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Gut für Leber, Magen und Lunge – die gesunden Effekte von Kardamom

Kardamom
Kardamom kann laut Forschung die Gesundheit unserer Organe fördern Foto: Getty Images/ajaykampani
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FITBOOK Redaktion

5. Januar 2026, 4:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

In Lebkuchen und Co. darf Kardamom während der Winterzeit hierzulande nicht fehlen. Dabei ist das kostbare Gewürz so gesund, dass wir es eigentlich das ganze Jahr über genießen sollten. FITBOOK verrät, was die süßlich-frische Kapselfrucht laut Forschung alles kann.

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Kardamom – das bessere Mundwasser

In der indischen und arabischen Küche gilt Kardamom als eines der wichtigsten Gewürze und wird deshalb auch als „Königin der Gewürze“ bezeichnet. Ob in Currys, Chai, Gebäck oder Kaffee – Kardamom muss rein. Die aphrodisierende Wirkung, die den süßlich-scharfen Kapseln nachgesagt wird, ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Dafür aber eine Reihe anderer, bemerkenswerter Eigenschaften, die das gesunde Gewürz auf unseren Organismus hat.

In besagten Kulturen ist es üblich, nach einem üppigen Mahl zur Erfrischung eine Kardamom-Kapsel zu kauen. Diese Angewohnheit vertreibt nicht nur üble Gerüche, sie tötet auch kariesfördernde Bakterien ab.1 Und das besser als so manches moderne Mundwasser, wie eine groß angelegte Untersuchung aus dem Jahr 2012 ergab.2 Indische Forscher fanden unter anderem heraus, dass Kardamom-Extrakt dazu in der Lage ist, mehr als die Hälfte aller unerwünschten Erreger im Speichel abzutöten. Da ein angenehmer Atem und gesunde Zähne bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle spielen, könnte dies vielleicht etwas mit der nachgesagten aphrodisierenden Wirkung zu tun haben?

Wirkung auf Sauerstoffaufnahme beim Training

Bestimmte Verbindungen im Kardamom sorgen dafür, dass mehr Sauerstoff über die Atmung ins Blut gelangt. In einer schon etwas älteren Studie wurde eine Gruppe von Teilnehmern gebeten, eine Minute lang ätherisches Kardamom-Öl einzuatmen, bevor sie für 15 Minuten auf ein Laufband geschickt wurde. Diese Gruppe hatte im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant höhere Sauerstoffaufnahme.

Dass Kardamom bei Asthma-Anfällen die Atemwege entspannt und so die lebenswichtige Sauerstoffversorgung garantiert, hat eine Untersuchung mit Ratten und Kaninchen ergeben.3

Apropos Lunge: Kaugummi mit Kardamom-Geschmack hilft nachweislich bei der Raucherentwöhnung: Das Gewürz hemmt das Verlangen nach Nikotin.4

Kardamom unterstützt gesunde Leberfunktionen

In der Vorweihnachtszeit und an den Festtagen muss die Leber Doppelschichten einlegen und meist bekommt sie die Extra-Belastung auch recht gut hin. Kardamom erweist sich dabei laut zahlreicher Studien – da es um potenziell tödliche Krankheiten wie Leberzirrhose, Leberentzündung oder Fettleber geht, wurden sie an Ratten durchgeführt – als hilfreicher Unterstützer. Bei Versuchen mit Kardamompulver (Extrakt) zeigte sich, dass Leberschäden nahezu ungeschehen gemacht werden konnten.5 Bei der direkten Übertragung solcher Studienergebnisse auf den Menschen ist bekanntlich Vorsicht geboten – doch ist davon auszugehen, dass Kardamom eine gesunde Leberfunktion zumindest unterstützen kann.

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Kardamom hindert bei Mäusen Krebszellen am Wachsen

Kardamom hat offenbar die Eigenschaft, das Wachstum von Krebs- und Tumorzellen zu bremsen. Eine erste Studie, bei der Mäuse künstlich mit Hautkrebs „infiziert“ wurden, brachte zutage, dass hochgerechnet 500 Milligramm Kardamom pro Kilogramm Körpergewicht ausreichten, um nach drei Monaten festzustellen, dass sich der Krebs bei den meisten der Tiere (70 Prozent) nicht weiterentwickelte. Bei der unbehandelten Kontrollgruppe blieben nur 10 Prozent gesund.

Untersuchungen an menschlichen Krebszellen und Kardamom liefern ähnliche Ergebnisse; allerdings bisher nur unter Laborbedingungen.6 Dabei wurde auch ausgemacht, um welche Substanz es sich genau handelt: γ-Bisabolen. Der Wirkstoff ist einer der Hauptkomponenten im Kardamom und wird der Wissenschaft sicherlich noch viel Freude bereiten.

Kardamom hilft bei Verdauungsproblemen

Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, ein gereizter Magen – alles klassische „Zipperlein“ zur Weihnachtszeit. Doch das in Kauf zu nehmen, ist keinesfalls gesund. Die in Kardamom enthaltenen ätherischen Öle (u.a Hydroxyzimtsäure) in der indischen Medizin seit jeher gegen Verdauungsleiden eingesetzt – und allem, was damit zusammenhängt.7 Diese sekundären Pflanzenstoffe fördern die Bildung von Speichel, Magen- und Gallensaft; und sie regen auch den Appetit an. Darum wird Kardamom traditionell ebenso dafür eingesetzt, Menschen nach langer Krankheit dazu zu bringen, wieder größere, stärkendere Portionen essen zu können.

Quellen

  1. Mariem, Souissi., Jabrane, Azelmat. et al. (2020). Antibacterial and anti-inflammatory activities of cardamom (Elettaria cardamomum) extracts: Potential therapeutic benefits for periodontal infections. Anaerobe, Volume 61. ↩︎
  2. Ghanwate, N. A., Thakare, P. V. (2012). Antimicrobial and synergistic activity of ingredients of betel quid on oral and enteric pathogens. Bioscience Discovery. ↩︎
  3. Khan, A. U., Jabeen, Q. et al. (2011). Pharmacological basis for the medicinal use of cardamom in asthma. Bangladesh Journal of Pharmacology ↩︎
  4. Cohen, LM., Collins, FL, Jr. et al. (2010). The effect of chewing gum flavor on the negative affect associated with tobacco abstinence among dependent cigarette smokers. Addict Behav. ↩︎
  5. Nitasha, Bhat, GM., Nayak N. et al. (2015). Comparison of the efficacy of cardamom (Elettaria cardamomum) with pioglitazone on dexamethasone-induced hepatic steatosis, dyslipidemia, and hyperglycemia in albino rats. J Adv Pharm Technol Res. ↩︎
  6. Jou, YJ., Chen, CJ., Liu, YC. et al. (2015). Quantitative phosphoproteomic analysis reveals γ-bisabolene inducing p53-mediated apoptosis of human oral squamous cell carcinoma via HDAC2 inhibition and ERK1/2 activation. Proteomics. ↩︎
  7. Korikanthimath, V. S., Prasath, D. et al. (2001). Medicinal properties of Elettaria cardamomum. Research Gate. ↩︎

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