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Nur 3 Mahlzeiten pro Tag im „Iron Cage“! Reichen 2400 Kalorien bei extremer Belastung?

Iron cage Mahlzeiten
Die richtige Ernährung macht ein gutes Training erst zum Erfolg Foto: Bojan656
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11. März 2026, 13:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Drei Mahlzeiten à 800 Kalorien am Tag – und das bei einer Challenge, in der innerhalb von 72 Stunden eine Million Kilo bewegt werden sollen? Im „Iron Cage“ versorgt ein Sponsor des Events die Athleten mit Meal-Prep-Mahlzeiten, die sich die Teilnehmer vorab aussuchen durften. Aber reicht das bei extremer Dauerbelastung wirklich aus – oder drohen Leistungsabfall, Heißhunger und Muskelabbau? Notfalls müssen die Teilnehmer Snacks dazukaufen. Doch die Währung ist teuer: Bereits erspielte Kilogramm.

Prof. Dr. med. Thomas Kälicke
Mit fachlicher Beratung von Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie

Hier geht es zur Anmeldung für den „Iron Cage“-Stream bei BILD.

Zu wenig Essen als Risikofaktor

Die optimale Ernährungsstrategie für den „Iron Cage“ enthält unter anderem pro Stunde extremer Belastung bis zu 90 Gramm Kohlenhydrate – das entspricht etwa 360 Kalorien pro Stunde. Mit drei Mahlzeiten, die zusammen 2400 Kalorien liefern, dürften die Teilnehmer an ihre Grenzen kommen. Ernährungswissenschaftler Uwe Schröder erklärte FITBOOK zur Ernährungsstrategie bereits: „Sobald die Kohlenhydratverfügbarkeit deutlich absinkt und zugleich die Gesamtenergiezufuhr hinter dem Verbrauch zurückbleibt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Organismus vermehrt körpereigene Substrate, also letztlich auch Aminosäuren aus dem Muskelproteinpool, zur Energiebereitstellung heranzieht.“

Im Klartext heißt das: Wer zu lange „leer“ läuft, riskiert eher Muskelabbau – ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Grundumsatz eines muskulösen Athleten 2500 bis 3000 Kalorien pro Tag

Für den Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Prof. Dr. Thomas Kälicke ist eins klar: „Für diesen Wettkampf ist Essen und Trinken nicht Nebensache, sondern Teil der Medizin.“ Er schätzt den Grundumsatz eines muskulösen Athleten – also den Kalorienverbrauch bei absoluter Ruhe – grob auf 2500 bis 3000 Kilokalorien pro Tag. Sprich, auch wenn ein Kandidat sich gar nicht im Käfig bewegen würde, wäre er mit den bereitgestellten Mahlzeiten schon im Kaloriendefizit und riskiert Leistungsabfall und Muskelabbau!

Bei 8 Stunden Training können weitere 4000 bis 8000 Kalorien dazukommen

Aber es kommt noch dicker: „Durch viele Stunden Training kommen erhebliche zusätzlich benötigte Energiemengen hinzu“, weiß der Mediziner. Laut Kälicke kommen bei hartem Krafttraining je nach Intensität ungefähr 500 bis 1000 Kilokalorien pro Stunde on top. „Wenn ein Athlet an einem Tag zusätzlich etwa acht Stunden trainiert, können überschlagen weitere 4000 bis 8000 Kilokalorien zusammenkommen. Damit landet man je nach Intensität schnell in Größenordnungen von rund 6500 bis 11.000 Kilokalorien pro Tag.“

Heißt: Das tägliche Defizit beläuft sich auf stolze 4100 bis 8600 Kalorien! Zum Vergleich: Ein gesundes Kaloriendefizit, etwa wenn man abnehmen möchte, liegt bei gerade mal 300 bis 500 Kalorien pro Tag. Wenngleich der Kalorienbedarf individuell schwankt, zeigt die Experten-Rechnung: „Essen wird in diesem Wettkampf zu einer zentralen Leistungs- und Gesundheitsfrage.“

Wer „Iron Cage“ gewinnen will, muss notgedrungen erspielte Kilos in Extra-Kalorien umwandeln

„Für schnelle Energie hat unser Körper ein schlaues Konzept: die Glykogenspeicher. In diesen wird nicht verbrauchter Zucker als Energiereserve eingelagert – sowohl in den Muskeln als auch der Leber. Er ist sofort zur Stelle, wenn es zu körperlicher Anstrengung kommt oder keine bzw. zu wenig Nahrung verfügbar ist. Aber wie lange reicht dieser Speicher eigentlich vor? Nicht so lange, wie die Teilnehmer im Käfig vielleicht hoffen. Je nach Trainingsintensität schätze ich, dass die körpereigenen Speicher nach einer bis drei Stunden geleert sind. Für das 72-Stunden-Event also nicht genügend Support zu den drei täglichen Mahlzeiten. Weitere Energie speichert der Körper in Fettpölsterchen. Doch ohne den Körperfettanteil der Athleten zu kennen, reicht ein Blick auf ihre muskulösen Körper aus, um festzustellen, dass auch hier keine großen Energiereserven zu holen sind. Meine Vermutung: Wer gewinnen will, muss notgedrungen erspielte Kilos in Extra-Kalorien umwandeln. Was bei der extremen Belastung aber trotzdem unumgänglich sein dürfte, ist ein gewisser Verlust von Muskelmasse. Die müssen sich die Athleten nach ausreichend Regeneration neu antrainieren.“

Alle Highlights von Tag 1 im Überblick

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