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Neue Studie

Ist 16:8 die beste Intervallfasten-Methode zum Abnehmen?

In 8 Stunden essen und besser abnehmen
Forscher stellten die 16:8-Methode erneut auf den Prüfstand Foto: Getty Images
Mara Pollokat
Mara Pallokat

24. September 2026, 14:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer mit Intervallfasten abnehmen möchte, könnte von einem kürzeren Essensfenster profitieren. Das legt eine neue Analyse von fünf klinischen Studien nahe. Teilnehmer, die nur innerhalb von acht Stunden am Tag aßen, verloren mehr Gewicht als Personen mit einem Zwölf-Stunden-Fenster oder einer Kontrollgruppe. Bei Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerten fanden die Forscher dagegen kaum klare Unterschiede.

Intervallfasten gehört seit Jahren zu den beliebtesten Methoden zum Abnehmen. Besonders bekannt ist die 16:8-Methode: Gegessen wird innerhalb von acht Stunden, anschließend folgt eine 16-stündige Fastenphase. Doch bringt ein kürzeres Essensfenster tatsächlich Vorteile?

Forscher verglichen verschiedene Formen des Intervallfastens

Dieser Frage ging ein Forschungsteam um Dr. Maria Papageorgiou in einer Auswertung nach, die im Fachjournal „Nutrition & Diabetes“ veröffentlicht wurde.1 Dafür werteten die Wissenschaftler Einzeldaten aus fünf Studien mit insgesamt 124 Teilnehmern aus.

Verglichen wurden tägliche Essensfenster von acht, zehn und zwölf Stunden sowie Kontrollgruppen ohne Zeitvorgabe. Die Teilnehmer dokumentierten ihre Mahlzeiten per Smartphone-App und wurden je nach Studie über drei bis sechs Monate begleitet. Neben dem Körpergewicht untersuchten die Forscher auch verschiedene Marker der Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit, darunter Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte.

Acht-Stunden-Fenster schnitt beim Abnehmen am besten ab

Über die Fastengruppen hinweg verkürzten die Teilnehmer ihre tägliche Essenszeit um etwa vier Stunden und verloren durchschnittlich rund 2,2 Kilo Körpergewicht. Am deutlichsten fiel der Gewichtsverlust bei den Personen aus, die ihre Mahlzeiten auf acht Stunden pro Tag beschränkten. Sie verloren durchschnittlich etwa 1,7 Kilo mehr als Teilnehmer mit einem Zwölf-Stunden-Fenster und rund 2,3 Kilo mehr als die Kontrollgruppe.

Die Auswertung zum Intervallfasten deutet damit darauf hin, dass kürzere Essensfenster beim Gewichtsverlust wirksamer sein könnten als längere.

Kaum Vorteile für Blutdruck und Stoffwechselwerte

Anders sah es bei den übrigen Gesundheitsparametern aus. Die Forscher fanden keinen konsistenten Zusammenhang zwischen der Länge des Essensfensters und Veränderungen bei Nüchternblutzucker, HDL- und LDL-Cholesterin oder Triglyzeriden. Lediglich beim systolischen Blutdruck zeigte sich ein Unterschied: Teilnehmer mit einem Zehn-Stunden-Fenster verzeichneten stärkere Verbesserungen als jene mit einem Zwölf-Stunden-Fenster.

Ergebnisse nur eingeschränkt aussagekräftig

Die Autoren weisen allerdings auf mehrere wichtige Einschränkungen hin. So war die Gesamtzahl mit 124 Teilnehmern relativ klein – in der entscheidenden Gruppe mit dem Acht-Stunden-Fenster waren es sogar nur elf Personen. Zudem dauerte die Nachbeobachtung lediglich drei bis sechs Monate und genaue Angaben zur tatsächlichen Kalorienaufnahme fehlten.

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Was eine Expertin zu der Studie sagt

Für Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck bestätigen die Ergebnisse deshalb vor allem eine Beobachtung, die viele Experten bereits vermutet hätten: „Wer sein Essfenster auf acht Stunden verkürzt, nimmt etwas mehr ab als jemand, der ein längeres Essensintervall von zwölf Stunden hat. Im Schnitt waren das eineinhalb Kilo in drei bis sechs Monaten. Mehr aber auch nicht.“

Aus ihrer Sicht ist zudem entscheidend, dass die Forscher für wichtige Herz-Kreislauf- und Stoffwechselparameter keinen klaren Vorteil des kürzeren Essensfensters nachweisen konnten.

Die Medizinerin betont außerdem, dass Intervallfasten nach aktuellem Kenntnisstand vor allem deshalb wirke, weil viele Menschen während eines kürzeren Essensfensters automatisch weniger Kalorien aufnehmen. „Nicht, weil die Uhr den Stoffwechsel magisch umstellt.“

Für wen Intervallfasten geeignet ist

Fleck im Intervallfasten sieht im Intervallfasten kein Allheilmittel. Ein Acht-Stunden-Fenster könne beim Abnehmen helfen, sofern es sich gut in den Alltag integrieren lasse. Eine ausgewogene Ernährung oder eine individuelle medizinische Beratung könne es jedoch nicht ersetzen.

Zudem sei Intervallfasten nicht für jeden gleichermaßen geeignet. Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis, Migräne, Refluxbeschwerden oder ausgeprägter Müdigkeit sollten laut Fleck insbesondere nicht auf das Frühstück verzichten.

Quellen

  1. Papageorgiou, M., Lisa S. Chow, Blandine Laferrère et al. (2026). A shorter eating window of time-restricted eating is more beneficial for weight loss: a pooled analysis of individual data from five trials. Nature. ↩︎

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