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Flut an Neuigkeiten

Exzessiver Nachrichtenkonsum ist laut Studie ungesund

nachrichtenkonsum ungesund: Frau guckt auf ihr Handy
Forscher weisen auf einen Zusammenhang zwischen dem Nachrichtenkonsum und der Gesundheit hin. Sowohl Frequenz als auch Qualität haben Einfluss auf unser körperliches und psychisches Befinden.Foto: Getty Images

Für viele gehören News zum Alltag. Manche Menschen leiden jedoch unter der Flut an Neuigkeiten, der sie sich ausgesetzt sehen. Hilft Betroffenen nur komplette Abstinenz oder gibt es einen anderen Ausweg?

Täglich prasseln News über verschiedene Kanäle auf uns ein. Wir hören Schüsse in der Ukraine, sehen verheerende Waldbrände, lesen von Coronatoten oder hohen Energiepreisen. Ein Klick führt zum China-Taiwan-Konflikt, der nächste zu einem schweren Verkehrsunfall im eigenen Viertel, dazwischen ploppt eine Eilmeldung auf. Nachrichtenkonsum ist fast überall und jederzeit möglich, kann laut einer Studie ab einer gewissen Menge und auf Dauer aber ungesund werden.

Wenn Nachrichten zum Gesundheitsproblem werden

Einige Menschen scrollen von morgens bis abends immer wieder durch die Newslage und kommen damit gut klar. Andere leiden unter ihrem Nachrichtenkonsum und merken, dass er ihnen nicht guttut und wohl eher ungesund ist. Zwischen dem zwanghaften Drang nach Nachrichten und Gesundheitsproblemen könnte es einer neuen Studie zufolge einen Zusammenhang geben. Bei Menschen mit als problematisch eingestuftem Nachrichtenkonsum besteht demnach ein höheres Risiko für körperliche und psychische Probleme, wie eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler im Fachmagazin „Health Communication“ berichten.1

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Wie sieht ungesunder Nachrichtenkonsum aus?

Die Forschenden beschreiben einen „problematischen Nachrichtenkonsum“ anhand diverser Kriterien: Betroffene überprüfen News etwa unkontrolliert, können sich schwerer von ihnen lösen oder denken auch später noch viel über das Gelesene nach. Die Welt erscheine für sie oft „wie ein dunkler und gefährlicher Ort“, sagte Bryan McLaughlin von der Texas Tech University, einer der Studienautoren. Coronapandemie, Klimawandel, politische Konflikte: „Bei manchen Menschen können solche Ereignisse in den Nachrichten einen ständigen Alarmzustand auslösen.“

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Ablauf der Studie

Um zu erforschen, ob es einen Zusammenhang zwischen problematischem Nachrichtenkonsum und Gesundheit gibt, werteten die Forschenden Daten einer Online-Umfrage unter 1100 Erwachsenen in den USA aus. Dabei ging es um den Medienkonsum, aber auch körperliche Beschwerden und psychische Probleme wie Stress und Ängste.

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Ergebnisse der Analyse

Die Ergebnisse zeigten, dass 16,5 Prozent der Befragten Anzeichen eines „sehr problematischen Nachrichtenkonsums“ aufwiesen. Sie hatten der Analyse zufolge merklich häufiger psychische oder körperliche Erkrankungen. Die Autoren geben dabei aber zu bedenken, dass aus den Daten nicht ersichtlich sei, ob der Medienkonsum tatsächlich die Ursache für die Probleme ist oder ob andere Faktoren dafür eine Rolle spielen.

Gesundheitliche Gefahr durch ständige schlechte Nachrichten

Zur Klärung brauche es anders aufgebaute Studien, sagte Leonard Reinecke, Professor für Medienwirkung und Medienpsychologie an der Universität Mainz, der nicht an der Studie beteiligt war. Klar sei, dass schlechte Nachrichten kurzfristige Negativeffekte auf unsere Stimmung hätten. „Wir nehmen das Weltgeschehen über Nachrichten auf“, so Reinecke. „Wenn ein Krieg in Europa herrscht, wenn Menschen sterben, wenn wir von der Pandemie selbst betroffen sind, dann lässt uns das natürlich nicht kalt.“

Dass Menschen eher auf schlechte Nachrichten klicken, ist laut Nora Walter evolutionär bedingt. Die Professorin für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management war ebenfalls nicht an der Studie beteiligt. „Wir klicken Katastrophen-Schlagzeilen an, um nach Informationen zu suchen, die uns vor einer möglichen Bedrohung schützen“, so Walter. „Aber wenn man sich ständig nur mit negativen Nachrichten umgibt, besteht die Gefahr, dass man irgendwann keinen positiven Gedanken mehr fassen kann.“

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Die Suche nach dem gesunden Umgang mit den Nachrichten

Durch das Internet seien Mediennutzer zu jeder Zeit mit einer grenzenlosen Nachrichtenflut konfrontiert. „Auf Social Media kommt immer wieder eine neue Info, ein neuer Post, ein neues Video. Man scrollt und scrollt“, so Walter. „Da ist es schwierig zu sagen: Jetzt stoppe ich und mache etwas anderes.“ Wenn man sich durch seinen Nachrichtenkonsum beeinträchtigt fühle, könne man ihn aber wieder in den Griff bekommen. Eine Strategie: Man beschränkt sich auf eine gewisse Anzahl an Artikeln pro Tag, erklärt die Psychologin. „Oder man begrenzt sich zeitlich und nimmt sich zum Beispiel eine halbe Stunde zum Lesen. Sobald der Wecker klingelt, hört man auf.“

Auch die Autoren der Studie plädieren dafür, Nachrichten nicht ganz abzuschalten, sondern einen gesunden Umgang mit ihnen zu finden. Die Verantwortung hierfür sehen sie nicht nur bei den Nachrichtenkonsumenten selbst, sondern auch der Medienbranche. Journalisten sollten sich nicht nur auf Aufmerksamkeit generierende Geschichten konzentrieren, so McLaughlin.

Quellen

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