Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Verzicht auf TikTok, Insta & Co.

Der erstaunliche Effekt von einer Woche Social-Media-Pause

Social Media Pause: Frau auf Sofa
Eine Woche lang auf soziale Medien zu verzichten, tut unserer Seele gut – das behaupten jedenfalls britische ForscherFoto: Getty Images

Was passiert, wenn man sieben Tage lang Pause von Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und Facebook macht? Eine britische Studie hat's untersucht und kommt zu dem Schluss: Das Leben wird schöner!

Acht bis neun Stunden pro Woche verbringt ein Großteil der Erwachsenen mit Scrollen, Liken, Kommentieren oder Kommentare lesen. Doch hat das ständige Status-Starren offenbar auch negative Seiten. So scheinen Instagram, Facebook und Co. besonders bei Mädchen und jungen Frauen ein geringeres Selbstwertgefühl sowie Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper zu begünstigen (FITBOOK berichtete). Jetzt sagen Forscher der Universität Bath: Nach nur einer Woche Social-Media-Pause lösen sich viele dieser negativen Gefühle in Luft auf.

Social-Media-Studie mit 154 Personen

Für die Studie teilten die Forscher 154 Personen im Alter von 18 bis 72 Jahren in zwei Gruppen ein. Die eine wurde gebeten, die Nutzung aller sozialen Medien für eine Woche komplett einzustellen, während die Kontrollgruppe weiterscrollen durfte, wie gewohnt. Allen Teilnehmenden war gemein, dass sie regelmäßig (mindestens acht Stunden pro Woche) auf Plattformen wie Facebook, TikTok, Twitter oder Instagram unterwegs sind. Zu Beginn der Studie wurden zudem bei jedem einzelnen Ausgangswerte für Angst, Depression und Wohlbefinden erhoben, heißt es in der Studie, die jetzt im Fachmagazin  „Cyberpsychology, Behavior and Social Networking“ veröffentlicht wurde. 1

Auch interessant: 10 Tage ohne Social Media – „Ich bin abhängiger, als ich dachte“

Experte: „Wir scrollen, ohne nachzudenken“

Besonders tückisch: Viele Nutzer bekommen es gar nicht bewusst mit, wenn sie beispielsweise die Facebook-App öffnen. „Das Scrollen in den sozialen Medien ist so allgegenwärtig, dass viele von uns dies fast ohne nachzudenken tun. Vom Moment des Aufwachens bis zum nächtlichen Schließen der Augen“, erklärt Studienleiter Dr. Jeff Lambert in einer Universitätsmitteilung.2 So stellte sich heraus, dass die Social-Media-Pause nicht jedem komplett gelang. Bildschirmnutzungsstatistiken zeigten, dass die betreffende Gruppe sich während der Untersuchungswoche dennoch ca. 21 Minuten auf den Plattformen tummelte.

Auch interessant: Essstörungen bei Instagram und Co.

Wie eine Woche Social-Media-Pause das Wohlbefinden verbessert

Auch wenn einige Teilnehmer der Abstinenzler-Gruppe hier und da für ein paar Minuten „aus Versehen“ in den sozialen Netzwerken unterwegs waren, berichteten sie nach nur einer Woche von erstaunlichen Veränderungen. Die allgemeine Stimmung verbesserte sich, Angstgefühle und depressive Zustände nahmen erheblich ab. „Dies deutet darauf hin, dass selbst eine kleine Pause Auswirkungen haben kann“, so Lambert.

Auch interessant: Studie warnt vor gefährlichem TikTok-Trend mit Pre-Workout-Pulvern

Ein Phänomen, dessen Auswirkungen auf die Psyche noch nicht absehbar ist

In den letzten 15 Jahren haben soziale Medien unsere Kommunikation revolutioniert. Heute nutzen 97 Prozent der Erwachsenen Instagram und Co. 2011 waren es gerade mal 45 Prozent. „Wir wissen, dass die Nutzung sozialer Medien enorm ist und dass es zunehmend Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die psychische Gesundheit gibt“, betont Lambert abschließend. „Daher wollten wir mit dieser Studie sehen, ob die einfache Aufforderung an die Menschen, eine Woche Pause zu machen, zu psychischen Gesundheitsvorteilen führen kann.“ Der Forscher möchte nun mittels weiterer Studien herausfinden, inwieweit Social-Media-Pausen Minderjährigen oder Personen mit bereits diagnostizierten psychischen Problemen helfen können, das Wohlbefinden zu verbessern.

Quellen

Themen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für