27. September 2026, 8:33 Uhr |
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Katzenbesitzer kennen das Gefühl: Nach dem Streicheln oder Spielen mit ihrer Katze fühlen sie sich oft entspannter. Eine Studie aus Japan zeigt nun, dass bereits zehn Minuten mit dem eigenen Haustier ausreichen können, um die Stimmung messbar zu verändern. Interessanterweise reagiert der Körper dabei anders, als viele erwarten würden.
Ein Forschungsteam der Tokyo University of Agriculture untersuchte 32 Katzenhalter in ihrer gewohnten Umgebung.1 Die Teilnehmer verbrachten an einem Tag zehn Minuten aktiv mit ihrer Katze, etwa durch Streicheln, Spielen oder Füttern. An einem anderen Tag saßen Mensch und Tier lediglich gemeinsam im Raum, ohne bewusst miteinander zu interagieren. Vor, während und nach den Versuchen erfassten die Forscher unter anderem Stimmung, Herzfrequenz sowie verschiedene Stress- und Bindungshormone.
Erregungsgefühl und Herzfrequenz steigen
Nach den zehn Minuten mit ihrer Katze fühlten sich die Teilnehmer subjektiv ruhiger. Die selbst eingeschätzte emotionale Erregung war deutlich niedriger als zuvor. Damit bestätigt die Studie, was viele Katzenhalter aus dem Alltag kennen: Der Kontakt mit dem eigenen Tier kann helfen, abzuschalten und sich besser zu fühlen.
Überraschend: Während sich die Teilnehmer entspannter fühlten, zeigte ihr Körper eine andere Reaktion. Die durchschnittliche Herzfrequenz stieg während der Interaktion von etwa 73 auf rund 79 Schläge pro Minute an. Gleichzeitig nahm die Aktivität des Parasympathikus ab, also jenes Teils des Nervensystems, der normalerweise mit Ruhe und Erholung verbunden wird. Die Forscher vermuten deshalb, dass der Kontakt mit der Katze nicht grundsätzlich einfach nur entspannt. Vielmehr könnte er auch eine positive Form von Aktivierung auslösen, ähnlich wie andere angenehme soziale Interaktionen.
Spannendes Detail der Studie: Wie der Körper reagierte, hing auch von der Aktivität ab. Während aktives Streicheln das Herz auf Trab brachte, förderte das gemeinsame Spielen mit Katzenspielzeug eher die körperliche Erholung.
Keine Veränderungen bei Oxytocin und Cortisol
Bei den untersuchten Hormonen Oxytocin („Kuschelhormon“) und Cortisol („Stresshormon“) fanden die Wissenschaftler keine eindeutigen Unterschiede vor und nach der Interaktion. Allerdings zeigten sich Zusammenhänge zwischen Veränderungen der Herzfrequenz und den Hormonwerten. Ob daraus gesundheitliche Effekte entstehen, ist bislang unklar.
Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Untersuchung mit knapp 30 Teilnehmern recht klein war und überwiegend Frauen teilnahmen. Zudem machten die Halter die Tests eigenständig zu Hause, was Alltagsschwankungen mit sich bringt. Deshalb lassen sich die Ergebnisse noch nicht auf alle Katzenhalter übertragen.
Fazit
Zehn Minuten Zeit mit der eigenen Katze zu verbringen, können offenbar ausreichen, um sich ruhiger und weniger aufgewühlt zu fühlen. Der Körper zeigt dabei aber keine klassische Entspannungsreaktion. Stattdessen scheint Katzenkontakt eine Mischung aus Wohlbefinden und positiver Aktivierung auszulösen.
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