20. Januar 2026, 10:20 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn u. a. vor schädlichen Stoffen. Gerät diese Schutzbarriere aus dem Lot, kann das weitreichende Folgen haben. Vor diesem Hintergrund wollten Forscher besser verstehen, welche Rolle körperliche Aktivität für die Funktionsfähigkeit dieser sensiblen Grenze zwischen Blut und Gehirn spielt.
Was wurde in der Studie untersucht?
Ein chinesisches Forschungsteam hat untersucht, wie sich unterschiedliche Formen körperlicher Aktivität auf die Blut-Hirn-Schranke auswirken.1 Diese spezielle Barriere schützt das Gehirn vor Schadstoffen im Blut und spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Nervensystems. In der Übersichtsarbeit wurden zahlreiche Studien mit Menschen und Tiermodellen ausgewertet. Im Fokus standen vor allem moderates Ausdauertraining, hochintensives Intervalltraining, Krafttraining sowie freiwillige Bewegung.
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Die Ergebnisse
Moderates Ausdauertraining wirkt besonders stabilisierend auf die Blut-Hirn-Schranke. Es verringert entzündliche Prozesse und schädliche Sauerstoffverbindungen, die als oxidativer Stress bekannt sind. Gleichzeitig fördert es den Aufbau spezieller Eiweiße, die die Barriere zwischen Blut und Gehirn abdichten und stabil halten. Regelmäßiges Training führt auch zur vermehrten Bildung des sogenannten „brain-derived neurotrophic factor“ (BDNF), eines Botenstoffs, der Nervenzellen schützt und ihre Erneuerung unterstützt.
Hochintensives Intervalltraining kann die Blut-Hirn-Schranke kurzfristig etwas durchlässiger machen. Dieser vorübergehende Reiz stößt jedoch langfristig starke Reparatur- und Anpassungsmechanismen an, die unter anderem die Neubildung von Blutgefäßen fördern. Solche Effekte wurden insbesondere in experimentellen Modellen nach Schlaganfällen beobachtet. Auch Krafttraining – allein oder in Kombination mit Ausdauertraining – wirkt schützend. Zudem belegen Studien, dass selbst leichte, freiwillige Bewegung, etwa in Tiermodellen mit Laufrädern, die Struktur der Blutgefäße verbessert und Entzündungen reduziert.
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Was bedeutet die Studie?
Bewegung wirkt auf mehreren biologischen Ebenen stabilisierend auf die Blut-Hirn-Schranke. Davon können sowohl Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Multipler Sklerose, Schlaganfall oder Depression als auch Personen mit Übergewicht oder altersbedingtem Abbau profitieren. Sport ist damit eine wirksame, kostengünstige und vergleichsweise nebenwirkungsarme Maßnahme, um die Schutzfunktion der Blut-Hirn-Schranke zu unterstützen und die Gehirngesundheit langfristig zu erhalten. Entscheidend ist, dass man Art und Intensität der Bewegung individuell anpasst.
Zwar stammen ein Großteil der detaillierten mechanistischen Erkenntnisse bislang aus Tierstudien, Humanstudien bestätigen aber die Richtung der Effekte.
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