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„The Boss“

Zusammenbruch mit 32! So schlimm litt Bruce Springsteen an Depression

Bruce Springsteen litt früher an Depression
Mit dem Album „Born to Run“ gelang Bruce Springsteen 1975 der kommerzielle Durchbruch Foto: Getty Images
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Tony Poland
Freier Autor

26. September 2025, 16:22 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Im Oktober erscheint mit „Deliver Me From Nowhere“ das Biopic von Bruce Springsteen in den deutschen Kinos: In der Filmbiografie berichtet die Rock-Legende, gespielt von Jeremy Allen White, über die schwierigste Phase seines Lebens und den Kampf gegen Depressionen.

Eigentlich kennen seine Fans Bruce Springsteen als Energiebündel, welches stundenlange Konzerte abreißt. Rock ’n’ Roll auf den größten Bühnen dieser Welt! Doch schon in der Vergangenheit, wie etwa in seiner 2016 erschienenen Autobiografie „Born to Run“, thematisierte der heute 76-Jährige seine Erkrankung. „Es hätte in viele verschiedene Richtungen gehen können“, sagte er kürzlich im „TIME100“-Magazin über die damalige Zeit.

Der US-Amerikaner entschied sich jetzt mithilfe eines Filmteams jedoch dafür, in diese Lebensphase zurückzureisen. Genauer gesagt in seine 30er-Jahre. Damals veröffentlichte er sein legendäres Album „Nebraska“, während er mit seiner ersten richtig schweren Depression, einem Zusammenbruch und sogar Suizidgedanken zu kämpfen hatte.

„Die Depression war kein Schock“

Speziell die Geschichte zwischen Bruce Springsteen und Jon Landau (seinem damaligen Manager) wird in „Deliver Me From Nowhere“ intensiv beleuchtet. Denn dieser riet ihm aufgrund der Depressionen zu „professioneller Hilfe“ und einer Therapie – mit Erfolg. „Das hat mein Leben völlig verändert“, sagte „The Boss“ (Spitzname von Bruce Springsteen). Ein Umgang mit der Erkrankung, die damals (Anfang der 1980er) und leider auch heute vielmals keine Selbstverständlichkeit ist.

Einer der Gründe für die starken Ausprägungen dier Krankheit war der aufkommende Ruhm zu dieser Zeit. Dies verriet sein langjähriger Freund Dave Marsh schon 2012 im US-Magazin „The New Yorker“. „Er hatte Selbstmordgedanken. Die Depression an sich war kein Schock. Seine Karriere ging durch die Decke. Gestern bist du noch ein Niemand und heute küsst jeder deinen Hintern. Da kann man schon mal innere Konflikte über den eigenen Selbstwert bekommen“, beschrieb damals der Springsteen-Biograf.

Bruce Springsteen wiederum fragte sich, warum seine Beziehungen bis immer nur von kurzer Dauer gewesen waren. „Meine Probleme waren nicht so offensichtlich wie Drogen. Meine waren anders, sie waren leiser – genauso problematisch, aber leiser“, fasste Bruce Springsteen selbst zusammen.

So veränderte „Born in the U.S.A.“ sein Leben

Es kam, was fast kommen musste. „Als ich mit ‚Born in the U.S.A.‘ fertig war, hatte ich bereits zwei Jahre lang eine Therapie gemacht, weil ich mit 32 einen ziemlich schweren Zusammenbruch hatte“, erinnerte sich Bruce Springsteen im Podcast „Awards Chatter“ im Mai dieses Jahres rückblickend. Zur Einordnung: Das Album, das er im Juni 1984 veröffentlichte, wurde ein Mega-Erfolg und machte ihn zum globalen Megastar. „Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ich war damals 34, 35 und konnte also etwas besser damit umgehen als mit 25, als wir mit ‚Born to Run‘ (1975) Erfolg hatten“, so „The Boss“.

Genetisch vorbelastet?

Verstärkt wurden die Depressionen von Bruce Springsteen damals außerdem noch dadurch, dass er keine einfache Kindheit hatte. „In meiner Familie gab es viele psychische Erkrankungen. Meine Tanten, meine Onkel, mein Vater – es lag uns einfach im Blut, also musste ich mich auch damit auseinandersetzen“, verriet er. So machte er sich Sorgen, dass es ihm wie seinem Vater ergehen könnte. „Man kennt die Parameter der Krankheit nicht. Kann ich so krank werden, dass ich meinem Vater viel ähnlicher werde, als ich gedacht hätte?“, fragte er sich.

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Bruce Springsteen über das Verhältnis zu seinem Vater

Seinen Vater Doug beschrieb Bruce Springsteen wie folgt: „Er war ein harter Kerl. Er war hart, als er jung war. Er war hart zu mir, als ich jung war, aber im Grunde genommen war er ein verletzlicher, zerbrechlicher, gutherziger und gefühlvoller Mann.“ Doch auch dieser litt wie erwähnt an psychischen Problemen, unter anderem Paranoia, nicht zuletzt deshalb war ihre Beziehung über viele Jahre stark belastet.

Versöhnung bei einem Bier

In der Zeitschrift „Vanity Fair“ wurde sein Vater als „Highschool-Abbrecher, der von einem Arbeiterjob zum nächsten driftete“ beschrieben. Er sei „aufbrausend, ein Einzelgänger und ein Trinker“ gewesen. Außerdem sei er „mit Bruce nicht gut zurechtgekommen und behandelte den Jungen je nach seiner Laune entweder mit eisiger Distanz oder wütenden Schelten“. Erst 1990 habe sich Bruce Springsteen mit seinem Vater ausgesprochen und versöhnt, bei einem Bier und elf Uhr vormittags. „Das war es. Das war alles, was ich brauchte, alles, was notwendig war“, betonte er.

Hier gibt es Hilfe!

Die Deutsche Depressionshilfe rät, Betroffene offen darauf anzusprechen und ihnen bei Bedarf dabei zu helfen, einen Arzt oder Psychotherapeuten zu kontaktieren. Manchmal kann es auch notwendig sein, sie in eine psychiatrische Notfallambulanz zu bringen. Sollten Sie selbst Suizidgedanken haben: Die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 ist kostenfrei und steht rund um die Uhr zur Verfügung. Holen Sie sich bitte Hilfe!

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