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Experte klärt auf

Ist man weniger fit, wenn man zu lange schläft?

Nach einer guten Mütze Schlaf sind Sie im Büro erst SO RICHTIG müde? Schuld ist wahrscheinlich nicht die Anzahl an Schlafstunden …
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Acht Stunden Schlaf gelten als ideal. Und wenn die Nachtruhe dann einmal länger ausgefallen ist, fühlt man sich am folgenden Tag umso erschlagener – diese Ansicht ist weit verbreitet. FITBOOK hat einen Experten gefragt, ob das wirklich stimmt.

„Besser nicht länger als sieben, acht Stunden schlafen, sonst bist du morgen so richtig kaputt“ – das hat sich wohl jeder schon einmal selbst gesagt, als es darum ging, den Wecker zu stellen. Dabei stimmt es gar nicht, dass man durch zu langes Schlafen umso müder wird. Laut Dr. Michael Feld, Allgemeinarzt und Schlafmediziner aus Frechen, wird umgekehrt ein Schuh draus …

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Das passiert wirklich, wenn man zu lange schläft

Frau unter der Decke

Wenn Sie morgens partout nicht aus den Federn kommen, steckt womöglich eine „Batterieaufladestörung“ dahinter, erklärt der Mediziner
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So viel Schlaf brauchen wir wirklich

Zwar gebe es Menschen, so Feld, die pro Nacht neun bis zehn Stunden Schlaf benötigen, um gesund und fit zu bleiben. Dabei handele es sich aber um höchstens zehn Prozent der Allgemeinheit. 70 bis 80 Prozent der Menschen brauchen sieben bis acht Stunden Schlaf – also die Dauer, die gemeinhin als ideal angesehen wird. Und dann gibt es noch die ‚Kurzschläfer‘ – etwa zehn Prozent der Bevölkerung: „Ihnen genügen vier bis sechs Stunden pro Nacht“, sagt uns der Experte.

Am Wochenende können zehn Stunden normal sein

Der Schlafmediziner räumt ein, dass praktisch jeder von uns unter der Woche ein gewisses Schlafdefizit ansammle. Das seien pro Nacht durchschnittlich eine halbe Stunde bis Stunde, die sich addieren, „so dass wir am Wochenende natürlich ausschlafen wollen und auch müssen.“ Und es funktioniere in der Regel auch ganz gut, den Schlaf am Wochenende nachzuholen. Ausnahme: Man hat eine Nacht durchgezecht – und die steckt einem dann noch etwas länger in den Knochen.

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Mann mit Hangover

Wenn Sie sehr wild gefeiert haben, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn die Nachwehen Sie noch länger beschäftigen!
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Diese Krankheiten sind Sonderfälle

Bei Depressiven und Burnout-Patienten gebe es das tatsächlich: Dass sie sehr lange schlafen und dadurch am nächsten Tag umso kaputter sind. „In der Traumschlafphase werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die eine Depression verschlimmern können“, so der wissenschaftliche Hintergrund in Kurzfassung. Deshalb behandele man das Problem unter anderem per Schlafentzugstherapie, die bei bestimmten psychischen Störungen große Erfolge erziele.

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Fazit

Wer ausnahmsweise mal etwas länger schläft als sonst, hat die Extrastunden im Zweifelsfall gebraucht – und sollte sich am folgenden Tag erholt fühlen. Diejenigen, die scheinbar gar nicht aus dem Bett kommen und sich trotzdem immer wie erschlagen fühlen, sollten sich untersuchen lassen.„ Womöglich steckt eine Krankheit oder Störung dahinter.“

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