5. August 2026, 9:49 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Monatelang hat man sich auf die Reise gefreut. Endlich heißt es: Koffer packen und ab in den Urlaub. Vor Ort ist dann einfach alles traumhaft schön, wir vergessen den Alltag und genießen das Hier und Jetzt. Doch irgendwann ist alles vorbei und wir kehren zurück nach Hause. Statt sich auf das Vertraute zu freuen, verfällt man – daheim angekommen – plötzlich in große Trübsal, fühlt sich regelrecht depressiv. Dahinter kann das Post-Holiday-Syndrom stecken, wie FITBOOK-Redaktionsleiterin Melanie Hoffmann von Diplom-Psychologin Sandra Jankowski erfuhr.
Wenn die Rückkehr schwerfällt
Nach einer Reise und Auszeit aus dem Alltag kann es schön sein, nach Hause zu kommen – wieder in den eigenen vier Wänden zu sein und im eigenen Bett zu schlafen. Doch manchmal scheint der Körper nach einem Urlaubsabenteuer zwar wieder zurückgekehrt zu sein, dem Kopf mag das aber irgendwie noch nicht gelingen.
Erlebt habe ich das am eigenen Leib, als ich von einer langersehnten Philippinen-Reise (in diesem Artikel habe ich darüber bereits berichtet) zurückkehrte. Statt mit den traumhaften Erinnerungen im Gepäck wieder gestärkt in den Alltag zu starten, fühlte ich mich wie gelähmt, ja, nahezu depressiv. Ich litt am sogenannten Post-Holiday-Blues oder auch Post-Holiday-Syndrom, wie ich auf Nachfrage von Sandra Jankowski erfuhr. Die Psychologin erklärte mir, was es damit auf sich hat.
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Wann lauert der Post-Holiday-Blues?
„Meist tritt dieser ein, wenn der Urlaub richtig schön war und wir ganz genau wissen, dass wir auf den nächsten schönen Urlaub lange warten müssen. Das erzeugt eine negative Grundstimmung. Die Lust an alltäglichen Dingen geht verloren, zu schön waren die Erlebnisse im Urlaub. Es kann aber auch sein, dass der Urlaub nicht ausreichte, um sich genügend zu erholen, vielleicht weil wir trotzdem gearbeitet haben“, erläutert die Expertin gegenüber FITBOOK das Verstimmungstief, das einen nach einer Reise überkommen kann.
Insbesondere anfällig sind Menschen, die im Alltag stark belastet sind oder ihren Urlaub als Flucht aus einem unbefriedigenden Arbeits- oder Lebensumfeld erleben.
Typisch für den Post-Holiday-Blues sind Merkmale wie eine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen oder das Gefühl, sich auf den Alltag überhaupt nicht mehr freuen zu können.
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Das passiert beim Post-Holiday-Syndrom im Körper
Spannend ist, was das Post-Holiday-Syndrom nicht nur im Kopf, sondern im gesamten Körper auslöst. „Der Körper würde dann Stresshormone ausschütten, z. B. Adrenalin, entweder, weil wir noch voll in einer Ruhephase nach dem Urlaub stecken, oder weil wir vom Alltag überfordert sind“, erklärt Jankowski die Wirkung des Post-Holiday-Blues. Nicht nur ein Übermaß an Stresshormonen könnte dabei eine Rolle spielen, so die Expertin, sondern auch ein gewisser Mangel an Hormonen. „Da wir bei einem besonders schönen Urlaub Endorphine, also Glückshormone, ausschütten, könnte es auch sein, dass uns diese Endorphine nach dem Urlaub fehlen.“
Übrigens kann dies nicht nur nach einer Reise geschehen. „Ähnliches ist auch bekannt, wenn man sehr lange Feiern geht und Party gemacht hat“, verrät die Psychologin. „Mit einer richtigen Depression ist das aber nicht vergleichbar, weil das Post-Holiday-Syndrom meist nur ein paar Tage anhält, im Gegensatz zu einer Depression.“
Das hilft gegen das hartnäckige Stimmungstief
„Um schnell aus diesem Post-Holiday-Syndrom rauszukommen, bietet es sich an, selbst für eine positive Stimmung nach dem Urlaub zu sorgen“, rät Jankowski und hat dafür direkt auch ein paar konkrete Tipps: „Starten Sie noch nicht voll in die Arbeit. Bauen Sie Ruhezeiten ein, fangen Sie erst in der Mitte der Woche an, zu arbeiten, anstelle an einem Montag. Sorgen Sie für eine Vertretung während Ihres Urlaubs. Schauen Sie sich danach noch oft Urlaubsbilder an und schwelgen Sie in Erinnerung.“
Dass die Rückkehr aus dem Traumurlaub kurzzeitig aufs Gemüt schlägt, sei grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, betont Jankowski. Oft verschwinde das Tief nach einigen Tagen von selbst. Die schönen Erinnerungen bleiben ohnehin länger als der Blues.