23. Dezember 2025, 21:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wie Training auf Zellebene wirkt, entscheidet sich nicht nur daran, ob wir uns überhaupt bewegen, sondern auch daran, wie intensiv und wie lange wir das tun. Eine Untersuchung hat Sprint-Intervalltraining mit klassischem Ausdauertraining in Bezug auf Veränderungen in den Mitochondrien verglichen – mit interessantem Ergebnis.
Was wurde untersucht? Für die im Fachjournal „Nature Communications“ erschienene Studie hat eine internationale Forschungsgruppe erfasst, wie sich beide Trainingsformen auf die Mitochondrien auswirken.1
Mitochondrien: „Kraftwerke der Zellen“, die – vereinfacht ausgedrückt – aus den Nährstoffen unserer Nahrung Energie für unsere Zellen produzieren und damit eine Schlüsselrolle im Energiehaushalt unseres Körpers spielen.
Für die Untersuchung trainierten mehr als 20 gesunde Männer über acht Wochen hinweg drei- bis viermal pro Woche. Die eine Gruppe absolvierte mehrere kurze, maximale Sprint-Intervalle, die dem Prinzip des hochintensiven Intervalltrainings (HIIT) entsprechen. Die andere Gruppe trainierte mit längeren, gleichmäßigen Einheiten. Anschließend untersuchten die Forscher Muskelproben auf zelluläre Veränderungen und Anpassungen.
Ergebnisse: Nur das Sprint-Intervalltraining löste einen kurzfristigen Zellstress aus. Dabei verformten sich die Mitochondrien leicht, was ein Reparaturprogramm im Körper aktivierte. Diese vorübergehende Störung wirkt positiv. Sie ähnelt einer Art Immunisierung der Mitochondrien und macht sie auf Dauer widerstandsfähiger.
Nach acht Wochen arbeiteten die Mitochondrien der Sprintgruppe effizienter und konnten mehr Energie bereitstellen. Dabei wirkt ein spezielles Eiweiß wie ein Adapter, der die einzelnen Bauteile im Inneren der Kraftwerke enger vernetzt. Sie schließen sich zu leistungsfähigen „Super-Einheiten“ zusammen, wodurch die Energie reibungsloser produziert wird. Das Ausdauertraining führte hingegen dazu, dass die Zellen mehr Mitochondrien produzierten und deren Grundbausteine stärkten.
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Bedeutung: Sprint-Intervalltraining und Ausdauertraining wirken unterschiedlich, aber beide verbessern die Mitochondrien auf ihre Weise. Kurze, intensive Sprints erhöhen deren Leistungsfähigkeit, während längere Ausdauereinheiten vorwiegend die Anzahl und Struktur der Zellkraftwerke steigern. Welche Trainingsform sinnvoll ist, hängt daher vom persönlichen Ziel ab. Eine Kombination kann aber sinnvoll sein. Mitochondrien produzieren nämlich nicht nur Energie, sondern spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, in der Zellregeneration und auch im Alterungsprozess. Da die Studie nur mit jungen, gesunden Männern durchgeführt wurde, ist noch unklar, ob und wie Frauen, ältere Menschen oder Personen mit Stoffwechselstörungen reagieren.
Darum mache ich regelmäßig HIIT
„Ich baue zwar nicht regelmäßig Sprints in meine Routine ein, aber hochintensives Intervalltraining (HIIT). Mein Ziel ist die Verbesserung meiner maximalen Sauerstoffaufnahme, auch bekannt als VO₂max. Doch wie die Studie zeigt, hat HIIT auch positive Effekte auf die Mitochondrien, die immer mehr in den Fokus der Forschung rücken. Ein Intervalltraining kann übrigens für Einsteiger auch so gestaltet sein, dass es zunächst einmal nur mehrere gezielte Belastungssteigerungen integriert. Zum Beispiel: Beim Spazierengehen mal phasenweise joggen oder beim Joggen zwischendurch mal schneller rennen.“
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