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Sport-Akne: Was hinter den Pickeln steckt und wie man sie vermeidet

Nachgefragt beim Hautarzt

Was hinter Sport-Akne steckt und wie man sie vermeiden kann

Mann beim Sport
FITBOOK erklärt, was gegen Sport-Akne – also die Neigung zu Pickeln nach dem Training – hilftFoto: Getty Images

Regelmäßige Workouts sollen dem Körper Gutes tun – auch optisch. Doch manche Menschen tragen davon Hautunreinheiten und Pickel davon. Das mag für die Betroffenen zunächst ärgerlich sein, ist aber kein Grund, das Training an den Nagel zu hängen. Denn Sport-Akne lässt sich vermeiden. Lesen Sie bei FITBOOK, wie.

Mit fachlicher Beratung von
Dr. Timm Golüke, Facharzt für Dermatologie

Wer mithilfe von Sport an Gewicht verlieren oder generell fitter und straffer werden will, kann in vielen Fällen schon nach relativ kurzer Zeit körperliche Veränderungen wahrnehmen. Zu den gewünschten zählen Hautunreinheiten und Pickel am Körper wahrscheinlich nicht, dennoch sind sie häufig eine Begleitererscheinung von schweißtreibenden Workouts. Was steckt dahinter? Und wie kann man einer sogenannten Sport-Akne vorbeugen? FITBOOK hat mit einem Dermatologen gesprochen.

Sport-Akne – was steckt dahinter?

Ungeeignete Materialien der Sport-Kleidung

Schwitzen ist für die Gesundheit und das Aussehen der Haut bekanntlich etwas Gutes. Denn durch den Prozess der Transpiration öffnen sich die Poren und überschüssiger Talg wird nach draußen transportiert. Das bedeutet aber auch, dass nun Bakterien auf der Haut liegen.

Nun wäre es wichtig, atmungsaktive Kleidung zu tragen, sprich Materialien, die die Feuchte und Bakterien von der Haut an die Umgebung abgeben. „Jedoch verursachen verschiedene Stoffe, wenn sie etwa bestimmte Synthetikfasern enthalten, ein stärkeres Schwitzen und sind dabei nicht atmungsaktiv“, erklärt auf FITBOOK-Nachfrage der Münchener Dermatologe Dr. med. Timm Golüke. Dies kann auf der schwitzenden Haut eine Art Biotop entstehen lassen – ideale Bedingungen für die Entstehung von Pickeln.

Auch interessant: Stellen, an denen das Ausdrücken von Pickeln gefährlich werden kann

Entzündete Haarfollikel

Daneben gibt es laut Dr. Golüke die Möglichkeit einer sogenannten Follikulitis, also einer Entzündung der Haarfollikel. An den betroffenen Stellen entstehen dann in der Haarbasis kleine Pusteln, ebenfalls sichtbar als (rote und weiße) Pickelchen. Schuld ist in diesen Fällen vor allem enge oder raue Sportkleidung, die im Zuge der intensiven Bewegung beim Sport auf der Haut reibt; Ärzte sprechen von einer sogenannten mechanischen Akne. Auch hier kann laut Dr. Golüke Schweiß wieder eine Rolle spielen.

Hinweis auf Anabolika-Missbrauch

Wenn keine generelle Neigung zu Akne im Erwachsenenalter besteht, können Pickel durch das Training auch auf den Missbrauch von Anabolika hindeuten1. Denn bei Nutzern entsprechender Mittel ist häufig der Androgenspiegel erhöht, was die Talgdrüsen größer und aktiver werden lässt. So ist es auch in der Pubertät, wenn Jugendliche bekanntlich hormonell bedingt besonders häufig an Akne neigen.

Sport-Akne nicht mit Sport-Allergie verwechseln

Eine sogenannte belastungsinduzierte Anaphylaxie (Exercise-Induced Anaphylaxis, kurz EIA) kann sich scheinbar ähnlich darstellen wie Sport-Akne. Denn auch das umgangssprachlich als Sport-Allergie bekannte Syndrom zeigt Reaktionen auf der Haut. Diese reichen von Rötungen über juckende Hautausschläge bis hin zu Schwellungen, und weisen – bestätigt sich der Verdacht einer EIA – auf eine gewisse Gefahr hin. Der Befund ist zwar sehr selten, doch potenziell lebensgefährlich2. Denn wie bei anderen Allergien auch, droht schlimmstenfalls ein allergischer Schock. Betroffene sollten beim Sport geeignete Gegenmedikamente mitführen und gegebenenfalls die Intensität ihres Trainings dem Befund anpassen.

Wie lässt sich Sport-Akne vermeiden?

Lockere Kleidung tragen

Hautarzt Dr. Golüke empfiehlt, zum Training nach Möglichkeit lockere Kleidung zu tragen. Bei Sportarten, die anliegende Kleidung erfordern (zum Beispiel Yoga), sollte der Stoff zumindest nicht zu eng anliegen oder auf der Haut scheuern.

Lassen Sie Ihre Haut atmen

Achten Sie weiterhin darauf, dass Ihr Sport-Outfit aus atmungsaktiven Materialien gefertigt ist. Weiterhin empfiehlt es sich, zeitnah nach dem Workout die verschwitzte Kleidung abzulegen und zu duschen.

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Kein Make-up beim Sport

Sport-Akne betrifft zwar meistens den Körper (z. B. Oberarme, Oberschenkel und Rücken), kann aber auch im Gesicht auftreten. Vor schweißtreibenden Tätigkeiten und Sport gilt es daher, auf Make-up zu verzichten. Auch bereits bestehende Pickel am Körper bitte nicht mit Concealer abdecken. Zusammen mit Schweiß würde daraus ein öliger Film entstehen, der in die nun geöffneten Poren eindringen könnte.

Hygiene großschreiben

Waschen Sie nach dem Training Ihr Gesicht und duschen sich gründlich ab, idealerweise mit einem antibakteriellen Duschgel. So lässt sich laut Dr. Golüke bestmöglich verhindern, dass es zu Pickeln kommt. Es ist weiterhin sinnvoll, ein sauberes Badetuch zum Abtrocknen zu verwenden. Es muss nicht jedes Mal ein frisches, sollte aber auch nicht öfter als dreimal dasselbe sein. Achten Sie zwischen den Duschgängen darauf, dass das Frottee ausgebreitet hängt und gut trocknen kann (zum Beispiel über einer Heizung). So vermeiden Sie eine Ansammlung von Keimen.

Personen, die zu Sport-Akne neigen, sich jedoch trotzdem am Körper eincremen wollen, greifen am besten auf nichtfettende Formeln zurück. Denn zu reichhaltige Cremes können die Poren verstopfen und die Entstehung von Pickeln begünstigen.

Das hilft, wenn die Pickel schon da sind

Wenn Sport-Akne bereits besteht, sind die vorbeugenden Maßnahmen beizubehalten. Reinigen Sie die betroffenen Stellen gründlich, aber nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln. Dies bitte generell vermeiden, denn dadurch wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut angegriffen. Ähnliches gilt für Peelings, die das Problem entzündlicher Akne weiter verschlimmern könnte.

Zur lokalen Behandlung empfiehlt Dr. Golüke die Verwendung von Cremes mit arzneilich wirksamen Inhaltsstoffen (zum Beispiel Benzoylperoxid oder Antibiotika). Befragen Sie im Zweifelsfall Ihren Hautarzt.

Quelle

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