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Was ein Mediziner dazu sagt

Einschlafen in 2 Minuten – mit einer Methode des US-Militärs soll es klappen

Einschlafen mit einem Trick des Militärs
Zwei Minuten sollen genügen, um auch in Extremsituationen einschlafen zu können – das verspricht eine spezielle Methode des US-Militärs. FITBOOK fragte einen Somnologen, ob das sein kann.Foto: Getty Images

Wenn Soldat*innen an Schlafmangel leiden, geht das auf Kosten ihrer körperlichen und geistigen Fitness. Und das kann in brenzligen Situationen fatale Folgen haben. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler des US-Militärs eine Methode entwickelt, um in Extremsituationen binnen zwei Minuten einschlafen zu können. Ob sie bei jedem Menschen funktioniert, wollte FITBOOK von einem Schlafforscher wissen.

Beim Militär sieht und erlebt man Dinge, die einen um den Schlaf bringen. Und nicht nur die bloße Erinnerung: Auch das, was in der Nacht passiert, kann Soldaten daran hindern, sich zu erholen. Schlafmangel und Übermüdung haben schon in vielen Kriegen zu fatalen Fehlentscheidungen geführt.

Erfolgsquote soll bei 96 Prozent liegen

Um das zu vermeiden, wurde eine wissenschaftliche Methode entwickelt, wie das US-Online-PortalMediumschreibt: eine zweiminütige Routine, mit der man Tag und Nacht, in jeder Situation und unabhängig von der Geräuschkulisse Schlaf finden können soll. Sechs Wochen habe es gedauert, bis die Maßnahme so ausgefeilt war, dass sie bei 96 Prozent der Kampfflieger funktionierte. Das bedeutet, wie „Medium“-Autorin Sharon Ackman verspricht: „Wenn Sie diese Schritte befolgen, wird das Einschlafen auch für Sie ein Klacks.“ Aber kann das wirklich funktionieren?

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Einschlafen in 2 Minuten: Der Trick des US-Militärs erklärt in 5 Schritten

  • Suchen Sie sich einen möglichst bequemen Platz
    Die Piloten, an denen die Übungen erprobt wurden, sollen aufrecht im Stuhl gesessen haben und konnten wohl nicht mal ihre Beine ausstrecken (Economy-Class-Urlauber werden hier bestimmt hellhörig). Anders gesagt: Dieser Trick soll überall funktionieren. Also: Bringen Sie sich auf einer Sitz-, Lehn- oder Liegegelegenheit einfach in eine möglichst komfortable Position.
  • Beginnen Sie im Gesicht
    Wer es geschafft hat, sein Gesicht vollständig zu entspannen, soll seinem Körper so signalisieren, dass er es ihm nachtun soll. In diesem Sinne: die Augen schließen und dabei tief ein- und ausatmen. Alles soll ruhig sein, bitte keine Miene verziehen! Achten Sie bewusst darauf, nicht nur Stirn und  Mund, sondern die gesamte Gesichtsmuskulatur vollständig zu entspannen.
  • Oberkörper entspannen
    Lassen Sie die Schultern herabsenken, „als würden sie Ihren Körper hinabtreiben“, schreibt Ackman. Konzentrieren Sie sich nun auf Ihre Nackenpartie, die sich komplett reglos anfühlen soll. Nun geht’s an die Armarbeit. Je nachdem, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind, mit dem entsprechend dominanten Arm beginnen und ihn bewusst hängenlassen. „Wenn keine Entspannung einsetzt, spannen Sie die Armmuskulatur fest an und lassen dann locker“, empfiehlt die Autorin. Zuerst der eine, dann der andere: Von oben angefangen bis in die Fingerspitzen sollen sich Ihre Arme komplett taub anfühlen.
  • Die Beine ablegen
    Richten Sie alle Empfindungen auf Ihren rechten Oberschenkel. Wenn er sich anfühlt wie ein lebloses Körperteil, weiter zum Unterschenkel gehen, dann den Knöchel und den rechten Fuß lockerlassen. Die gleichen Befehle nun an das linke Bein senden. „Fühlen Sie, wie die Muskeln taub werden, als würden Ihre Beine in den Boden einsinken.“
  • Den Kopf ausschalten
    Wenn Sie körperlich zur Ruhe gekommen sind, gilt es, auch die Gedanken auszuschalten. Und das ist bekanntlich nicht so einfach. Zum Glück sollen hier 10 Sekunden Geistesabwesenheit reichen – „Das ist alles. Nicht daran denken, was den Tag über schief gegangen ist, wann Sie aufstehen müssen oder Zeit finden, Ihren Partner anzurufen.“ Jede dieser Überlegungen würde laut „Medium“ (ungewollte) körperliche Reaktionen erzeugen.

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Einschlafen mit dem Trick des Militärs: Das sagt der Schlafmediziner

Die Methode des US-Militärs soll sich also im Ernstfall bei Soldat*innen bewährt haben. Aber sollte sich generell jeder etwas davon versprechen? Der Kölner Somnologe und Schlafmediziner Dr. Michael Feld erkennt die Methode als eine abgewandelte Form der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson. „Ihr Effekt basiert darauf, dass man den Kopf verlässt und sich aktiv auf den Körper konzentriert“, so Feld gegenüber FITBOOK.

Der Experte weiß, dass viele Menschen darüber klagen, aufgrund kreisender Gedanken nicht einschlafen zu können. Somit gehe es bei Muskelentspannungsübungen in erster Linie um das Verlassen des Kopfes in Richtung Körper. „Der Trick ist, die Muskeln zuerst stark anzuspannen“, erklärt uns der Fachmann. Durch die Diskrepanz sei die anschließende Entspannung umso stärker. „Das kann manchen Menschen in bestimmten Situationen etwas bringen. Und anderen wiederum nicht.“ Ob und wie stark jemand auf das Prinzip Muskelrelaxation reagiert, sei absolut typabhängig.

Fazit

Die Erfolgsquote beträgt in Wahrheit sehr wahrscheinlich keine 96 Prozent, wie im Beitrag auf „Medium“ behauptet wird. Und dass man sich damit easy in den Schlaf wiegen kann, selbst wenn es um einen herum laut und stressig zugeht, trifft auf viele Menschen bestimmt auch nicht zu. Dennoch: Falls Sie öfter an Einschlafproblemen leiden, ist die Übung auf jeden Fall einen Versuch wert – und in jedem Fall kostengünstiger und mit weniger Nebenwirkungen verbunden als ein Schlafmittel.

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Von schlechtem Schlaf nicht stressen lassen

Kardiologe Dr. Olaf Göing (Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II mit Schwerpunkt am Sana Klinikum Berlin-Lichtenberg) betont im Gespräch mit FITBOOK zwar die Wichtigkeit von Schlaf – ebenso aber, dass man sich nicht verrückt zu machen braucht, selbst wenn man eine Nacht mal gar nicht geschlafen hat. Er rät, sich das auch immer wieder selbst vorzusagen, um den Druck aus der Situation zu nehmen. Seine Tipps gegen schlaflose Nächte finden Sie hier.

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