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Flacher Bauch mit Pilates? Was wirklich funktioniert – und was nicht 

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FITBOOK-Autorin Nina Ponath erklärt, was es mit dem „flachen Bauch“ beim Pilates auf sich hat Foto: Getty Images/Morsa Images
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Nina Ponath
Freie Autorin

22. Juni 2026, 4:14 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Sixpack durch Pilates? FITBOOK-Autorin und Pilates-Trainerin Nina Ponath macht den Faktencheck. Sie erklärt, welchen Einfluss Pilates tatsächlich auf die Körpermitte hat – und warum sich Bauchfett nicht allein durch gezieltes Training reduzieren lässt.

Warum Pilates kein Wundermittel gegen Bauchfett ist

Der Traum vom „Waschbrettbauch“ durch Pilates ist ein Dauerbrenner in den sozialen Netzwerken. Überall sieht man durchtrainierte Körper auf Reformern, die ein flaches Körperzentrum und den begehrten „Pilates Body“ versprechen. Alles, was man dafür braucht – so scheint es zumindest –, sind eine Matte oder ein Reformer, die nötige Disziplin und etwas Ausdauer. Und schon rückt die Traumfigur in greifbare Nähe. Klingt irgendwie zu schön, um wahr zu sein.

Fragt man die hochmotivierten Teilnehmer einer Pilatesstunde nach ihren Zielen, steht ein Wunsch oft ganz oben auf der Liste: „Ich will einen flacheren Bauch.“ Pilates hat schließlich den Ruf, genau das zu liefern. Immerhin werden die Übungen gewissermaßen aus der Körpermitte heraus ausgeführt – durch die Aktivierung des sogenannten „Power Houses“. Und ja, ich kann Ihnen versprechen: Nach einigen Wochen Training fühlen Sie sich definierter, Ihre Haltung ist aufrechter und Ihre Bauchmuskeln sind spürbar fester. Aber – und das ist die ehrliche Antwort: Flach wird Ihr Bauch dadurch nicht.

Pilates und die falsche A-B-Verknüpfung

Mitunter erliegen wir beim Pilates nämlich einer Illusion. Davon ist zumindest der Sportwissenschaftler und Personal-Trainer Andreas Heumann überzeugt: „Meine Beobachtung ist, dass Pilates eine bestimmte Art von Frauen anzieht, die meistens ohnehin schon schlank ist.“ Der flache Bauch ist dann also oft weniger das Ergebnis des Trainings, sondern vielmehr etwas, das bereits vorher vorhanden war.

Auch interessant: Was genau ist Pilates – und welche Körperteile werden trainiert?

Was Pilates in Ihrem Bauch wirklich auslöst 

Pilates ist eine hochwirksame Methode zur Kräftigung der Tiefenmuskulatur. Wir trainieren dabei primär den Musculus transversus abdominis – unseren tiefsten Bauchmuskel, der wie ein natürliches Korsett um die Taille gespannt ist. Wenn dieser Muskel stark ist, zieht er die Bauchwand flacher nach innen und stabilisiert gleichzeitig die Wirbelsäule.

Das bedeutet: Pilates verändert tatsächlich Ihre muskuläre Struktur. Durch das gezielte Training wird Ihr Bauch merklich straffer und kann dadurch „eingesogener“ wirken. Wer regelmäßig Pilates macht, wird sich nicht nur schlanker fühlen, sondern auch buchstäblich ein paar Zentimeter größer wirken, weil die Haltung durch die stabilere Körpermitte verbessert wird.

Aber: Pilates ist kein Fettverbrennungsprogramm im klassischen Sinne. Beim Thema Kalorienverbrauch schneidet die Trainingsmethode nicht besonders gut ab. Oder anders gesagt: Eine 50-minütige Pilates-Einheit ist – rein kalorisch betrachtet – mindestens so effektiv wie ein Spaziergang. Mehr als 80 bis 180 Kalorien werden dabei, abhängig von Körpergröße, Gewicht und Fitnesslevel, meist nicht verbrannt.

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Das Missverständnis mit dem „flachen Bauch“ 

Auch Bauchfett lässt sich durch das Training nicht gezielt verbrennen. Hier müssen wir wissenschaftlich ehrlich sein: „Wo wir Fett einlagern, ist immer genetisch vorbestimmt“, sagt Sportwissenschaftler Andreas Heumann. Der Experte rät dazu, die eigene Gesundheit über das Sixpack zu stellen. „Wenn man gesund, fit und munter ist und genetisch bedingt etwas Fett am Bauch hat, sollte man nicht zu sehr einem Körperideal hinterhereifern.“

Durch gezieltes Training könne man den genetischen Rahmen zwar optimieren, eine komplett andere Figur werde man jedoch mit keiner Sportart erreichen. Ob wir eher zu fülligen Oberschenkeln, einem runden Po oder etwas Bauchfett neigen, ist letztlich eine Frage der Genetik.

Außerdem gibt es keine „lokale Fettverbrennung“. Wenn Sie Bauchübungen machen, kräftigen Sie die Muskeln unter der Fettschicht. Liegt jedoch eine Fettschicht über der Muskulatur, wird der Muskel durch das Training zwar stärker – das Fettgewebe darüber bleibt jedoch weiterhin dort, wo es ist. Ein „flacher Bauch“ ist daher immer das Ergebnis aus zwei Faktoren:

  • Die muskuläre Komponente (Pilates): Wir bauen das muskuläre Fundament auf, das den Bauch flach und stabil hält. 
  • Die metabolische Komponente (Ernährung): Der Abbau von Körperfett findet primär über eine negative Energiebilanz statt. „Abnehmen ist immer eine Mischung aus einer reduzierten Ernährung und Sport“, sagt Andreas Heumann. Letzteren könne Pilates zwar teilweise abdecken, eine sinnvolle Ergänzung sei jedoch Cardiotraining, da beim Pilates viele Übungen vornehmlich gehalten werden.

Warum Pilates trotzdem ein flacheres Bauchgefühl schaffen kann

Im Klartext bedeutet das: Wer regelmäßig Pilates macht, stärkt seine Körpermitte und baut eine stabile Bauchmuskulatur auf. Wenn der restliche Lebensstil – insbesondere die Ernährung – jedoch nicht dazu passt, wird der Bauch zwar kräftiger, aber nicht automatisch flach. Pilates schafft die Basis, die Ernährung liefert das Finish.

Trotzdem hat das Training einen entscheidenden Vorteil für die Optik: Viele Menschen tragen ihren Bauch durch eine ungünstige Haltung stärker nach vorne, etwa weil das Becken ins Hohlkreuz kippt. Pilates kann die Beckenstellung korrigieren und für eine aufrechtere Haltung sorgen. Allein dadurch wirkt der Bauch oft sofort flacher. Zudem bringt das Training den Kreislauf in Schwung. Auch wenn Pilates kein klassisches HIIT-Workout ist, sorgen die bewusste Atmung und die kontinuierliche Muskelspannung für eine Aktivierung des Stoffwechsels.

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Wie Pilates gegen den Bauch-Stress arbeitet

Ein oft unterschätzter Faktor ist Cortisol. Das Stresshormon sorgt dafür, dass unser Körper bevorzugt Fett am Bauch einlagert. Pilates wirkt durch die bewusste Atmung und die hohe Konzentration wie ein natürliches Antistress-Training. Das zeigt beispielsweise eine Studie1, die die Auswirkungen von acht Wochen Pilates-Training bei älteren Frauen untersuchte. Dabei beobachteten die Forscher unter anderem Veränderungen im Cortisolrhythmus sowie Verbesserungen bei Angstgefühlen, Depressionen und der kognitiven Funktion.

Vereinfacht gesagt: Weniger Stress bedeutet weniger bauchspeckfördernde Hormone – und damit potenziell auch einen flacheren Bauch.

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Mein Fazit für Ihre Routine

Wenn Sie einen flachen Bauch als Ziel haben, sollten Sie Pilates als Ihren Stabilitätsanker betrachten. Das Training formt die Kontur, verbessert die Silhouette und sorgt dafür, dass Sie gesund und effektiv trainieren.

Der „flache Bauch“, den man auf Social Media oft sieht, ist jedoch fast immer das Ergebnis eines sehr bewussten Lebensstils. Pilates gibt Ihnen die Kraft, Ihre Körpermitte zu kontrollieren. Den „Speck drum herum“ müssen Sie jedoch über eine nährstoffreiche, ausgewogene Ernährung angehen.

Mein Rat: Hören Sie auf, den Bauch vor dem Spiegel einzuziehen. Fangen Sie stattdessen an, ihn durch Training von innen heraus zu stärken. Wenn Sie Pilates mit einer Ernährung kombinieren, die Ihren Körper nährt und den Körperfettanteil reguliert, werden Sie Ergebnisse sehen, die weit über einen flachen Bauch hinausgehen. Sie entwickeln ein völlig neues Gefühl von Kraft und Stabilität in Ihrer Körpermitte. Und das ist am Ende deutlich wertvoller als jedes Idealbild auf Instagram.

Quellen

  1. Farzane A, Koushkie Jahromi M. (2022). The effect of pilates training on hormonal and psychophysical function in older women. J Sports Med Phys Fitness. 2022 Jan;62(1):110-121. doi: 10.23736/S0022-4707.21.12089-4. Epub 2021 Feb 8. PMID: 33555671. ↩︎

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