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Deutlich erhöhtes Sterberisiko

Falsche vegetarische Ernährung ungesünder als Konsum von rotem Fleisch 

Vegetarisches Steak
Vegetarier, die u.a. auf industriell verabeitete Fleischersatzprodukte setzen, schaden ihrer Gesundheit mehr als FleischesserFoto: Getty Images

Zu viel rotes Fleisch macht krank, das stimmt. Doch laut einer neuen US-Studie kann eine falsche vegetarische Ernährung das Krankheits- und damit Sterberisiko weit mehr erhöhen.

Eine hauptsächlich pflanzenbasierte Kost gilt als die gesündeste Ernährungsform. Denn rotes Fleisch, insbesondere Wurst und Schinken, fördern entzündliche Prozesse im Körper, was das Risiko für zahlreiche Krankheiten erhöht (FITBOOK berichtete). Allerdings lebt es sich unter bestimmten Voraussetzungen als Veggie-Anhänger weit ungesünder, sagen Forscher der Loma Linda University in Kalifornien. Denn: eine falsche vegetarische Ernährung sorgt für ein deutlich höheres Sterberisiko.

Studie mit über 77.000 Teilnehmern

Das Forscherteam ließ 77.437  Frauen und Männer einen Fragebogen ausfüllen, bei denen sie aus über 200 Lebensmitteln ankreuzten, welche davon Teil ihrer täglichen Ernährung sind. Darüber hinaus machten die Probanden Angaben zu Gewicht, Krankengeschichte, Alkoholkonsum, Schlaf, Bewegung, Lebensstil etc. Siebeneinhalb Jahre später waren 9293 Personen verstorben. Was war die Todesursache, an welchen Krankheiten litten sie und wie ernährten sie sich? Um eine noch größere Erkenntnis zu erlangen, entwickelten die Wissenschaftler ein statistisches Modell, das ihnen half, jede Variable unabhängig von anderen zu betrachten, darunter spezifisch die Aufnahme von ultraverarbeiteten Lebensmitteln. Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell im Fachmagazin „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht. 1

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Unter welchen Voraussetzungen eine vegetarische Ernährung für das höchste Sterberisiko sorgt

„Unsere Studie geht der Frage nach, was eine vegetarische Ernährung gesund oder ungesund machen kann“, erklärt Studienleiter Prof. Gary Fraser in einer Universitätsmitteilung. „Es scheint, dass der Anteil an ultra-verarbeiteten vegetarischen Lebensmitteln in der Ernährung in Bezug auf das Sterberisiko tatsächlich wichtiger ist als der Anteil an tierischen Lebensmitteln.“ Mit vegetarischen ultra-verarbeiteten Lebensmitteln meint der Experte vor allem Süßigkeiten, Soft Drinks und bestimmte Fleischersatzprodukte.

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So krank machen ultra-verarbeitete Lebensmittel wirklich

Ein hoher Verzehr besagter Lebensmittel wird mit der Entstehung von Atemwegs-, Nierenerkrankungen und neurologischen Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht – insbesondere Alzheimer und Parkinson. Viel rotes Fleisch dagegen kann das Risiko für Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten erhöhen. Aus diesem Grund bewertete das Team Sterblichkeitsrisiken von zwei voneinander unabhängigen Ernährungsfaktoren:

  • Der Anteil der Ernährung, der aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln im Verhältnis zu frischen Produkten besteht.
  • Der Anteil der Ernährung, der aus tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Eier und Milchprodukte) im Verhältnis zu pflanzlichen Lebensmitteln besteht.

Bis zu 14 Prozent höheres Sterberisiko

Anhand ihrer Analyse-Methode errechneten Fraser und sein Team, dass Menschen, die 50 Prozent ihrer Gesamtkalorien aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln bezogen, einer 14 Prozent höheren Sterblichkeit gegenüberstanden als Menschen, die nur 12,5 Prozent ihrer Gesamtkalorien aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln erhielten. „Unsere Studie zeigt, wie es möglich ist, ein schlechter Vegetarier oder ein guter Nicht-Vegetarier zu sein“, so Fraser. Zum Vergleich: Wer täglich etwa 40 Gramm rotes Fleisch verputzt, erhöhe sein Sterberisiko „nur“ um 8 Prozent – sofern er von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln weitestgehend die Finger lässt.

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Fazit: Vegetarier sein, ist nicht gleich gesund

Insgesamt, so Fraser, habe die Studie gezeigt, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung, die aus den falschen Lebensmitteln besteht, extrem ungesund sein kann und somit das Sterberisiko erhöht. „Wenn Sie daran interessiert sind, länger zu leben, sollten Sie eine Ernährung mit stark verarbeiteten Zutaten vermeiden“, sagt Fraser. „Machen Sie zudem rotes Fleisch zur Ausnahme. So einfach ist das.“

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