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Selbstversuch mit NIA

Autorin hat Non-Impact Aerobics ausprobiert: »Ich war ein bisschen elektrisiert

Non-Impact Aerobics im Selbstversuch
Non-Impact Aerobics ist ein einzigartiger Mix aus Tanz, Kampfsport und Entspannung, bei dem die Verbindung zum eigenen Körper gestärkt wird. FITBOOK-Autorin Nina Ponath hat den Selbstversuch gewagt. Foto: FITBOOK
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Nina Ponath
Freie Autorin

17. August 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

FITBOOK-Autorin Nina Ponath tanzt auf jeder Hochzeit, bis die Füße brennen – frei und unbeschwert. Genau dieses Gefühl hat sie bei ihrer ersten Non-Impact Aerobics-Stunde (kurz NIA) wiedergefunden: Tanzen ohne Regeln, Kicks statt Drill, Leichtigkeit statt Erschöpfung. Ein Training, das sie nicht ausgepowert, sondern energetisch aufgeladen hat.

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Ich liebe es, zu tanzen. Auf jeder Hochzeit bin ich ganz weit vorn dabei. Sobald die Tanzfläche eröffnet ist, stürze ich mich ins Getümmel, vergesse Raum und Zeit und auch, wie ich dabei aussehe. Tanzen ist für mich Lebensfreude. Eine Möglichkeit, Energie loszuwerden und meiner Stimmung Ausdruck zu verleihen. Um normale Tanzkurse mache ich deshalb einen großen Bogen – zu viele Regeln, die verhindern, dass ich meinen Emotionen freien Lauf lassen kann. Genau das ist der Hintergrund von Non-Impact Aerobics, kurz NIA.

Was bedeutet NIA?

Non-Impact Aerobics – auch Low-Impact Aerobics genannt – wurde in den 80er-Jahren als Antwort auf das damals vorherrschende, recht harte Fitnessideal in den USA entwickelt. Statt Drill und Disziplin setzt NIA auf fließende Bewegungen, die sich an Tanz, Kampfsport und Entspannungstechniken orientieren. Zwar werden die Moves wie auch in anderen Kursen von den Trainern angeleitet und vorgemacht – jedoch steht weniger die Choreografie im Mittelpunkt, als die Verbindung zum eigenen Körper, die über NIA gestärkt wird. In den USA wird NIA mittlerweile in der Physiotherapie, bei Stresserkrankungen und in Schmerzkliniken eingesetzt.

NIA ist kein Fitness-Hype. Die Sportart findet sich nur in wenigen Studios, wie im Hamburger Fitnessstudio „Kaifu Lodge“. Der Kurs an dem ich teilnehme, wird von Ann Christiansen geleitet. Die gebürtige Schwedin beschreibt NIA als ihre Passion, die ihr zu mehr Ausgeglichenheit, Kreativität und Lebensfreude verholfen hat. Als eine der wenigen weltweit darf sie alle NIA-Ausbildungsstufen – vom White Belt bis zum Black Belt – unterrichten.

Eintauchen in die Bewegung: Meine erste NIA-Stunde 

Als ich den hellen Raum mit einer leichten Verspätung betrete, sind hier alle schon in bester Stimmung. Die rund 30 Teilnehmerinnen – Männer sucht man hier im Raum vergebens – bewegen sich rhythmisch zur Musik. Sie folgen den sehr sexy Bewegungen von Trainerin Ann, die ihre Moves an pikanten Stellen mit einem lautstarken „Oh“, und „Shake it“ begleitet. Genauso wie Schuhe, denn NIA wird, wie Kampfsport und Yoga, barfuß geübt. Von beiden sehr verschiedenen Praktiken lassen sich Elemente in NIA wiederfinden.

Trainerin Ann fordert uns dazu auf, ihren Bewegungen mehr oder weniger stringent zu folgen. Bestimmte Schrittfolgen – wie rechts, links, Cha-Cha, Bein hoch – sollen wir kombinieren mit einer freien Interpretation. Ann sorgt für Inspiration. Etwa, indem wir uns seitlich drehen und unsere Arme dabei schwungvoll oder langsam mitnehmen. Die tatsächliche Umsetzung führt jede von uns nach ihrem eigenen Geschmack aus: mal sanft, mal kraftvoll, mal mit schnellen Kicks – immer so, wie es sich gerade gut anfühlt.

»Als würde mein Körper selbst entscheiden, was er gerade braucht

Anfangs fühle ich mich ein wenig unsicher und schiele immer wieder zu meinem Spiegelbild, aber nach und nach beginne ich, mich fallen zu lassen wie auf einer Party. Meine Arme schwingen frei, die Füße treten leicht auf, der Oberkörper dreht sich, ich mache kleine Sprünge. Manchmal schließe ich sogar die Augen und lasse mich einfach von der Musik tragen.

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Die Bewegungen fühlen sich organisch an, fast so, als würde mein Körper selbst entscheiden, was er gerade braucht. Elemente aus dem Kampfsport, wie sanfte Kicks und Punches, wechseln sich ab mit fließenden Tanzbewegungen und achtsamen Dehnungen. NIA ist ein ständiger Wechsel zwischen Kraft und Geschmeidigkeit, zwischen Energie und Loslassen. Es fühlt sich ein wenig an wie eine Mischung aus Tanztherapie, improvisiertem Yoga – und einer sehr guten Party. 

Auch interessant: „Die Liebe fürs Tanzen ist stärker als alle Schmerzen“

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NIA verbindet Tanz, Kampfsport und Entspannung in einer Stunde

Die Stunde ist in mehrere Phasen gegliedert: Zunächst kommt der „Warm-up“, dann fließen wir in kraftvollere Elemente wie Punches, Kicks und Spirals – Bewegungsmuster, die an Kampfsport erinnern, aber weich und federnd ausgeführt werden. In einer NIA-Stunde finden sich neun grundlegende Bewegungsmuster wieder, die sogenannten „Body Joys“: Drei Kampfkunstelemente (Taekwondo, Tai Chi, Aikido), drei Tanzstile (Jazz Dance, Modern Dance, Duncan Dance) und drei Entspannungstechniken (Yoga, Feldenkrais, Alexander-Technik). Dadurch wird ein breites Spektrum an Bewegungen abgedeckt und der Körper auf vielfältige Weise gefordert und fördert. Danach kommt das sogenannte Floorplay: Wir bewegen uns auf dem Boden, rollen uns, dehnen uns. Am Ende folgt ein kurzer, stiller Part: Augen zu, der Körper darf zur Ruhe kommen. 

»Danach fühlt sich mein Körper gedehnt, kräftig und frei an

Nach der Stunde fühle ich mich erstaunlich leicht und gleichzeitig energiegeladen. Ich verlasse das Fitnessstudio erfrischt und fast ein bisschen elektrisiert. Ich bin nicht erschöpft, wie nach einem anstrengenden Workout, sondern durchgelüftet, ganz bei mir, als hätte ich mich selbst beim Tanzen neu kennengelernt. Und mein Körper? Der fühlt sich gedehnt, kräftig und vor allem frei an.

Wer Freude an freiem Tanz hat und Regeln lieber auf der Tanzfläche lässt, wird NIA lieben. Wer kein Studio mit NIA-Kursen um die Ecke hat, kann auf YouTube ausweichen. Hier gibt es einige gute Videos, unter anderem auch von Ann.

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