Signa Sports United erhält einen benötigten und bereits zugesagten Kredit von 150 Millionen Euro doch nicht. Damit geraten diverse Sport-Online-Shops in Bedrängnis. Foto: Getty Images
Vielen dürfte der österreichische Milliardär René Benko im Zusammenhang mit Galeria Karstadt Kaufhof ein Begriff sein. Jetzt scheint er dafür verantwortlich zu sein, dass ein großer Fahrradhändler insolvent gehen könnte oder – Gerüchten zufolge – bereits insolvent ist.
René Benko, Gründer der Signa Holding, zu der auch der Online-Händler Signa Sports United (SSU) gehört, hat Entscheidungen getroffen, die einen Beben im deutschen Sporthandel nach sich ziehen könnten. So berichtet das „Manager Magazin“, dass Benko die Filialkette Sportscheck an den britischen Sport- und Modehändler Fraser abtritt. Ebenso zog der Österreicher Kreditzusagen an Signa Sports United zurück. Der Stopp dieses Geldflusses könnte insgesamt 80 zu Signa Sports United gehörende Online-Händler in Bedrängnis bringen. In akute Notlage scheint dadurch bereits ein großer Fahrradhändler gekommen zu sein. Laut „mtb-news.de“ soll „Fahrrad.de“ bereits insolvent sein.
René Benko bzw. die Signa Holding zogen Kreditzusagen in Höhe von 150 Millionen Euro zurück. Ein entsprechendes Schreiben veröffentlichte Signa Sports United auf ihrer Unternehmens-Webseite. Dabei habe es sich um eine fest zugesagte Summe gehandelt, auf die sich die SSU „zur Erfüllung seiner kurzfristigen Verpflichtungen und zur Bewertung der Unternehmensfortführung des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften“ verlassen habe. Weiter heißt es, dass die SSU seit der Zusage der Finanzspritze 7 Millionen der 150 Millionen abgerufen habe, 143 Millionen Euro allerdings noch nicht. Vor diesem Hintergrund scheint nun also unklar zu sein, wie es bei der SSU weitergehen wird.
Der österreichische Unternehmer und Investor René Benko gründete die Signa Holding GmbH im Jahr 2000 Foto: Getty Images
Auch der große Online-Fahrradhändler „Fahrrad.de“ gehört zur SSU und scheint betroffen zu sein. Wer die Website aufruft, wird jedenfalls ganz oben und rot unterlegt auf ein Problem hingewiesen. „Achtung: Aktuell keine Retourenabwicklung möglich!“ heißt es dort. Derselbe Hinweis befindet sich auch auf anderen Seiten von SSU-Shops, so etwa bei Tennis-Point und Padel-Point.
Doch die Redaktion „mtb-news.de“ möchte noch mehr erfahren haben. So liege ihr der Screenshot einer E-Mail an Lieferanten vor, aus der hervorgehe, dass die Internetstores GmbH vor Gericht gehen werde, um einen Insolvenzantrag zu stellen. Zu den Marken der GmbH gehört auch Fahrrad.de. Weitere sind: Bikester, Probikeshop, Brügelmann, Votec oder Campz. Die Echtheit der E-Mail konnte allerdings bisher nicht bestätigt werden. Eine Anfrage von FITBOOK an die Internetstores GmbH blieb bislang unbeantwortet.
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