2. November 2026, 20:34 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Mit dem Kinofilm „Verity“ und der Serie „Below“ meldet sich Josh Hartnett direkt mit einem Doppelschlag zurück. Endlich, denken viele Fans sicher, die das Gefühl haben, dass der Hollywoodstar sich zwischen Projekten viel zu lange zurückzieht. Dabei blickt der 48-Jährige bereits auf eine fast 30 Jahre währende Hollywoodkarriere zurück! Und in der Zeit verlangten ihm diverse Rollen neben schauspielerischem Talent auch körperliches Können und optische Transformationen ab. FITBOOK blickt zurück auf Hartnetts physisch anspruchsvollste Rollen.
In „Verity“ muss Hartnett Fans der Buchvorlage überzeugen. Für „Below“ musste er einen sehr spezifischen kanadischen Dialekt meistern, einen Bootsführerschein machen und sonstige Fertigkeiten erlernen, um glaubwürdig einen erfahrenen Fischer darstellen zu können. So vielfältig wie diese Rollen liest sich generell Hartnetts gesamte Filmografie. Der Schauspieler probierte sich immer neu aus und hatte auch keine Furcht davor, an körperliche Grenzen zu gehen. So nahm er militärische Drills auf sich, um einen Soldaten zu spielen, machte monatelang ein knallhartes Profi-Boxtraining und absolvierte gezielte Gewichtstransformationen.
Vom High-School-Sportler zum Schauspiel
Vielleicht war ihm die Lust auf physische Herausforderungen schon in die Wiege gelegt. Ursprünglich deutete in Hartnetts Jugend in Minnesota nämlich alles auf eine Karriere im Leistungssport hin. Er wuchs im US-Bundesstaat Minnesota auf und war in der Schule ein gefeierter Footballspieler. Wie er in einem Interview mit „The Guardian“ erzählte, beendete ein schwerer Kreuzbandriss seine sportlichen Hoffnungen jedoch schlagartig.
Dieser Rückschlag führte ihn schließlich zur Schultheatergruppe, wo er für ein Stück über Tom Sawyer vorsprach und die Rolle des Huck Finn erhielt. Aus dem Sportler wurde so ein leidenschaftlicher Schauspieler. Nicht viel später wurde mehr daraus. Erste auf IMDb gelistete Projekte stammen aus dem Jahr 1998. Damals war Josh Hartnett 20 Jahre alt und hatte die Schule gerade hinter sich gelassen. Ab da nahm sein Aufstieg in Hollywood an Fahrt auf. 2001 war er direkt in zwei Blockbustern zu sehen: in „Pearl Harbor“ und „Black Hawk Down“. In beiden Filmen spielte er einen Soldaten, wobei ihm speziell die Vorbereitung für den ersten Film alles abverlangte.
Drill-Camps für Kriegs-Epen: „Pearl Harbor“ und „Black Hawk Down“
Für seinen Durchbruch im Blockbuster „Pearl Harbor“ absolvierte Hartnett zusammen mit Co-Star Ben Affleck ein viertägiges, extrem forderndes Militär-Bootcamp. Zudem stand ihm der niederländische Starkoch und Promi-Trainer Jørgen de Mey zur Seite, der über seine Arbeit mit ihm, Affleck und anderen Stars ein Buch veröffentlicht hat.1
In einem Interview mit „GQ“ hat er gesagt, dass die Vorbereitung für den in Kriegszeit spielenden Liebesfilm erstaunlich intensiv gewesen sei, besonders im Vergleich zum reinen Kriegsdrama „Black Hawk Down“ von Regisseur Ridley Scott. Das Bootcamp für „Pearl Harbor“ fand in den Bergen auf Hawaii statt, was laut Hartnett zunächst „nett“ geklungen habe. Doch die Realität sah anders aus. „Wir hatten diesen Stabsfeldwebel, Sergeant Donnelly, der es hasste, dass er dazu abkommandiert worden war, auf uns Schauspieler aufzupassen. Und er machte uns eine Woche lang das Leben zur Hölle“, plauderte Josh Hartness über seine Erinnerung an diese Zeit.
Manchen sei es dabei gar nicht gut gegangen, weil sie im Camp „so viel laufen mussten“. Hartnett verriet: „Wir haben so viele Dinge gemacht, die weit über das hinausgingen, was Versicherungen heutzutage noch erlaubt hätten.“ Rückblickend wisse er nicht, warum Regisseur Michael Bay wollte, dass sie für „einen Liebesfilm“ ein derart intensives Bootcamp absolvierten. Aber: „Wir haben es durchgestanden und sind am Ende als Team enger zusammengewachsen.“
Auch „Black Hawk Down“ erforderte militärisch genaues Training, um Soldaten im Krieg überzeugend darstellen zu können. Dafür arbeiteten Hartnett und seine Kollegen je nach Rolle mit echten Rangern, Delta-Force-Mitgliedern oder Piloten auf echten US-Militärstützpunkten zusammen. Hartness spielte den Ranger-Gruppenführer Staff Sergeant Matt Eversmann und absolvierte dafür einen Einführungskurs auf dem Stützpunkt Fort Benning. Eine harte Vorbereitung, die sich gelohnt hat. Noch heute wird das Kriegsdrama für seine realistische Darstellung gelobt.2
Monatelanges Boxtraining: strikte Gewichtskontrolle für „The Black Dahlia“
Für seine Rolle als Polizist und Ex-Boxer Bucky Bleichert im Thriller „The Black Dahlia“ (2006) kam Hartnett sicherlich sein früheres Mindset als Footballspieler zur Hilfe. Denn statt auf militärische Übungen und Einsätze musste er sich dieses Mal in einen bestimmten Sport einfinden: Boxen. Wie „GQ“ 2006 berichtete, trainierte der damals 28-Jährige monatelang im renommierten Boxgym „Circle of Discipline“ in Minneapolis und hielt eine strenge Diät ein, um sein Zielgewicht von exakt 175 Pfund (ca. 79,5 Kilogramm) zu halten. Auch für das Boxdrama „Resurrecting the Champ“ (2007) nutzte er diese boxerische Vorbereitung.
30 Pfund Kilo-Plus für „Oppenheimer“: Der unhilfreiche Rat von Matt Damon
Für Christopher Nolans Oscar-prämiertes Epos „Oppenheimer“ (2023) bewies Hartnett erneut Mut zur körperlichen Veränderung. Um den historischen Nobelpreisträger Ernest Lawrence überzeugend darzustellen, legte Hartnett gezielt rund 30 Pfund (ca. 14 Kilogramm) an Gewicht zu .
Erst am Set erhielt er von Co-Star Matt Damon den gut gemeinten, aber späten Ratschlag. In der „The Tonight Show“ von Jimmy Fallon erzählte Hartnett: „Er sagte mir, besser nicht so viel Gewicht zuzunehmen, wie ich es aber für die Rolle bereits gemacht hatte. Ich hatte bereits etwa 30 Pfund (ca. 14 Kilogramm) für die Rolle zugenommen und er meinte nur: ‚Das wirst du nie wieder verlieren, Junge.‘“
Dass Damon ihm diesbezüglich aber zu Unrecht Angst eingejagt hat, zeigen Hartnetts aktuelle Auftritte in „Verity“ und „Below“. Besonders in der Serie „Below“ wirkt der 48-Jährige stark und topfit.
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Ernährungswechsel: vom Vegetarier zurück zum Fleischkonsum
Bereits im Alter von zwölf Jahren entschied sich Hartnett für eine vegetarische Lebensweise, nachdem er beim Zerteilen eines Hühnchens für seine Mutter auf einen Tumor gestoßen war. Das verriet er in einem Interview mit der Tierschutzorganisation PETA, als sie ihm für seine fleischfreie Ernährung 2003 sogar den Titel des „Sexiest Vegetarian Alive“ verliehen.
Während der physisch extrem belastenden Dreharbeiten zu „The Black Dahlia“ in Bulgarien geriet sein Körper jedoch an seine Grenzen. Ein bulgarischer Arzt stellte bei Hartnett eine Anämie fest und riet ihm, wieder Fleisch zu essen, um den hohen Nährstoff- und Kalorienbedarf des harten Boxtrainings und der langen Arbeitstage zu decken.3
Das heutige Fitnessgeheimnis: Landleben in Hampshire
Heute lebt Josh Hartnett mit seiner Ehefrau, der britischen Schauspielerin Tamsin Egerton, und den gemeinsamen vier Kindern auf einem ländlichen Anwesen in Hampshire, England. Statt starrer Muckibuden-Routinen versorgt Hartnett jeden Morgen seine Tiere – darunter Zwergziegen, Hühner und Meerschweinchen – und hält sich durch das ländliche Familienleben auf natürliche Weise fit.