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Experte erklärt

Worauf (zukünftige) Surfer unbedingt achten sollten

Zwei Männer laufen mit Surfbrettern unter dem Arm ins Meer
Surfen ist nicht nur Sport, sondern ein eigener Lifestyle. Ausprobieren lohnt sich!
Foto: Getty Images

Tagsüber mit den Wellen kämpfen, abends gemütlich ein Bier am Lagerfeuer trinken. Der Lifestyle der Surfer fasziniert immer mehr Leute und ist eine tolle Möglichkeit Reisen, Sport und Abenteuer zu verbinden!

Die Sonne scheint einem ins Gesicht. Auf seinem Surfboard im Salzwasser sitzend, wartet man auf die perfekte Welle. Dann heißt es paddeln, paddeln, paddeln – bis man den Sog der Welle spürt und sich im richtigen Moment schnellstmöglich auf seinem Board aufrichtet. Was jetzt folgt ist Adrenalin pur! Man gleitet auf der Welle entlang, im Hintergrund hört man das Rauschen des Meeres. Die Alltagssorgen sind in diesem Moment völlig vergessen. Beim Surfen ist man im Hier und Jetzt.

Unser Surf-Experte Andi Brendt in Action. Er ist nicht nur Surf-Fanatiker, sondern auch Buchautor und ehemaliger Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Wellenreiten.
Foto: Andreas Brendt

Surfen ist ein Lifestyle, der fasziniert! Er steht für Freiheit, Abenteuer und Lebenslust, doch so richtig greifbar ist er für viele nicht. Die Bilder von durchtrainierten Typen, die meterhohe Wellen surfen, schreckt viele eher ab. Dabei kann mit den richtigen Tipps nahezu jeder in die Faszination des Surfens eintauchen.

Surfen steht auch für Reisen und Abenteuer

Wer einmal erfolgreich eine Welle surfte, der bekommt von diesem Erlebnis nicht mehr genug. So ist es auch unserem Experten Andi Brendt ergangen. Als Student hat ihn das Surf-Fieber gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen. Mittlerweile arbeitet er als Lehrer in Köln, versucht aber weiterhin bei jeder Möglichkeit dem stressigen Alltag in Deutschland zu entfliehen und Klassenzimmer gegen Surfboard zu tauschen. Von seinen Abenteuern, seiner Reise der Selbstfindung und seiner Liebe zum Surfsport erzählt er in seinen beiden Büchern Boarderlines und Fuck You Happiness.

Entspannte Abende am Lagerfeuer dürfen beim perfekten Surferlebnis nicht fehlen
Foto: Getty Images

Da die Surfbedingungen in Deutschland eher in die Kategorie ausbaufähig fallen, weichen deutsche Surfer meist auf Strände in Frankreich, Portugal oder sogar Südamerika oder Australien aus. Die große Entfernung zu diesen Orten ist für viele Deutsche einer der Hauptgründe, warum sie Surfen noch nicht ausprobiert haben. Und das ist Schade! Denn Reisen gehört zu einem richtigen Surferlebnis einfach mit dazu. Aus eigener Erfahrung empfiehlt unser Surf-Experte: „Nutzen Sie das Surfen doch einfach als Alibi für Ihren nächsten Sommerurlaub!“ Neben den durchaus anstrengenden Sporteinheiten im Wasser, warten hierbei nämlich auch entspannte Abende am Lagerfeuer oder in der Hängematte auf Sie.

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Kann jeder Surfen lernen?

Experte Brendt, der auch schon die deutsche Surf-Nationalmannschaft trainierte, sagt: „Jeder kann Surfen lernen. Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Vorliebe für das Meer und Sport. Eine gesunde Portion an Grundfitness ist zwar vorteilhaft, aber kein Muss.“ Die Basics lernt man laut Brendt am besten in einem Surf-Kurs. Hier werden zuerst die Grundtechniken an Land geübt, bevor es mit dem Board ins Wasser geht. Auch eine Video-Analyse der eigenen Technik und theoretische Aspekte – wie Material- oder Wetterkunde – werden in vielen Surfkursen angeboten.

Wie lange es bis zum ersten Erfolgserlebnis dauert, ist sehr individuell. Viele Teilnehmer surfen schon an Tag eins erfolgreich die erste Welle, andere brauchen etwas mehr Geduld. Spätestens nach einer Woche kann aber nahezu jeder Teilnehmer ein paar bezwungene Wellen auf der Habenseite verzeichnen, wie Brendt aus seiner eigener Erfahrung als Surflehrer versichert.

Sind die Basics erst einmal gelernt, kann man auch alleine weiter üben. Hier empfiehlt der Surf-Veteran, sich vor dem Surfen in unbekannten Terrain, über die Eigenschaften des Meeres vor Ort zu erkundigen. Denn: Jedes Gewässer ist einzigartig und birgt andere Gefahren. Strömungen oder Korallen und Steine sind zum Beispiel auf den ersten Blick nicht immer sichtbar und daher besonders tückisch. Am besten Sie fragen lokale Surfer, worauf es zu achten gilt. Außerdem lohnt es sich erfahrene Surfer zu beobachten, um die eigenen Fähigkeiten bei der Wellenauswahl oder das Timing beim Aufstehen zu optimieren.

Bevor es ins Wasser geht, werden die Grundtechniken erst mal am trockenen Strand geübt
Foto: Getty Images

Anbieter für Surf-Camps findet man in Europa vor allem an der Atlantikküste in Frankreich, Spanien und Portugal. Hier sind die Bedingungen für Anfänger besonders geeignet. Die Wellen brechen sanft in Strandnähe und haben häufig die ideale Größe. Der Untergrund ist weich und unter Wasser verstecken sich keine gefährlichen Steine oder Korallen (die Surfer sprechen dann auch von einem Beach-Break). Ein weiteres Argument für die Atlantikküste im Westen Europas sind die weitläufigen Sandstrände, die nach einer anstrengenden Surf-Session zur Entspannung einladen. Massentourismus sucht man hier weitestgehend zum Glück noch vergebens.

Von Massentourismus ist an den weitläufigen Sandstrände an Frankreichs Atlantikküste nichts zu sehen 
Foto: Getty Images

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Das sollten Anfänger beachten

Bevor es tatsächlich aufs Board geht und man sich an den ersten Wellen versucht, gibt es noch einige Dinge, die man über das Surfen wissen sollte. Da ist zunächst die etwas spezielle Surfsprache: Wenn man das Wort Swell hört, sind damit die Wellensets, die auf den Strand zulaufen gemeint. Der Take-Off bezeichnet das schnelle Aufstehen auf dem Surfboard. Und Wipe-Out ist ein anderes Wort für den Sturz in die Welle.

Auch im Wasser sollten ein paar Regeln beachtet werden. So kann unter anderem ein gewisser Mindestabstand zum nächsten Surfer nicht schaden. Denn bei einem Sturz kann das Board schon mal unkontrolliert in die Luft schnellen und einen benachbarten Surfer treffen. Sich selbst sollte man bei einem Sturz natürlich auch schützen. Hier empfiehlt der ehemaliger Surflehrer, die Hände über dem Kopf zu verschränken, bis man sich nach einem Sturz orientiert hat und sich sicher ist, dass das Board einem in der nächsten Sekunde nicht gleich auf dem Kopf landet. Ansonsten sollte man sich als Anfänger etwas zurücknehmen und nicht gleich die größte Welle des Tages als Eroberungsobjekt auswählen. Ganz nach dem Motto: Step by Step

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Wie gefährlich ist Surfen?

Die meiste Gefahr lauert tatsächlich da, wo man Sie man wenigsten erwartet – unter Wasser. Hier können Steine und Korallen einem Schnittverletzungen zufügen. Bei einem Sturz auf solch hartem Untergrund kann man sich durchaus schwere Kopfverletzungen zuziehen. Zum Glück ist das Surfen an Sandstränden ziemlich ungefährlich und daher besonders für Anfänger geeignet.

Auch wenn Stürze gefährlich aussehen können, so ist die Verletzungsgefahr beim Surfen an Sandstränden relativ gering
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Die Wellen selbst sind tatsächlich relativ ungefährlich. Zunächst übt man im sogenannten Weißwasser, das sind die bereits gebrochenen Wellen, die langsam auf den Strand zurollen. Hierbei steht man in der Regel noch etwa hüfttief im Wasser, was vielen Anfängern weitere Sicherheit gibt. Bevor man bei einem Surfkurs mit dem Board raus aufs offene Meer hinaus paddelt, absolviert man mehrere Einführungseinheiten im seichten Gewässer. Damit man dabei nicht von großen Wellen getroffen und weggespült wird, werden bestimmte Techniken angewandt. Fortgeschrittene tauchen zum Beispiel mit dem sogenannten Duck Dive, wie eine Ente, unter der herankommenden Welle hindurch. Anfängern wird häufig empfohlen sich auf den Rücken zu legen und das Board schützend über sich zu halten. So rollt die Welle ohne größere Wirkung einfach über einen hinweg.

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So können Sie sich zu Hause vorbereiten

Eine gewisse Grundfitness ist definitiv hilfreich. Beim Paddeln auf dem Surfboard werden ähnliche Muskeln beansprucht wie beim Kraulen. Für das Aufstehen auf dem Brett ist eine gewisse Oberkörpermuskulatur von Vorteil. Liegestütz und Burpees sind vom Bewegungsablauf ähnlich und eignen sich daher bestens für die Vorbereitung zu Hause.

Auf sogenannten Balance-Boards kann man zu Hause seine Balance trainieren 
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Das größte Manko ist allerdings häufig die Balance, denn die kommt beim Training zu Hause oft zu kurz. Um diese zu Trainieren, eignen sich zum Beispiel einbeinige Balance-Übungen auf wackligem Untergrund. Oder Sie nutzen ein Balance-Board (siehe Foto): hierbei steht man auf einem kleinen Holzbrett, welches wiederum auf einer Rolle aufliegt. Dann versucht man abwechselnd das Gewicht nach vorn und hinten zu verlagern – das stärkt die intramuskuläre Koordination. Wer ein erstes Gefühl für das Stehen auf einem Board bekommen möchte, kann sich auch im Stand-Up-Pandelling (SUP) versuchen – wobei das Wellenreiten dann doch noch mal eine Portion mehr Action mit sich bringt.

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