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Mindestens einmal die Woche

Bei sexuell aktiven Frauen setzen die Wechseljahre später ein

Sex mit über 40
Frauen, die auch jenseits der 40 mindestens einmal die Woche Sex haben, kommen laut einer neuen Studie später in die WechseljahreFoto: Getty Images

Es ist einerseits Veranlagung, doch offenbar können Frauen das Einsetzen ihrer Menopause auf überraschend genussvolle Weise etwas hinauszögern: Durch ein aktives und erfüllendes Sexualleben jenseits der 40.

Zwei Forscherinnen des „University College London“ (UCL)  wollten unter anderem der Frage auf den Grund gehen, warum verheiratete Frauen tendenziell später in die Wechseljahre kommen als alleinstehende. Um das herauszufinden, begann das Team um Megan Arnot und Ruth Mace bereits 1996 mit einer groß angelegten Datenerhebung. Hierfür wurden knapp 3000 US-Frauen über 45 Jahre, die noch nicht in den Wechseljahren waren und im Schnitt zwei Kinder haben, über einen Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig zu ihrer sexuellen Aktivität befragt: Wie häufig hatten sie Geschlechtsverkehr? Was sind ihre Vorlieben und Praktiken? Parallel dazu wurden weitere Faktoren wie Östrogenspiegel, körperliche wie psychische Gesundheit, Bildungsstand und Gewicht gemessen.

Jede Form von Sex verschiebt die Menopause nach hinten

Am Ende zeichnete sich ein relativ klares Bild ab: Frauen mit einem regelmäßigen Sexualleben von mindestens einmal pro Woche waren zu 28 Prozent weniger von einem frühen Eintritt in die Menopause betroffen als jene, die sich seltener als einmal im Monat mit einem Partner vergnügten. Dabei erwies es sich als völlig unerheblich, welche Praktik bevorzugt wurde: Ob mit oder ohne Penetration, Oral-Sex oder einfach nur nackt kuscheln – sämtliche Spielarten der erotischen Begegnung scheinen die Wechseljahre nach hinten zu verschieben. Dieser Effekt verstärke sich laut den Forscherinnen sogar, wenn sich Frauen ihrer Lust sogar mehrmals die Woche hingaben: Ihre Chancen, erst mit weit über 52 Jahren (das ermittelte Durchschnittsalter der Studie) in die Menopause zu kommen, liegen besonders hoch.

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Sex-Studie stützt die Großmutter-Hypothese

Für Arnot und Mace sind diese Ergebnisse ein Hinweis dafür, dass hier die sogenannte „Großmutter-Hypothese“ greift. Diese besagt, dass der Körper bei sexuell inaktiven Frauen früher Signale freisetzt, den energiezehrenden Vorgang von Zyklus, Eisprung und Menstruation einzusparen, um mehr Ressourcen für den bereits vorhandenen Nachwuchs zur Verfügung zu haben. „So können Frauen auch im reiferen Alter fit und gesund bleiben und sich um die Sippe kümmern“, so Arnot. Gesellschaftlich spiegelt sich das vor allem wider, indem in nahezu allen Kulturen die Großmutter seit jeher eine besondere Rolle bei der Aufzucht und Pflege der Enkelkinder spielt. Ein Phänomen, das so im Tierreich nicht zu finden ist.

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Sex als „Gegenmittel“ bei Hitzewallungen

Die Studie offenbarte ebenso, dass eine lange Ehe keineswegs bedeutet, dass die Libido einschläft. Selbst Paare die schon Jahrzehnte zusammen sind, haben mehr Sex als Singles im gleichen Alter. Auch wenn zu Ursache und Wirkung noch weiterer Forschungsbedarf besteht, gibt Arnot den Frauen einen praktischen Tipp mit auf den Weg: „Wer das Einsetzen von unangenehmen Begleitsymptomen [der Menopause, Anm. d. Red.] wie Hitzewallungen hinauszögern möchte, ist gut damit beraten, es mit mehr Sex zu versuchen.“