1. September 2025, 20:25 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Yoga auf weichem Sand, eine leichte Brise und der Blick auf das Meer gerichtet – wenn das nicht erstrebenswert klingt! Genau darauf freute ich mich bei meinem Schweden-Urlaub und habe den Plan auch in die Tat umgesetzt. Sport am Strand ist eine tolle Abwechslung vom Fitnessstudio, aber auch effektiv? Die Antwort: Jein.
Reise- und Fitness-Influencer scheinen es ständig zu machen: Yoga am Meer. Dabei wirken sie nicht nur bestens gelaunt und perfekt gestylt, sondern auch super in Form und kaum verschwitzt. Elegant halten sie herausfordernde Yoga-Posen oder gleiten geschmeidig von einer Übung in die nächste. Dass ein Strand-Workout bei mir anders aussehen würde, war mir natürlich vorher klar. Aber es hatte zudem Tücken, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte.
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Morgens die Matte geschnappt und ab zum Strand
Da wir ein Ferienhaus mit direktem Zugang zum Strand gemietet hatten, war es für mich ein Leichtes, mir vormittags die Matte zu schnappen, um an besagtem Strand Sport zu machen. Also Matte ausgerollt, und los kann es gehen.
Doch schnell merkte ich, dass der weiche Sand vielleicht gar nicht mal so gut geeignet ist, um sich darauf geschmeidig von Asana zu Asana zu bewegen. Die Matte rutschte, sank etwas ein, schnell stand ich mit einem Fuß in einer Kuhle. Für meine Füße und Fußgelenke war es ein gutes Training, sie mussten viel arbeiten, um mich standhaft zu halten. Für die Durchführung der Yoga-Posen war der Sand aber eine Herausforderung. Manche Übungen konnte ich entweder schlicht nicht ausführen oder nicht korrekt ausführen, sodass das Training nicht sehr effektiv war.
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Yoga-Spaß mit Blick aufs Meer – hm, naja
Na gut, aber ich habe wenigstens einen super Blick aufs Meer. Ja, schon, aber immer nur kurz. Denn im Yoga-Flow, sofern er denn funktionierte, bewegt man sich von unten nach oben, von einer Seite zur anderen, und dreht so dem Meer auch mal gern den Rücken zu.
Das Meer würde ich am Ende des Workouts dann eben umso intensiver genießen, vielleicht bei einer kleinen Abschlussmeditation. Viel nerviger waren die Fliegen, die mich umschwirrten, ein teils starker Wind, sowie der Sand, der dank Schweiß schnell überall an mir klebte. Das war mir grundsätzlich egal, es wartete ohnehin ein kleines Bad im Ozean und dann eine Dusche auf mich. Aber, was ich unterschätzt hatte, war, wie sehr der Sand bei bestimmten Übungen scheuerte. Ich war also immer wieder damit beschäftigt, den Sand abzuklopfen.
Von der Durchführung von Asana-Flows verabschiedete ich mich schnell, hielt einzelne Asanas dafür lieber länger und konzentrierte mich mehr auf Dehnen statt Kraft.
Was besser funktionierte? Leichtes Krafttraining auf Sanddüne
Trotz der beschriebenen Tücken war es eine Wohltat, täglich an der frischen Luft eine kleine Sporteinheit machen zu können. Diese verlegte ich mal in den Garten des Ferienhauses, mal zog es mich dennoch wieder an den Strand. Etwas festeren Sand bot eine Düne, die sich zwischen dem Haus und dem Strand befand – mehrmals verlegte ich meine Runde Sport dorthin. Als ich statt Yoga ein Kraft-Workout ausprobierte (ich hatte für den Zweck extra Widerstandsbänder mitgenommen), stellte ich fest, dass sich das effektiver anfühlte. Trotz etwas wackeligem Stand spürte ich meine Muskeln. Außerdem konnte ich meinen Körper nach jedem absolvierten Satz wieder so ausrichten, dass ich das Meer im Blick hatte. Ein Traum!
Letztendlich geht es für mich bei Sport am Strand zwar darum, in Bewegung zu bleiben und meine Sportroutine beizubehalten – im Fokus steht aber vor allem das Ambiente. Ich kann nur raten, bei Sport am Strand mal die Gedanken schweifen zu lassen und sich bewusst zu machen, wo man sich gerade befindet. Welch ein Luxus, in schöne Länder zu reisen und sich dort agil mit Training vor schönster Kulisse fit zu halten. Diese Achtsamkeit tut der Seele mindestens so gut, wie es der Sport dem Körper tut!