außerdem schützen sie vor dem Abbau von Nerven. Beides sind bekannte Alterserscheinungen in Muskeln, vor denen kontinuierlicher Sport offenbar bewahren kann.

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Kontinuierlicher Sport sorgt für mehr Muskelkraft im Alter

Auch im zweiten Teil der Studie hatten die älteren Freizeitsportler die Nase vorn. Die Analyse ihres Bluts und Muskelgewebes nach dem Widerstandstraining ergab, dass sie mehr Muskelkraft hatten als die unsportlichen Männer. Bemerkenswert dabei: Jugend (in diesem Fall 20 bis 36 Jahre) konnte den Nachteil durch Bewegungsmangel nicht wettmachen.

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Es muss kein Leistungssport sein

Mit ihren Studienergebnissen zeigt das Forschungsteam aus Dänemark, dass man keine extremen Workouts bis zur absoluten Erschöpfung absolvieren muss, um negativen Alterungseffekten vorzubeugen Schon leichter Sport in der Freizeit – ob allein oder in der Gruppe – kann das Altern der Muskeln bremsen. Der Schlüssel besteht darin, kontinuierlich von Kindheit an bis ins hohe Alter in Bewegung zu bleiben.

„Dies ist die erste Studie am Menschen, die zeigt, dass lebenslanges Sporttreiben in der Freizeit einige schädliche Auswirkungen des Alterns verzögern kann. Anhand von Muskelgewebebiopsien haben wir positive Auswirkungen von Bewegung auf die alternde Bevölkerung festgestellt. Dies wurde in der Literatur bisher nicht berücksichtigt, da sich frühere Studien hauptsächlich auf Leistungssportler konzentrierten, die eine Minderheit darstellen“, so das Fazit von Studienleiter Casper Søndenbroe.2

Quellen