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Es gibt sie wirklich!

Das sind die Symptome einer „Sport-Allergie“

Sportlerin mit allergischer Reaktion auf der Haut
Allergische Hautreaktionen auf Sport gibt es wirklich. Sie gehören zu den weniger gefährlichen Symptomen einer „belastungsinduzierten Anaphylaxie“.Foto: Getty Images

Für die Betroffenen ist es keine faule Ausrede für chronische Sport-Unlust. FITBOOK erklärt, wie sich eine sogenannte belastungsinduzierte Anaphylaxie (vereinfacht: allergische Immunreaktion, die bei körperlicher Anstrengung auftritt) bemerkbar macht, wie gefährlich sie werden kann und wie man auf den Befund reagieren sollte.

Exercise-Induced Anaphylaxis, kurz EIA – so lautet der englische Fachbegriff für ein Syndrom, das mit krankhaften Immunreaktionen auf große körperliche Anstrengung und Sport einhergeht. In der Medizindatenbank PMC sind einige Publikationen zu dem Thema gesammelt. Allem voran aus einem Artikel der Medizinischen Universität Breslau, damals erschienen im Fachjournal „Current Allergy and Asthma Reports“, ist häufig zitiert worden. Den Autoren um Wojciech Barg zufolge ist das seltene klinisches Syndrom, wie einige andere Allergien auch, potenziell lebensgefährlich. Bei einer anaphylaktischen Reaktion auf beispielsweise ein Lebens- oder Arzneimittel kann es schlimmstenfalls zum Schock kommen – und dieser ohne Notfalltherapie zum Tod führen.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Bei Allergikern reagiert das Immunsystem mit übermäßiger Abwehr auf eigentlich harmlose Umwelteinflüsse. Besonders gefährlich ist etwa die auf Nüsse. Hier kann die Reaktion – ein Ausstoß des Botenstoffs Histamin, welches die Aufgabe hat, Eindringe im Organismus zu bekämpfen – auf kleinste Krümel und Nussstaub auftreten. Wie bei den meisten Unverträglichkeiten gibt es auch hier Abstufungen. Bei weniger starken Allergikern führt Nusseiweiß zu einem Brennen und Kribbeln im Rachenraum, in schwereren Fällen ist eine Atemnot bis hin zum Erstickungstod möglich.

Verbreitung und Symptome einer EIA

Im Artikel wird eine Erhebung aus Großbritannien angeführt, der zufolge etwa zwei Prozent der westlichen Bevölkerung an EIA leiden. Die Zahl der Betroffenen soll sich in den vergangenen Jahren vermehrt haben und die Dunkelziffer zudem höher liegen. Die EIA-Symptome reichen von Juckreiz über Rötungen und sichtbaren Ausschlag auf der Haut, Angioödem (auch: Quincke-Ödem, sichtbare Haut- und Schleimhautschwellungen), Kurzatmigkeit und Schluckstörungen, Engegefühl in Brust und Rachen, Bewusstseinsverlust, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen und Übelkeit.

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Ursachen für das Syndrom

Wie bei anderen Allergien auch, gibt es höchstens Theorien darüber, warum eine EIA entsteht, aber (noch) keine gesicherten wissenschaftlichen Erklärungen. Heilen kann man eine Sport-Allergie leider nicht.

Wenn die Symptome auftreten, müssen sie behandelt werden, um einen Schock zu verhindern. Die (weniger stark) Betroffenen führen deshalb beim Sport beispielsweise Allergiesprays oder -tabletten mit sich – und reagieren übrigens auch manchmal unterschiedlich auf verschiedene sportliche Disziplinen. In sehr ausgeprägten Fällen führt kein Weg daran vorbei, die Trainingsintensität zu reduzieren. Wieder Steigern geht höchstens gemächlich und unter strenger Beobachtung des Befindens.

Schweißausbruch beim Sport
Etwa zwei Prozent der Menschen müssen es beim Sport langsam angehen lassen, um eine anaphylaktische Reaktion zu verhindernFoto: Getty Images

Ernährung und EIA (= FDEIA)

Die häufigste Form der Sportallergie soll in Kombination mit Nahrungsmitteln auftreten. Die Betroffenen hiervon reagieren besonders stark, wenn sie kurz nach dem Essen trainieren. Nicht immer ist es dabei ausschlaggebend, ob es sich um spezifische oder besonders allergieverdächtige Stoffe (z.B. Soja, Weizen, Erdnüsse) handelt bzw. ob die Betroffenen auch ohne anschließendes Training auf entsprechende Nahrungsmittel reagieren.

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Betroffene müssen schnell und richtig reagieren

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass EIA im Akutfall genauso (und genauso schnell) behandelt werden muss, wie jede andere Art von Anaphylaxie. Zu den Basis-Wirkstoffen gehören Epinephrine (Adrenalin), Antihistaminika und systemische Corticosteroide.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Sie betroffen sind – insbesondere, wenn Sie noch keine Symptome bei sich wahrgenommen haben. Und falls doch, kann beispielsweise Hautausschlag auch etwa auf das Material zurückzuführen sein, aus dem Ihre Sportkleidung hergestellt ist. Wenn Sie sich in diesem Beitrag jedoch wiedererkennen und mit Sport im Allgemeinen aufgehört haben, empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt zur intensiven Aufklärung.