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Proteine oder Kohlenhydrate – was ist besser für Ausdauer-Leistung?

Studie

Proteine oder Kohlenhydrate? Welche Ernährung schlecht für die Ausdauer-Leistung ist 

Junger Mann bei Ausdauertraining
Eine kleine Studie gibt Hinweise auf die Ernährungsweise, die die Ausdauer-Leistung eher bremst als fördertFoto: Getty Images

Neue Forschungen haben ergeben, dass Proteine und Kohlenhydrate die Ausdauer-Leistung von Spitzensportlern unterschiedlich beeinflussen. Grund könnte eine gestörte Darmgesundheit aufgrund einer zu eiweißreichen Ernährung sein.

Forscher aus Großbritannien wollten wissen, wie sich die Ernährung auf die sportliche Leistung auswirkt. Im Fokus: eine hohe Zufuhr von Proteinen vs. Kohlenhydrate und die Wirkung auf die Darmgesundheit und die Ausdauer von Spitzensportlern. Die Studie ergab, dass beide Ernährungsweisen unterschiedlich stark, geradezu gegensätzlich, die Leistungsfähigkeit beeinflussen und sogar die Darmflora verändern. Teilnehmer, die besonders viel Eiweiß aßen, wiesen ein gestörtes Mikrobiom und damit einen enormen Leistungsabfall in der Ausdauer auf.

Proteine oder Kohlenhydrate?

Jeder Sportler stellt sich wohl früher oder später einmal die Frage, welche Art der Ernährung die beste ist, um schnelle Erfolge zu erzielen. Wer Krafttraining betreibt, benötigt Proteine für das Muskelwachstum und Kohlenhydrate fürs Energielevel und die Regeneration. Doch wie sieht es beim Ausdauersport aus? Wie wirken sich Proteine und Kohlenhydrate jeweils auf die Leistung aus? Dieser Frage sind Forscher von der University of Hertfordshire in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Helsinki nun in einer kleinen Studie mit 16 Ausdauersportlern auf den Grund gegangen. Dafür teilten sie die Studienteilnehmer in zwei Gruppen. Die eine erhielt eine proteinreiche Ernährung, die andere eine kohlenhydratreiche.

Die Wissenschaftler analysierten die Leistung und die Darmgesundheit der Sportler. Das Ergebnis: Bei jenen Teilnehmern, die sich proteinreich ernährten, war das sogenannte Darm-Mikrobiom gestört und weniger stabil. Überdies war auch die Leistung in den in der Studie durchgeführten Zeitläufen schlechter, was auf einen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Leistungsfähigkeit hindeutet.1

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Proteine schlecht für Darm und Ausdauer

Eine gesunde Darmflora hilft bei der Verwertung von Nahrung, verhindert, dass sich Krankheitserreger ausbreiten und beeinflusst die Funktion unseres Immunsystems. Dieses Darm-Mikrobiom ist wie ein kleines Ökosystem aus rund 100 Billionen Bakterien und Pilzen – und je größer die Vielfalt, desto besser für Darm, Immunsystem und Leistung. Bei jenen Sportlern, die viel Proteine und weniger Kohlenhydrate aßen, war diese Darmflora allerdings gestört. Eine geringere Ausdauer-Leistung war die Folge. Das Mikrobiom wies bei diesen Sportlern nicht nur eine deutlich veränderte Zusammensetzung und verringerte Diversität auf, sondern sogar höhere Werte bestimmter Virus- und Bakterientypen. Diese gestörte Darmflora war höchstwahrscheinlich auch der Grund für den Leistungsabfall von 23,3 Prozent. Wohingegen sich die Ausdauer-Leistung im Zeit-Test bei den Teilnehmern mit hoher Zufuhr an Kohlenhydraten und weniger Proteinen um 6,5 Prozent verbesserte und die Vielfalt des Mikrobioms positiv beeinflusste.

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Darmstress möglichst vermeiden

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit übermäßig viel Proteinen im Vergleich zu Kohlenhydraten zu negativen Veränderungen im Darm und verminderter Ausdauerkraft führen kann. Gut möglich, dass der höhere Konsum von Getreide, Obst und Gemüse das Darm-Mikrobiom stabilisiert. Gleichzeitig weist Mitautor der Studie Dr. Justin Roberts darauf hin, dass nicht eindeutig sicher sei, ob allein der hohe Proteingehalt im Körper für den signifikanten Leistungsabfall in den Ausdauer-Tests verantwortlich war. Nichtsdestotrotz gab es eine Verbindung zwischen einer Störung des Mikrobioms im Darm und einer verminderten Leistung nach einer kurzfristigen proteinreichen Ernährung. Ein Anzeichen dafür, wie sensibel das Mikrobiom reagiert und dass eine Ernährungsumstellung stets Stress für den Darm bedeutet und gleichzeitig Auswirkung auf körperliche Leistungen haben kann.

Quellen

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