13. April 2026, 10:44 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Muskelaufbau und Krafttraining sind ohne eine ausreichende Proteinzufuhr kaum denkbar. Doch gibt es in Bezug auf bestimmte Präparate Unterschiede, wie gut sie wirken? Brasilianische Forscher von der Universität Minas Gerais haben sich hierfür Dutzende Studien angeschaut und kommen zu einem überraschenden Ergebnis.
Was haben die Forscher untersucht?
Für die in der Fachzeitschrift „Translational Sports Medicine“ veröffentlichte Übersichtsarbeit wurden 78 Studien mit insgesamt 4755 gesunden Erwachsenen ausgewertet.1 Die Forscher verglichen 13 verschiedene Proteinpräparate, darunter Kollagen, die Milchproteine Whey und Casein sowie pflanzliche Varianten wie Soja- oder Reisprotein. Alle Teilnehmer hatten in den Studien ein Krafttraining absolviert. Als Vergleich hatten Placebos – teils kohlenhydratbasiert – oder Kontrollgruppen ohne zusätzliche Proteinzufuhr gedient.
Erfasst wurde vor allem die Muskelkraft. Zusätzlich analysierten die Forscher die fettfreie Körpermasse. Darunter versteht man alles im Körper außer Fett, wobei Zunahmen bei Krafttraining in der Regel vor allem durch Muskelmasse erklärt werden.
Die Auswertung erfolgte als sogenannte Netzwerk-Metaanalyse. Das bedeutet: Nicht alle Proteinarten wurden direkt miteinander verglichen. Die Rangfolge ergibt sich daher zu einem großen Teil aus indirekten statistischen Vergleichen zwischen verschiedenen Studien.
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Die Ergebnisse
Die Analyse zeigt: Nur Kollagen und Whey-Protein hatten statistisch signifikante Vorteile gegenüber Placebo. Allerdings waren die Effekte unterschiedlich stark ausgeprägt.
Muskelkraft
Mit Kollagen steigerten die Teilnehmer ihre Kraft stärker als ohne Supplement. Über verschiedene Krafttests hinweg fiel der Zuwachs messbar höher aus. Auch Whey-Protein zeigte einen signifikanten Vorteil, allerdings war dieser geringer als bei Kollagen.
Wichtig: Dieser Unterschied ergibt sich aus der statistischen Gesamtauswertung der Studien und beruht überwiegend auf indirekten Vergleichen – nicht auf vielen direkten Kopf-an-Kopf-Studien zwischen Kollagen und Whey.
Andere Proteinquellen wie Soja-, Casein- oder Reisprotein zeigten keinen statistisch signifikanten zusätzlichen Effekt im Vergleich zu Placebo.
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Fettfreie Körpermasse
Unter Kollagen nahm die fettfreie Körpermasse stärker zu als ohne Supplement. Auch Whey-Protein führte zu einem signifikanten Zuwachs, allerdings ebenfalls geringer als bei Kollagen. Hier basiert die Rangfolge ebenfalls hauptsächlich auf indirekten Vergleichen innerhalb der Netzwerk-Metaanalyse. Für andere Proteinarten konnte kein statistisch signifikanter Zusatznutzen nachgewiesen werden.
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Was bedeutet die Studie?
Dass Kollagen in dieser Analyse höhere Effektwerte erreichte als Whey-Protein, wirkt überraschend, da Whey traditionell als besonders hochwertiges Muskelprotein gilt.
Allerdings beruht diese Rangfolge überwiegend auf indirekten Vergleichen innerhalb der Netzwerk-Metaanalyse, einem statistischen Verfahren, bei dem man Ergebnisse verschiedener Studien miteinander verrechnet. Direkte Studien, in denen Kollagen und Whey-Protein unmittelbar miteinander verglichen wurden, sind selten. Die Autoren betonen daher, dass die scheinbare Überlegenheit von Kollagen vorsichtig interpretiert werden sollte. Die Ergebnisse bedeuten also nicht automatisch, dass Kollagen grundsätzlich besser ist als Whey. Sie zeigen vielmehr, dass in dieser statistischen Gesamtauswertung Kollagen die höchsten Effektwerte erreichte – bei begrenzter direkter Vergleichsdatenlage. Die Analyse legt dennoch nahe, dass Kollagen wirksam ist. Ob es wirklich besser ist als Whey, müssen weitere Studien zeigen.
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