16. Februar 2026, 11:08 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms hängt eng mit der Qualität der Ernährung zusammen. Sie beeinflusst, welche Darmbakterien sich ansiedeln und wie stabil diese Gemeinschaften sind. Eine umfangreiche Studie ordnet vor diesem Hintergrund systematisch ein, wie Ernährung, Darmbakterien und ausgewählte Gesundheitsmarker miteinander verknüpft sind.
Was wurde in der Studie untersucht?
Eine im Fachjournal „Nature“ veröffentlichte Großstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährung, Darmmikrobiom und Gesundheitsmarkern bei 34.694 Erwachsenen aus den USA und Großbritannien.1 Analysiert wurden die im Darm nachweisbaren Bakterien. Zudem werteten die Forscher detaillierte Ernährungsprotokolle, Körpermessungen und Blutwerte aus. Ziel war es, Darmbakterien danach einzuordnen, wie günstig oder ungünstig sie statistisch mit etablierten Gesundheitsmarkern zusammenhängen. Daraus entstand ein Ranking, das Bakterien danach bewertet, ob sie bei Menschen mit besseren oder schlechteren Gesundheitswerten häufiger vorkommen. Die Ergebnisse wurden zusätzlich in unabhängigen Datensätzen sowie in zwei kontrollierten Ernährungsinterventionsstudien überprüft.
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Die Ergebnisse
Die Auswertung zeigte konsistente Muster dafür, wie bestimmte Darmbakterien mit Ernährung und Gesundheitsmerkmalen zusammenhängen.
Die Forscher identifizierten 661 im Darm häufig nachweisbare Bakterienarten, die unterschiedlich stark mit Gesundheitswerten verknüpft waren.
- Günstig bewertete Bakterienarten traten häufiger bei Menschen mit niedrigerem Body-Mass-Index, günstigeren Blutfettwerten, stabilerem Blutzucker und geringeren Entzündungswerten auf.
- Ungünstig bewertete Bakterienarten waren in externen Vergleichsdatensätzen häufiger bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, Typ-2-Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen sowie entzündlichen Darmerkrankungen vertreten.
- Menschen mit normalem Körpergewicht besaßen im Schnitt 5,2 Arten mehr aus der Gruppe der 50 vorteilhaftesten Bakterien als Menschen mit Adipositas.
- In zwei kontrollierten Ernährungsinterventionsstudien mit insgesamt 746 Teilnehmern veränderte sich das Darmmikrobiom messbar. Günstig bewertete Bakterien nahmen zu, ungünstig bewertete nahmen ab. Diese Veränderungen traten vor allem dann auf, wenn die Ernährung ballaststoffreicher wurde, eine größere pflanzliche Vielfalt enthielt und die Gesamtqualität der Ernährung stieg.
- Viele der besonders positiv bewerteten Bakterienarten sind wissenschaftlich bislang kaum erforscht und konnten bisher noch nicht im Labor gezüchtet werden.
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Was bedeutet die Studie?
Die Studie zeigt, dass das Darmmikrobiom eng mit Ernährung und wichtigen Gesundheitswerten zusammenhängt. Das neu entwickelte Ranking von ZOE, einem Unternehmen für personalisierte Ernährung, ordnet Darmbakterien systematisch nach ihrem statistischen Gesundheitsbezug, ohne dabei direkt Ursache und Wirkung zu belegen. Gleichzeitig zeigen die Interventionsstudien, dass sich das Mikrobiom durch eine ballaststoffreiche, insgesamt hochwertigere Ernährung messbar in eine günstigere Richtung verschieben lässt, während die getestete Probiotika-Supplementierung keine vergleichbar konsistente Wirkung zeigte. Das Ranking kann helfen, Ernährungsstrategien besser einzuordnen und personalisierte Ansätze weiterzuentwickeln.
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