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„Die Höhle der Löwen“

Wird „ÖselBirch“ das gesunde Trendgetränk?

Beim Start-up von Gründerin Anne-Liis Theisen dreht sich alles um Birkenwasser, ein nordisches Traditionsgetränk. In der „Höhle der Löwen“ wird sie die prominenten Investoren um eine Finanzspritze in Höhe von 60.000 Euro (gegen 20 Prozent der Unternehmensanteile) bitten, um „ÖselBirch“ in Deutschland bekannt und breitflächig verfügbar zu machen. Was ihr Produkt besonders machen soll, lesen Sie hier.

Beim Namen „ÖselBirch“ könnte man auch eine österreichische Version von Bircher Müsli vermuten. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein Getränk, das wesentlich gesünder sein soll als der Schweizer Frühstücksklassiker, und aus Ösel in Estland kommt. Seine Hauptzutat: Birkenwasser.

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Herstellung von Birkensirup
In Teilen Osteuropas üblich, läuft die Gewinnung von Birkenwasser ähnlich ab wie die von Ahornsaft. Nach dem Bohren muss der Stamm mit Baumwachs verschlossen werden.Foto: dpa Picture Alliance

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Birken-was??

Das Birkenwasser wird während weniger Wochen im Frühjahr gewonnen, wenn der schlimmste Bodenfrost bereits verschwunden ist; das Naturprodukt muss daher haltbar gemacht werden. Und das geschieht durch Fermentieren.

Anne-Liis Theisel hat von ihrer Großmutter die Kunst des Birkenwasser-Zapfens erlernt und will aus dem Traditions- nun ein Trendgetränk machen. In Estland ist die Firma ÖselBirch, hinter der außer ihr auch ihre vier Geschwister stecken, bereits auf dem Markt; mit finanzieller Hilfe der VOX-Investoren soll es nun auch in Deutschland schmecken. Zum Sortiment gehören neben dem Basisprodukt auch Birken-Erfrischungsgetränke mit Rhabarber-, Sanddorn– oder Minze-Zusatz.

Das Besondere am Produkt

Zudem seien ÖselBirch-Drinks zuckerarm und gänzlich frei von künstlichen Konservierungsstoffen oder jedweden chemischen Zusätzen.

Klingt ja schon interessant. Was man sofort sagen kann – ein Schnäppchen ist Birkenwasser nicht. Eine 0,33-Liter-Flasche ÖselBirch soll laut Theisen im deutschen Handel zwischen 2,30 und 2,50 Euro kosten. Ob sich das – zumindest aus gesundheitsförderlicher Sicht – lohnt? FITBOOK fragte einen Ernährungsexperten.

Ist Birkenwasser wirklich gesund?

Um wirklich beurteilen zu können, um Birkenwasser „gesund“ ist, müsste man zunächst eine Studie mit 1.000 Menschen durchführen, erklärt uns Diplom-Ökotrophologe Professor Nicolai Worm. Die Teilnehmer müssten in zwei Gruppen ausgelost werden und über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren jeweils täglich eine definierte Menge Birkenwasser trinken, beziehungsweise ein Placebo-Getränk zu sich nehmen. „Erst nach dieser Zeit müsste man untersuchen, in welcher der beiden Gruppe weniger Krankheiten aufgetreten sind.“

Bereits jetzt zeigt der Experte sich von der ÖselBirch-Website eher amüsiert. „Wenn ich ein Steak anpreisen will, könnte ich genauso schreiben: ‚Ähnlich zu Kokosnusswasser enthält Steak wertvolle Elektrolyte und Spurenelemente“, sagt er uns. Ebenso sei, dass sie „NUR natürliche Inhaltsstoffe und KEINE Konservierungsstoffe oder sonstige Chemie“ enthielten, eigentlich nichts, worauf man hinweisen müsste, wenn man von einem natürlichen Lebensmittel spricht. Gesund sei das aber nicht automatisch.

Geschmacklich konnte ÖselBirch bei den Löwen punkten und auch der sympathische Auftritt von Theisen kam gut an, aber einen Deal bekam die junge Gründerin dennoch nicht. Den Investoren fehlte bei dem saisonalen Produkt die Planbarkeit.