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Studie zeigt

Überraschender Zusammenhang zwischen Ernährungs-Apps und Abnehmen

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Laut einer Studie soll das Tracken von Mahlzeiten mit einer Ernährungs-App sich positiv auf das Abnehmen auswirken Foto: Getty Images/d3sign
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Isa Kabakci
Redakteur

1. September 2026, 10:01 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wer abnehmen möchte, kann mit Ernährungs-Apps festhalten, was täglich auf dem Teller landet. Doch spielt es für den Abnehmerfolg eine Rolle, wie regelmäßig Nutzer ihre Mahlzeiten dokumentieren? Forscher haben diese Frage anhand der Daten von mehr als 5000 Nutzern einer Ernährungs-App untersucht.

Wer öfter trackt, nimmt wohl mehr ab

Je häufiger die Nutzer ihre Ernährung protokollierten, desto mehr Gewicht verloren sie innerhalb von sechs Monaten. Personen, die an sechs bis sieben Tagen pro Woche Einträge machten, verloren im Durchschnitt 11,3 Prozent ihres Körpergewichts. Bei weniger als zwei Tracking-Tagen pro Woche waren es 6,8 Prozent.

Auch ein Gewichtsverlust von mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts – eine Größenordnung, die als gesundheitlich bedeutsam gilt – wurde bei häufigem Tracking öfter erreicht: 80 Prozent der Nutzer mit sechs bis sieben Tracking-Tagen pro Woche schafften dies, verglichen mit 52 Prozent derjenigen, die an weniger als zwei Tagen pro Woche ihre Ernährung dokumentierten.

So wurde die Studie durchgeführt

Die Selbstbeobachtung der eigenen Ernährung ist Bestandteil vieler Programme zur Gewichtsabnahme. Frühere Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass digitale Anwendungen dabei helfen können. Weniger klar war jedoch, welche Rolle die Häufigkeit des Ernährungstrackings spielt.

Deshalb werteten die Forscher Daten von Nutzern aus, die sich im Mai 2025 bei einer Ernährungs-App angemeldet hatten und abnehmen wollten. Anders als in einer kontrollierten Studie erhielten die Teilnehmer keine besondere Betreuung durch die Forscher, sondern verwendeten die App selbstständig im Alltag.1

In die Auswertung flossen Daten von 5132 Erwachsenen ein, die über sechs Monate regelmäßig Angaben zu ihrem Gewicht gemacht und ihre Ernährung an mindestens 21 Tagen protokolliert hatten. Untersucht wurde vor allem, wie häufig sie ihre Ernährung erfassten und wie sich ihr Körpergewicht entwickelte. Bei der statistischen Auswertung berücksichtigten die Wissenschaftler unter anderem Alter, Geschlecht und den Body-Mass-Index (BMI) zu Beginn der Untersuchung.

Weitere Ergebnisse der Studie im Detail

Die 5132 untersuchten Nutzer waren im Durchschnitt 42 Jahre alt und wogen zu Beginn im Schnitt rund 92 Kilogramm. Knapp drei Viertel waren Frauen. Nach sechs Monaten hatten die Teilnehmer im Durchschnitt 9,3 Kilogramm beziehungsweise 9,5 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren.

Rund 70 Prozent reduzierten ihr Gewicht um mindestens fünf Prozent, knapp 45 Prozent sogar um mindestens zehn Prozent. Neun Prozent der Teilnehmer nahmen während des Untersuchungszeitraums dagegen zu.

Dabei zeigte sich ein deutlicher stufenweiser Zusammenhang: Mit jedem zusätzlichen Tag pro Woche, an dem die Ernährung dokumentiert wurde, stieg auch die Wahrscheinlichkeit, mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts zu verlieren. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Forscher Unterschiede bei Alter, Geschlecht und Ausgangs-BMI statistisch berücksichtigt hatten.

Nicht nur die Zahl der Tracking-Tage spielte eine Rolle. Auch Nutzer, die besonders lange ohne Unterbrechung ihre Ernährung dokumentierten, verloren im Durchschnitt mehr Gewicht. Bei mehr als 90 aufeinanderfolgenden Tracking-Tagen betrug der Gewichtsverlust durchschnittlich 11,6 Prozent. Bei Personen, deren längste Serie höchstens sieben Tage dauerte, waren es 4,2 Prozent.

Wer weniger unterbricht, nimmt besser ab

Interessant ist, dass tägliches Tracking offenbar nicht nötig war, um einen deutlichen Zusammenhang zu sehen. Nutzer, die ihre Ernährung nur an zwei bis unter drei Tagen pro Woche dokumentierten, verloren im Durchschnitt 7,35 Prozent ihres Körpergewichts. Mehr als die Hälfte von ihnen erreichte einen Gewichtsverlust von mindestens fünf Prozent.

Zudem kam es offenbar nicht nur darauf an, wie oft die Teilnehmer ihre Ernährung erfassten, sondern auch darauf, wie kontinuierlich sie dies taten. Längere Phasen ohne Unterbrechung waren mit einem größeren Gewichtsverlust verbunden.

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Stärken und Schwächen der Studie

Die Studie umfasst mit 5132 Teilnehmern vergleichsweise viele Nutzer und beobachtete deren Gewichtsentwicklung über sechs Monate. Die Forscher überprüften ihre Ergebnisse zudem mit verschiedenen statistischen Verfahren.

Allerdings lässt sich das Ergebnis nur eingeschränkt auf alle Nutzer von Ernährungs-Apps übertragen. In die Analyse gingen lediglich 1,2 Prozent der ursprünglich mehr als 400.000 neuen „App-Nutzer ein. Sie mussten die App regelmäßig nutzen und fortlaufend ihr Gewicht eintragen. Zudem waren die berücksichtigten Teilnehmer im Durchschnitt deutlich älter (42 im Vergleich zu 29 Jahren) und hatten einen höheren Ausgangs-BMI (32,4 gegenüber 29,4) als die ausgeschlossenen Nutzer.

Hinzu kommt, dass wichtige Einflussfaktoren nicht erfasst wurden. Dazu zählen etwa Motivation, Bewegung, Schlaf und die Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsabnahme wie GLP-1-Rezeptoragonisten. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, welchen Anteil das Ernährungstracking selbst am Gewichtsverlust hatte.

Zu berücksichtigen sind außerdem mögliche Interessenkonflikte: Beide Autoren arbeiten für die App, die in der Studie genutzt wurde. Einer von ihnen ist zudem Mitgründer, Geschäftsführer und Anteilseigner des Unternehmens. Eine externe Finanzierung gab es nach Angaben der Autoren nicht.

Das zeigen frühere Studien

Der Zusammenhang zwischen Tracking-Häufigkeit und Abnehmerfolg ist auch aus kontrollierten Untersuchungen bekannt. Ein US-Forschungsteam wertete die Daten von 142 Teilnehmern eines 24-wöchigen Online-Abnehmprogramms aus und maß das Gewicht anders als in der neuen Analyse vor Ort.2 Auch hier war die Häufigkeit entscheidend: Wer mindestens fünf Prozent seines Gewichts verlor, öffnete das Ernährungstagebuch im Schnitt 2,4-mal pro Tag, bei geringerem Erfolg waren es 1,6-mal. Die reine Zeit, die dafür aufgewendet wurde, machte dagegen keinen Unterschied – und sie sank im Studienverlauf von gut 23 auf knapp 15 Minuten täglich. Offenbar wird das Protokollieren mit der Übung effizienter.

Wie viel eine App tatsächlich bewirkt, zeigt allerdings erst der Vergleich mit einer Kontrollgruppe. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fasste elf systematische Reviews mit insgesamt 261 Einzelstudien und mehr als 62.000 Teilnehmern zusammen.3 Das Ergebnis fällt deutlich bescheidener aus: Wer eine App nutzte, verlor im Schnitt 1,3 Kilogramm mehr als die Vergleichsgruppe. Der große Gewichtsverlust in der neuen Auswertung dürfte also nur zu einem kleinen Teil auf die App selbst zurückgehen – und zu einem großen Teil darauf, wer sich überhaupt für konsequentes Tracking entscheidet und durchhält.

Quellen

  1. Oreshko, S., Heikkinen, S. (2026). Association Between Daily Food-Tracking Frequency and Clinically Significant Weight Loss: Retrospective Cohort Study of 5132 Mobile App Users. J Med Internet Res 2026;28:e98144 ↩︎
  2. Harvey, J., Krukowski, R., Priest, J., & West, D. (2019). Log Often, Lose More: Electronic Dietary Self-Monitoring for Weight Loss. Obesity (Silver Spring, Md.), 27(3), 380–384. https://doi.org/10.1002/oby.22382 ↩︎
  3. Couto, F. D. F. S., & de Almeida, C. P. B. (2025). Mobile and Web Apps for Weight Management in Overweight and Obese Adults: An Updated Umbrella Review and Meta-Analysis. International journal of environmental research and public health, 22(7), 1152. https://doi.org/10.3390/ijerph22071152 ↩︎

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