19. Januar 2026, 20:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Extrakte der Pflanze Rhodiola rosea werden seit einiger Zeit in Zusammenhang mit einer potenziell leistungssteigernden Wirkung diskutiert. In einer kleinen kontrollierten Studie wurden nun tatsächlich Effekte gemessen. Ich habe mir sie angeschaut und zusammengefasst, was die Forscher konkret herausfanden.
Was wurde in der Studie untersucht?
Eine in „Nutrients“ erschienene US-Studie untersuchte, ob die Einnahme des pflanzlichen Adaptogens Rhodiola rosea (Rosenwurz) über sieben Tage die Kraftleistung und geistige Leistungsfähigkeit von gut trainierten Kraftsportlern verbessert.1 In einem placebo-kontrollierten, randomisierten Crossover-Design durchliefen 27 sportlich aktive Erwachsene vier Testphasen:
- ohne Kapsel (zur Kontrolle)
- mit Placebo
- mit niedriger Rhodiola-rosea-Dosis (200 mg/Tag)
- mit hoher Dosis (1500 mg/Tag)
Am siebten Tag wurden Maximalkraft, Wiederholungen bis zur Erschöpfung, Explosivkraft, anaerobe Belastung sowie die kognitive Leistung geprüft.
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Die Ergebnisse: Rhodiola rosea zeigte je nach Dosis und Ziel unterschiedliche Wirkung
Nach sieben Tagen zeigten sich mehrere klar verbesserte Leistungswerte. Mit der niedrigen Rhodiola-rosea-Dosis (200 mg pro Tag) absolvierten die Teilnehmer beim Bankdrücken im letzten Satz durchschnittlich 4,3 Wiederholungen mehr und bewegten dabei insgesamt rund 169 Kilogramm mehr Gewicht als ohne Rhodiola. Auch die Maximalkraft stieg um 5,6 Kilogramm. Zudem war die durchschnittliche mechanische Leistung pro Wiederholung erhöht.
Mit der hohen Dosis (1500 mg pro Tag) nahm insbesondere die Maximalkraft in der Beinpresse zu. Sie stieg im Schnitt um 47,7 Kilogramm. Auch die Wiederholungszahlen verbesserten sich, allerdings weniger ausgeprägt als bei der niedrigeren Dosis.
Beide Rhodiola-Gaben gingen außerdem mit einer messbar besseren Konzentrationsleistung einher. In einem standardisierten Aufmerksamkeitstest lösten die Teilnehmer signifikant mehr Aufgaben als in der Placebo- oder Kontrollphase. Zwar zeigte sich auch beim Placebo ein leichter Lerneffekt, die Verbesserungen unter Rhodiola fielen jedoch in den zentralen Testparametern deutlich stärker aus.
Mehr Rhodiola war dabei nicht automatisch besser. Die Wirkung hing vom Ziel ab: Die niedrigere Dosis erwies sich vor allem für Kraftausdauer und Ermüdungsresistenz als vorteilhaft, die höhere Dosis eher für maximale Kraft. Die Leistungsgewinne traten primär bei mehrsätzigen Kraftübungen auf. Bei einer einmaligen, sehr kurzen Sprintbelastung (anaerobe Leistung) zeigte sich kein messbarer Vorteil. Blutdruck, Puls und subjektives Belastungsempfinden blieben durch die Einnahme unbeeinflusst.
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Was bedeutet die Studie?
Rhodiola rosea zeigte in dieser Studie eine klare leistungssteigernde Wirkung im Krafttraining und verbesserte zusätzlich die geistige Konzentrationsfähigkeit, ohne dabei Nebenwirkungen zu zeigen. Allerdings basieren diese Ergebnisse nur auf einer kurzen Untersuchung mit einer relativ kleinen Gruppe gut trainierter junger Erwachsener. Erfasst wurden vor allem akute Effekte unter kontrollierten Laborbedingungen. Besonders bei trainingsintensiven Phasen mit Fokus auf Ausdauerkraft, Ermüdungsresistenz oder geistiger Klarheit könnte Rhodiola dennoch eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Wirkung war dosisabhängig. Auch die Qualität ist entscheidend: In der Studie wurde ein Extrakt mit drei Prozent Salidrosid und einem Prozent Rosavin genutzt.
Die Autoren weisen darauf hin, dass Rhodiola nicht zusammen mit bestimmten Medikamenten wie sogenannten MAO-Hemmern eingenommen werden sollte. Diese werden z. B. bei Depressionen oder Parkinson eingesetzt und beeinflussen wie auch Rhodiola rosea die Botenstoffe im Gehirn. Auch bei Herzrhythmusstörungen, hormonellen Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit ist ärztlicher Rat empfohlen. Wichtig ist außerdem, auf hochwertige Produkte mit geprüfter Qualität zu achten – idealerweise mit Laboranalyse durch unabhängige Stellen.
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