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von FITBOOK

Challenge geschafft!

Wie mich 3 Monate ohne Süßigkeiten verändert haben

Die Challenge ist geschafft. Was Markus aus 3 Monaten ohne Süßigkeiten mitnimmt
Die Challenge ist geschafft. Was Markus aus 3 Monaten ohne Süßigkeiten mitnimmtFoto: FITBOOK

Ein Vierteljahr ist um und ich bin tatsächlich stark geblieben: Challenge erfolgreich bestanden! Statt mich seitdem wieder mit Süßigkeiten vollzustopfen, merke ich, dass meine Wahrnehmung eine andere geworden ist. Sehr zur Freude der Pistazienindustrie.

Ich sitze hier mit meinem angebissenen Cookie und will mit Ihnen darüber sprechen, wie ich 3 Monate lang heroisch einfach keine Süßigkeiten aß. Das wäre doch mal ein drolliger Einstieg – allein es stimmt nicht. Nix davon stimmt, also fast nix. Ja, ich sitze hier. Und ja, mit Ihnen sprechen will ich auch. Aber anstelle meines Lieblings-Cookies liegt eine halbe Bananenstaude neben mir. Willkommen zur Parabel der verschenkten Schokoladentafel.

Angesichts der Artikelzeile muss ich wohl kein Geheimnis mehr draus machen: Ich habe die Challenge tatsächlich geschafft. Damit lagen fast 20.000 Menschen falsch, die mir das nicht zugetraut hatten. Hah! (Der Autor grinst selbstgefällig-debil.)

Fleißige FITBOOK-Leser könnten jetzt erwidern: Der Kerl hat ein ganzes Jahr auf Alkohol verzichtet, eh klar, dass er auch 3 Monate lang seine Pfoten von Schokolade lassen kann.

Bevor ich zu meinem persönlichen Fazit komme, kehre ich nochmal ganz an den Anfang zurück.

Am Anfang (der Challenge) war das Bakterium

Einer der Gründe dafür, dass ich mich für die Challenge entschied, war ein FITBOOK-Interview meiner Kollegin Anna Kessler mit der Neurologin und Bestseller-Autorin Dr. Kulreet Chaudhary, genauer gesagt folgender Absatz daraus:

Chaudhary ist überzeugt, dass die Bakterien in unserem Darm dem Gehirn diktieren, worauf wir Appetit haben und damit: was wir letztlich essen. Entsprechend ist ihr Ansatz, das Darmmikrobiom so zu verändern, dass darin die guten Bakterien überwiegen – und man somit automatisch den Appetit auf ungesundes Essen verliert und mehr von dem konsumiert, was dem Körper guttut. Eine Art Umprogrammierung, die eine nachhaltige Essensumstellung bewirken soll.

Das klang für mich irgendwie esoterisch. Bakterien, die über dem Willen eines erwachsenen Menschen stehen sollen, eines Homo sapiens verdammt nochmal!! Gleichzeitig wusste ich aber, wie willenlos ich werden konnte, wenn irgendwo im Großraumbüro eine Schokoladentafel aufgeknistert wurde. Also wollte ich es wissen.

Nach 3 candyfreien Monaten kann ich bestätigen, was ich bei FITBOOK gelesen habe (puh!): Ich habe definitiv weniger Bock auf Süßigkeiten. Und das habe ich allein dadurch geschafft, dass ich auf Süßigkeiten verzichtet habe. Dabei ging ich eigentlich davon aus, die Gier müsste mit jedem Tag ein bisschen größer werden, so wie ich auf Süßkram konditioniert war…

Auch interessant: Sind Süßstoffe wirklich gesünder als Zucker?

Wahrlich eine andere Wahrnehmung

Natürlich kann ich nicht in meinen Darm reinlugen und beweisen, dass da jetzt andere Bakterienstämme rumfleuchen. Ich kann nur sagen, wie ich mich in Bezug auf Süßigkeiten fühle. Deutlich entspannter. Nicht mehr so getrieben. Kein mentales Sabbern mehr, wenn ich an Eis denke. Kein inneres Zusammenzucke(r)n, wenn ich weiß, dass ich in der BILD-Bar gleich auf einen saftigen Brownie treffen werde.

Am ersten Tag nach dem monatelangen Homeoffice-Marathon lag auf jedem Redakteursplatz eine Schokoladentafel. Der Markus von vor 3 Monaten hätte sich gleich darüber hergemacht und so das Thema Frühstück freestyle-mäßig abgehakt. Oder aber er hätte sich selbst betrogen und gesagt, „ich esse davon jeden Tag eine Reihe, echt nicht mehr (!), und habe so eine ganze Woche was davon“. Nur um dann einen (halben) Tag später die leere Verpackung wegzuwerfen.

Stattdessen habe ich die Tafel sofort an einen Kollegen weiterverschenkt. „Was, ich dachte, deine Challenge sei um“, meinte dieser verdutzt. War sie auch – und mit ihr meine Dauerlust auf Schokolade. Wenn ich mittlerweile an klassische Süßigkeiten denke, also an genau das, was ich mir über Jahre ohne nachzudenken reingeschaufelt habe, ist mein erstes Gefühl: Nä! Irgendwie ist mir das zu süß. Denn indem ich ja musste, habe ich mich für neue Snack-Alternativen geöffnet: Pistazien zum Beispiel wurden zum Dauerbrenner, oder aber Naturjoghurt mit Früchten, Mandelmus und etwas Kokosflocken gepimpt. Klar steckt da auch Zucker drin, aber allemal ein paar gefühlte – und geschmeckte – Tonnen weniger.


Alle bisherigen Teile

  1. Ich werde 3 Monate auf Süßigkeiten verzichten und es wird grausam
  2. So lief meine erste Woche ohne (kiloweise) Süßigkeiten
  3. So klappt mein Süßigkeitenverzicht in Zeiten von Corona
  4. Warum sich meine Challenge irgendwie billig anfühlt

Voll (zu) süß aber

Zusammen mit meiner Freundin habe ich in der Nacht vom 31.5. zum 1.6. einen Kuchen gebacken, um das Fastenbrechen ein bisschen zu feiern. Das Resultat konnte sich nicht nur sehen lassen,…

Voll süß aber! Mein Fastenbrechen-Geschenk an mich selbst
Mein Fastenbrechen-Geschenk an mich selbstFoto: FITBOOK

…es schmeckte auch richtig gut. Was ich aber auch beim ersten Bissen dachte: Krass, ist das süß! Mittlerweile sind neun Tage ins Land gegangen, neun Tage, an denen ich wieder essen konnte, was ich wollte. Ich habe seitdem noch immer keine Schokolade angerührt, hatte genau ein Eis und einen Cookie und mir jedes Mal wieder gedacht: Krass, ist das süß! Dass ich irgendwie „geheilt“ aus der Challenge hervorgehe, wurde mir am Wochenende klar. Da hatte ich mir freudestrahlend mein Lieblingseis (mit Peanut Butter Cups) gekauft – und es einfach vergessen zu essen.

Fazit

Darum werte ich meine Challenge als vollen Erfolg: Nicht nur, dass ich meiner Bauchspeicheldrüse mal eine wertvolle Verschnaufpause gegönnt habe, auch meiner mentalen Gesundheit habe ich mit 3 Monaten candyfrei einen echten Gefallen getan. Weil ich mich in puncto Ernährung endlich wieder selbstbestimmt statt (bakteriell) ferngesteuert fühle.