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Bin ich betroffen?

6 deutliche Anzeichen für einen Proteinmangel 

Anzeichen Proteinmangel: Frau trägt Lotion auf
Ihr Körper signalisiert Ihnen, wenn Sie zu wenig Protein zu sich nehmenFoto: Getty Images

Schon ein leichter Proteinmangel wirkt sich negativ auf die Gesundheit auf – welche sechs körperlichen Anzeichen dafür sprechen können.

Extremer Proteinmangel ist in der westlichen Welt eher selten und wenn, dann aufgrund einer Essstörung. Dennoch nehmen viele Menschen durch einseitige Ernährung zu wenig Eiweiß über die Nahrung auf – mitunter unwissentlich. In diesem Fall sendet der Körper Signale, die als Anzeichen für Proteinmangel gedeutet werden können. Wichtig: Bei Verdacht sollten Sie unbedingt zu einem Arzt gehen, denn die genannten Symptome können auch andere, teils schwerwiegendere Gründe haben. Zur Erinnerung: Die empfohlene Proteinmenge für einen Erwachsenen beläuft sich auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Schwaches Immunsystem und häufige Infekte

Schon wieder Grippe, Husten, Schnupfen und Co.? Und das, obwohl ausreichend auf Vitamin C geachtet wurde? Sich regelmäßig Infekte einzufangen, kann ein Anzeichen für Proteinmangel sein. Dafür reichen bereits neun Wochen eiweißarme Kost, wie eine kleine Studie mit postmenopausalen Frauen herausgefunden hat.1 So zeigte sich bei den Probandinnen ein messbar geschwächtes Immunsystem und eine verschlechterte Immunantwort, nachdem sie auf eine proteinarme Diät gesetzt worden waren. Eine weitere Mäusestudie konnte zudem belegen, dass Proteinmangel zu einem besonders schweren Grippeverlauf führte.2 Und: je schwerer das Defizit, desto infektanfälliger.

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Anhaltender Heißhunger

Schwerer Proteinmangel führt zu Appetitverlust. Leichter Proteinmangel hat dagegen den gegenteiligen Effekt.3 Das ist der nachvollziehbare Versuch des Körpers, durch eine erhöhte Kalorienaufnahme das Minus wieder auszugleichen. Denn Hunger ist ein sicherer Garant dafür, dass zumindest etwas Eiweiß wieder reinkommt. Das erklärt auch, warum sich der Heißhunger meist auf herzhafte Speisen beschränkt, kann aber dazu führen, dass Betroffene zu weniger nahrhaften und stark verarbeiteten Fertiggerichten greifen.4 Sollten Sie sich also ständig hungrig fühlen und es fällt zudem schwer, den Essensdrang zu kontrollieren, fügen Sie zu jeder Mahlzeit etwas mageres Protein hinzu. Dafür eignen sich: Hülsenfrüchte, Fisch, Hühnchen, Hüttenkäse oder Tofu.

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Verlust von Muskelmasse

Auf Proteinmangel regiert der Körper mit Muskelabbau – und zwar unverzüglich. Dafür reichen schon wenige Tage Fasten. Denn: Ist das Eiweiß aus der Nahrung knapp, holt sich der Organismus seine Proteine an anderer Stelle. Das ist für eine kurze Zeit nicht weiter problematisch, dafür sind wir ausgelegt. In der Regel ist nach kleinen „Protein-Kur“ samt Bewegung schnell wieder alles beim Alten. Jenseits der 50 verzeiht einem der Körper Mangelphasen nicht mehr ganz so gut. So deuten Studien darauf hin, dass sich der Muskelabbau mit zunehmendem Alter beschleunigt.5 Daher sollten betagtere Menschen täglich etwas mehr Proteine zu sich nehmen, um den natürlichen, altersbedingten Muskelabbau abzubremsen.

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Trockene Haut und brüchige Nägel

Schuppige, trockene Haut und rissige Nägel, die leicht abbrechen, können ebenfalls Anzeichen für Proteinmangel sein. Das Phänomen wird in Fachkreisen Kwashiorkor genannt. Bis es so weit kommt, muss schon allerhand passiert sein. Trotzdem zeigen Untersuchungen, dass eine Protein-Energie-Mangelernährung nicht auf Kinder in Entwicklungsländern beschränkt bleibt, sondern die häufigste Form der Unterernährung bei Krankenhauspatienten in westlichen Ländern ist.6 Auch wird angenommen, dass die damit einhergehenden Hautveränderung mit auf Zinkmangel zurückzuführen sind. Bei Diagnose ist unbedingt ärztlicher Rat gefragt, da neben einer Ernährungsumstellung weitere Behandlungsschritte nötig sind.

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Haarausfall

Haare bestehen aus einem Protein namens Keratin, das in den Haarfollikeln produziert wird. Außerdem spielt die Aminosäure L-Lysin für ein gesundes Haarwachstum eine wesentliche Rolle.7 Beides generiert der Organismus aus Nahrungsproteinen. Reichen diese nicht aus, werden die Haare glanzlos, stumpf oder fallen aus. Und weil eine schicke Haarpracht nicht zum Leben benötigt wird, ist dies eine der ersten Sparmaßnahmen des Körpers bei anhaltendem Proteinmangel. Übrigens ist Eisen in diesem Zusammenspiel mindestens ebenso wichtig (FITBOOK berichtete). Daher haben einseitig vegan lebende Menschen oft Probleme mit ihren Haaren. Mit etwas Hintergrundwissen ist es allerdings auch mit dieser Ernährungsweise möglich, sich ausreichend mit Proteinen samt Eisen zu versorgen.

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Brüchige Knochen

Auch gesunde Knochen brauchen Protein. Sind sie geschwächt, brechen sie leichter oder es kommt bei eigentlich harmlosen Stößen zu Frakturen, kann dies ein Anzeichen für Proteinmangel sein.8 Dieses Alarmsignal betrifft meist ältere Menschen, insbesondere Frauen. So zeigen Studien mit postmenopausalen Probandinnen, dass eine eiweißreiche Kost nicht nur ihr Risiko für Hüftfrakturen um 69 Prozent verringerte – auch verlangsamte sich ihr Knochenabbau maßgeblich.9 Letzteres ist nämlich leider nicht zu verhindern, aber immerhin mit der richtigen Ernährung auszubremsen.

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