21. Mai 2026, 10:45 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Kaffee ist für viele Menschen besonders morgens kaum wegzudenken, aber auch die Einnahme von Supplements gehört für viele zur täglichen (Morgen-)Routine. Allerdings kann die Kombination bestimmter Präparate mit Kaffee problematisch sein. Welche Nahrungsergänzungsmittel man nicht zusammen mit Kaffee einnehmen sollte, verrät FITBOOK.
Weshalb Kaffee die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen kann
Kaffee enthält nicht nur Koffein, sondern auch sogenannte Polyphenole und Gerbstoffe (auch Tannine genannt). Dabei handelt es sich um natürliche Pflanzenstoffe, die unter anderem antioxidativ wirken und dem Kaffee seinen leicht bitteren Geschmack verleihen. Gleichzeitig können sie aber auch die Aufnahme bestimmter Nährstoffe im Körper beeinflussen.
Hinzu kommt, dass Koffein leicht harntreibend wirkt. Dadurch können bestimmte Mineralstoffe und Vitamine schneller ausgeschieden werden. Zwar ist dieser Effekt bei moderatem Kaffeekonsum meist gering, bei hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln oder bestehenden Mangelzuständen kann das Timing der Einnahme aber eine größere Rolle spielen.
Auch bei stimulierenden Supplements ist Vorsicht geboten. In Kombination mit Kaffee kann sich die anregende Wirkung verstärken. Die möglichen Folgen können Nervosität, Herzrasen oder Schlafprobleme sein.
Kaffee kann die Aufnahme von Eisen hemmen
Besonders vorsichtig sollten Menschen bei Eisenpräparaten sein. Forschungen zeigen, dass Kaffee die Eisenaufnahme im Körper beeinträchtigen kann. Verantwortlich dafür sind unter anderem Polyphenole und Gerbstoffe, die sich im Verdauungstrakt an Eisen binden können. Vor allem sogenanntes Nicht-Häm-Eisen, also pflanzliches Eisen aus Supplements oder vegetarischer Ernährung, scheint davon betroffen zu sein.
Laut einer Studie kann ein hoher Koffeinkonsum die Eisenaufnahme im Körper beeinträchtigen. Dafür verantwortlich ist vermutlich unter anderem das Hormon Hepcidin, das die Aufnahme und Verwertung von Eisen reguliert und bei erhöhtem Koffeinkonsum verstärkt ausgeschüttet wird. Zusammen mit erhöhten Entzündungswerten kann das dazu führen, dass Eisen schlechter aufgenommen wird.1
Was er für Magnesium und Kalzium bedeuten kann
Auch bei Mineralstoffen wie Magnesium und Kalzium diskutieren Forscher mögliche Wechselwirkungen mit Kaffee. Koffein wirkt leicht harntreibend, wodurch Mineralstoffe schneller ausgeschieden werden könnten. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Kaffee die Kalziumaufnahme beeinflussen kann.
Forscher aus Brasilien haben nämlich herausgefunden, dass der Körper unter Koffeineinfluss mehr Kalzium ausscheidet und gleichzeitig auf bestehende Reserven zurückgreift. Dadurch könnte die Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen langfristig beeinträchtigt werden.2
Die Auswirkung von Kaffee auf Vitamine
Des Weiteren stehen mögliche Wechselwirkungen zwischen Vitamin D und Kaffee beziehungsweise Koffein im Fokus der Forschung. Einige Studien weisen darauf hin, dass Koffein bestimmte Vitamin-D-Rezeptoren im Körper beeinflussen könnte. Dadurch könnte der Körper Vitamin D trotz ausreichender Zufuhr möglicherweise weniger effizient nutzen.3
Bei wasserlöslichen Vitaminen wie B‑Vitamine und Vitamin C könnte es zu ähnlichen Effekten wie bei Eisen kommen. Denn Koffein kann durch seine leicht harntreibende Wirkung die Ausscheidung bestimmter wasserlöslicher Vitamine erhöhen.
Expertin erklärt, worauf man bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln achten sollte
Lebensmittel, die die Eisenaufnahme im Körper hemmen
Vorsicht bei koffeinhaltigen Supplements
Nicht nur Vitamine und Mineralstoffe können mit Kaffee wechselwirken, auch Nahrungsergänzungsmittel mit stimulierender Wirkung sollten nicht unterschätzt werden. Dazu zählen etwa unter anderem Guarana, Grüntee-Extrakt oder sogenannte Pre-Workout-Booster, die häufig selbst größere Mengen Koffein enthalten. Dadurch summiert sich die tägliche Koffeinaufnahme oft schneller als gedacht.
Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gelten für gesunde Erwachsene bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag als unbedenklich, während für Schwangere und Stillende maximal 200 Milligramm empfohlen werden. Wer diese Mengen regelmäßig überschreitet, riskiert unter anderem Schlafstörungen, Nervosität und Herzrhythmusstörungen. Während der Schwangerschaft können zudem Risiken für das ungeborene Kind entstehen.4
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Fazit: Manche Nahrungsergänzungsmittel-Kaffee-Kombination lieber vermeiden
Kaffee ist weit mehr als nur ein Wachmacher. Seine Inhaltsstoffe können im Körper verschiedene Prozesse beeinflussen, darunter auch die Aufnahme und Verwertung bestimmter Nährstoffe.
Fest steht jedoch auch, dass für die meisten gesunden Menschen ein moderater Kaffeekonsum kein Grund zur Sorge ist. Problematisch wird es eher dann, wenn hohe Koffeinmengen auf hochdosierte Supplements oder bestehende Mangelzustände treffen. Wer Nahrungsergänzungsmittel gezielt für die Gesundheit einnimmt, sollte deshalb nicht nur auf die Dosierung achten, sondern auch darauf, wann sie konsumiert werden.