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Knallbunte Süßigkeiten

Krebsforscher warnt eindringlich vor künstlicher Lebensmittelfarbe

Bunte Weihnachts-Süßigkeiten
Mit Lebensmittelfarbe verzierte Weihnachts-Süßigkeiten lassen Kinderherzen höher schlagen. Vom Verzehr rät ein Experte allerdings abFoto: Getty Images

Bunte Süßigkeiten können im Darm krebserregende Prozesse in Gang setzen, warnt ein US-Krebsforscher. Besonders für Kinder, die noch mitten in der Entwicklung stecken, sei synthetische Lebensmittelfarbe besonders schädlich.

Je bunter, desto besser – vor allem Kinder lieben glitzernde Plätzchen-Deko, schreiend pinken oder quietsch-blauen Zuckerguss oder sonstige farbenfrohe Naschereien. Doch sind diese auch unbedenklich? Nein, warnt Prof. Lorne J. Hofseth, Direktor des Zentrums für Darmkrebsforschung in South Carolina. Die dafür verwendete synthetische Lebensmittelfarbe können womöglich Darmkrebs verursachen. Daher sollten auch Erwachsene lieber auf diese künstlichen und extrem verarbeiteten Süßigkeiten verzichten.

Darmkrebsrate unter jungen Menschen nimmt auf besorgniserregende Weise zu

Sei den 1990er-Jahren nimmt Darmkrebs bei Menschen unter 50 Jahren rasant zu. Man geht davon aus, dass die Rate bis zum Jahr 2030 um bis zu 124 Prozent steigen wird, merkt der Experte in seinem im britischen Wissenschaftsmagazin „The Conversation“ veröffentlichen Artikel an. Er vermutet mehrere Gründe für diesen weltweit ansteigenden Trend: der vermehrte Konsum von rotem Fleisch, Zucker, raffiniertem Weißmehl und eben künstlichen Farbstoffen in Lebensmitteln.

„Mir macht Sorgen, wie bunt einige von ihnen sind. Das fällt vor allem jetzt während der Weihnachtszeit auf“, sagt der Krebsforscher. „Viele der Farben, die für Zuckerstangen, Plätzchen, sogar Preiselbeersoße und gebratener Schinken verwendet werden, sind jedoch synthetisch. Und es gibt Hinweise darauf, dass diese künstlichen Lebensmittelfarbstoffe krebserregende Prozesse im Körper auslösen können.“

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Forschung zu Lebensmittelfarbe und Darmkrebs steht noch am Anfang

Hofseth ist selbst an Untersuchungen beteiligt, die die Auswirkungen bestimmter Lebensmittelfarbstoffe auf die Entwicklung von Darmkrebs untersuchen. Auch wenn die Forschung dazu noch am Anfang steht, wird seiner Meinung nach das Gefahrenpotenzial besonders für Kinder massiv unterschätzt. Da wären zum Beispiel die Azofarbstoffe, die aus einer aus Erdöl gewonnenen, als krebserregend eingestufte Chemikalie namens Naphthalin synthetisiert werden. Einige von ihnen sind in der EU wie in den USA nach wie vor für die Verwendung von Lebensmitteln zugelassen.

Wie Darmkrebs durch falsche Ernährung begünstigt wird

DNA-Schäden sind die Hauptursache für Darmkrebs, aber auch Entzündungen können die tückische Krankheit begünstigen. So könne laut Hofseth eine schlechte Ernährung langfristig zu „köchelnden Entzündungen“ im Darm führen, welche die Zellen unbemerkt weiter schädigen, da sie ohne Symptome verlaufen. Solche Entzündungen werden auch stille Entzündungen genannt. Der Beweis von Kausalitäten in diesem Bereich ist allerdings schwierig.

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Darmbaktrien wandeln synthetische Lebensmittelfarbe in krebserregende Moleküle um

Lebensmittelhersteller bevorzugen synthetische Farbstoffe gegenüber natürlichen Farbstoffen wie Rübenextrakt, weil sie billiger und länger haltbar sind und den Produkten eine besonders intensive Farbe verleihen. Nur „schmecken“ den empfindlichen Darmbakterien diese künstlichen Stoffe überhaupt nicht, sodass beim Abbau krebserregende Moleküle entstehen, erklärt der Experte weiter. Darüber hinaus wurde in Studien bereits belegt, dass synthetische Farbstoffe die DNA von Nagetieren massiv schädigen.

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Synthetische Lebensmittelfarbe für Kinder besonders schädlich

Problematisch: Ein Großteil der für Kinder vermarktete Produkte enthält synthetische Lebensmittelfarbe. Doch sind gerade die Kleinsten besonders anfällig für Umweltgifte, da sich ihr Körper und oft auch noch ihr Mikrobiom im Darm in der Entwicklung befindet. Angesichts der Tatsache, dass vor allem Kinder auf unnatürlich bunte Süßigkeiten abfahren, sollten Eltern rechtzeitig einen Riegel vorschieben, fordert Hofseth. Hier und da ein buntes Plätzchen löst zwar noch keine Krebserkrankung aus, in der Masse sind solche Naschereien auf Dauer schädlich.

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