Ein Klassiker unter den Bauchübungen: der Sit-up. Dabei – so erfuhr ich kürzlich von einem Personal Trainer – wissen viele gar nicht, wie man sie von einem anderen Bauchklassiker, nämlich den Crunches, unterscheidet. Die beiden Übungen werden sogar verwechselt. Damit einher geht oft eine falsche Einschätzung des Schwierigkeitsgrads von Sit-ups. Denn auch, wenn sogar Anfänger im Fitnessstudio schon mal von Sit-ups gehört oder gelesen haben, ist die Übung gerade für sie nicht optimal geeignet. Warum das so ist, erfahren Sie bei FITBOOK.
Für Crunches und Sit-ups benötigt man nicht viel: nur eine Matte, damit man sie nicht auf einem harten Untergrund absolvieren muss. Deshalb ist die Bodyweightübung seit Jahrzehnten beliebt, um den Bauch zu formen. Zwar gibt es effektivere Wege auf dem Weg zum erträumten Sixpack. Dennoch haben Crunches und Sit-ups durchaus ihre Daseinsberechtigung.
Im Rahmen eines aus vielfältigen Workouts bestehenden Bauchtrainings wirken sie isoliert auf die geraden Bauchmuskeln ein und helfen, diese zu definieren – wenn man sie denn richtig macht. Hier entpuppen sich besonders Sit-ups für Anfänger als eine unerwartete Hürde, weil sie zwar einfach aussehen, aber oft falsch ausgeführt werden und damit fast wirkungslos werden.
Unterschied zwischen Crunches und Sit-ups
Crunch Foto: Getty Images
Die Übungsnamen geben schon gute Hinweise auf den zentralen Unterschied. Beim Crunch (Bauchpressen) bewegt man mit angespanntem Bauch (vielleicht haben Sie schon mal den Ausdruck „Bauchnabel nach innen ziehen“ gehört) den Oberkörper in Richtung der angewinkelten Knie. Man presst dabei gewissermaßen die Bauchmuskeln zusammen. Es lösen sich nur die Schultern und maximal noch der obere Rücken vom Boden. Der untere Rücken bleibt auf der Matte.
Sit-up Foto: Getty Images
Anders sieht das beim Sit-up (Aufsetzen) aus. Hier bewegt man sich aus der liegenden Position in eine aufrechte Sitzhaltung. Das bedeutet, dass man den Rücken komplett vom Boden lösen muss.
Darum sind Sit-ups nicht die erste Wahl für Anfänger
Beide Übungen sollten kontrolliert, langsam und ohne Schwung durchgeführt werden. Nur, wenn die Bewegung rein über die Bauchmuskeln erfolgt, trainieren sie auch ebendiese. Wer mit Schwung arbeitet, setzt vor allem seine Beckenmuskeln ein, was wenig hilfreich ist, wenn man eigentlich seinen Bauch straffen möchte.
Bei sauberer Technik werden besonders die Sit-ups anspruchsvoll. Denn, um diese korrekt (also ohne Schwung) machen zu können, benötigt man bereits eine starke Körpermitte. Vielleicht haben Sie im Fitnessstudio auch schon die Variante beobachtet, dass jemand die Füße der Person, die Sit-ups macht, festhält. Diese Hilfestellung kann unterstützen, damit der Trainierende sich komplett auf seinen Oberkörper konzentrieren kann. Sie bringt allerdings nichts, wenn sie dazu benutzt wird, sich noch einfach mit Schwung in die sitzende Position zu bringen. Zwar mag die Übung dann für Laien richtig und beeindruckend aussehen, die Bauchmuskeln trainiert sie aber nicht.
Crunches sind für Anfänger daher eindeutig die schlauere Wahl, weil sie weniger Bauchmuskeln beanspruchen. Sie eignen sich daher gut, um ins Bauchtraining zu starten. Wer zudem noch Übungen wie Beinheben oder Kniebeugen (hier sind die Bauchmuskeln stabilisierend gefordert) ins Training einbaut, kann mit Geduld die Körpermitte so weit stärken, dass dann auch Sit-ups zu einer schaffbaren Herausforderung werden.
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