22. September 2025, 12:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer am Sonntag den Berliner Marathon mitlief oder die Läufer am Rand anfeuerte, sah vielleicht auch das ein oder andere Promi-Gesicht. Ein Teilnehmer des Marathons war auch Fußball-Star Diego Ribas, ehemaliger Bundesliga- und brasilianischer Nationalspieler. Welche Zeit er geschafft und was er auf Social-Media über sein Training verraten hat.
Diego Ribas ist ein begeisterter Berlin-Marathonläufer. Das machen eine Reihe an Storys und Posts auf seinem Instagram-Account – u. a. Schnappschüsse mit Medaille nach dem Lauf vor der Mauer an der East Side Gallery – deutlich. Vorher hatte er dort seine Teilnahme auch angekündigt und seinem ersten 42-Kilometer-Lauf entgegengefiebert. Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt: Diego Ribas lief nach 3 Stunden, 31 Minuten und 52 Sekunden ins Ziel. Eine Zeit, die sich für einen erstmaligen Marathonläufer wirklich sehen lassen kann! Eine 2024 veröffentlichte Analyse hatte gezeigt, dass gerade einmal 30 Prozent einen Marathon unter vier Stunden laufen (FITBOOK berichtete).1 Das beste Alter, um einen Marathon zu laufen, ist übrigens Ende 20.2 Diego Ribas ist 40 Jahre alt, demnach ist seine Laufzeit also als noch besser zu bewerten.
Laufen am Strand, in der Stadt und auf dem Laufband
„Es sind nur noch wenige Stunden bis zu dieser großen Herausforderung, dem Berlin-Marathon, bei dem ich zum ersten Mal 42 km laufen werde“, schrieb Diego Ribas zu einem Reel, das er kurz vor dem großen Wettbewerb postete. Eine Reihe an Clips verdeutlicht, wie gut sich der Ex-Fußballer auf die Herausforderung vorbereitet hat. Von Training auf dem Laufband bis zu Laufeinheiten in verschiedenen Terrains und Wetterlagen, u. a. auch mit Gewichtsweste, überließ der 40-Jährige nichts dem Zufall. So ist er beim Lauftraining am Strand zu sehen, bei heißem Wetter, in der Stadt, auf dem Laufband und zuletzt in Berlin – erkennbar an dem Holocaust-Denkmal im Hintergrund.
Mission abgeschlossen
Die gelaufene Marathonzeit zeigt: Diego Ribas hat in der Vorbereitung viel richtig gemacht. Und er selbst ist absolut zufrieden mit dem Erreichten. So zumindest wirkt ein Post, den er nach dem Marathon veröffentlichte. Die Caption lautet: „Mission Berlin erfolgreich abgeschlossen! Es ist ein einzigartiges und ganz besonderes Gefühl, 42 km durch die Straßen dieses Landes zu laufen, das ich liebe und das Teil meiner Geschichte ist.“
Der Brasilianer, der von 2003 bis 2017 Teil der Seleção, also der brasilianischen Nationalmannschaft war, spielte auch in der Deutschen Bundesliga. Zunächst stand er von 2006 bis 2009 für Werder Bremen auf dem Platz, von 2010 bis 2014 war er beim VfL Wolfsburg unter Vertrag.
Diego Ribas absolvierte zuvor Ironman
Der Marathon war aber nicht die einzige große Ausdauer-Herausforderung, der sich Diego Ribas in diesem Jahr bereits erfolgreich stellte. Wie ebenfalls einige Posts auf seinem Instagram-Account verdeutlichen, nahm der Brasilianer im August an einem Ironman in Rio de Janeiro teil.
Diese Zeit schaffte Ex-Fußballer André Schürrle beim Halbmarathon
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Fußballer, die Marathons laufen
Als Fußballer, der einen Marathon gelaufen ist, befindet sich Diego Ribas übrigens in bester Gesellschaft. In jüngster Vergangenheit zeigten sich etwa der Niederländer Arjen Robben sowie Ribas Nationalteamkollege Kaká als Marathonläufer. Letzterer übrigens auch in Berlin.
Und auch ein deutscher Ex-Fußball-Star hat das Langstreckenlaufen für sich entdeckt: André Schürrle. Er lief im Frühjahr 2024 zunächst den Berliner Halbmarathon. Seine Zeit: 1 Stunde und 41 Minuten. Gestern wagte er sich dann auch an den Marathon in der Hauptstadt, den er laut offizieller Ergebnisliste in 03:21:25 absolvierte. Damit gehört auch er zu den sehr schnellen Hobby-Marathonläufern.
Fußballer sind nicht automatisch gute Langstreckenläufer
Im Interview mit FITBOOK hatte Schürrle vorab verraten, dass es ein Irrtum sei, zu glauben, dass Fußballer automatisch gute Langstreckenläufer seien. Er betonte, dass Fußball und Laufen zwei unterschiedliche Welten seien – zumindest für ihn persönlich. „Die beiden Sportwelten sind wirklich weit voneinander entfernt. Es gibt sicherlich auch einige Fußballspieler, die es lieben, zu laufen. Das sind häufig solche, die auf Positionen spielen, auf denen eher Dauerläufe statt Sprints gefragt sind, das heißt, sie sind durchaus Läufer“, erzählte er. „Aber bei mir war es ja so, dass ich viel gesprintet bin, es ging um die kurzen Distanzen. Jetzt zu laufen, ist ein ganz anderes Spiel. Es beansprucht ganz andere Muskelgruppen, vor allem jetzt für Halbmarathon oder Marathon. Zehn, 20 oder sogar 30 Kilometer laufen – damit hat man als Fußballer für gewöhnlich nichts am Hut. Deswegen ist es etwas ganz Neues und das ist auch der Grund, warum ich es mache.“