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US-Studie zeigt

Faktoren, die die Corona-Impfung beeinträchtigen können

Impfung
Eine US-Studie zeigt, wie sich die psychische Verfassung der Geimpften auf die Wirksamkeit der Impfung auswirktFoto: Getty Images

Die Hälfte der Deutschen ist bislang einmal, knapp 30 Prozent sogar vollständig gegen Corona geimpft. Doch nicht jeder reagiert gleich auf die Impfung. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass mehrere Faktoren Einfluss auf die Wirksamkeit einer Impfung nehmen können.

Die zugelassenen Corona-Impfstoffe sind zwar überaus wirksam, dennoch wirken sie nicht bei jedem gleich effektiv. Alter und chronische Erkrankungen können eine Rolle spielen, doch längst nicht nur diese Faktoren. Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Ohio State University hat kürzlich herausgefunden, dass auch psychologische und soziale Faktoren sowie Verhaltensweisen die Wirksamkeit der Corona-Impfung beeinflussen können.

Analyse von Impfstoff-Studien aus drei Jahrzehnten

Die oben genannten Faktoren können zum einen Einfluss darauf haben, wie lange der Körper nach einer Impfung braucht, bis er die schützende Immunität gegen das Coronavirus aufbaut. Zum anderen auch, wie lange diese anhält. Und auch die Intensität der Nebenwirkungen kann damit zusammenhängen. Die gute Nachricht: Schon kurzfristige Änderungen der Lebensweise können sich positiv auf das Immunsystem und damit die Wirksamkeit der Corona-Impfung auswirken.

Die US-Forscher untersuchten in ihrer Meta-Studie eine Reihe an Impfstoff-Studien der letzten 30 Jahre.1 Darunter unter anderem zu Vakzine gegen Hepatitis B, Grippe, Pneumokokken und Typhus. Sie alle hatten gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen psychologischen Faktoren und der Reaktion des Immunsystems auf Impfungen besteht. Die Ergebnisse seien auf viele Impfstoff-Typen verallgemeinerbar und könnten daher für den SARS-CoV-2-Impfstoff relevant sein, schreiben die Autoren.

Faktoren, die die Wirksamkeit der Corona-Impfung negativ beeinflussen können

Um welche psychologischen Faktoren sind es nun, die die Wirksamkeit der Corona-Impfung negativ beeinflussen können? An erster Stelle steht hier Stress. Doch auch Depressionen, Einsamkeit und ein schlechtes Gesundheitsverhalten können „die Reaktion des Immunsystems auf Impfstoffe beeinträchtigen“, heißt es in der Studie. Das heißt, es werden mitunter weniger Antikörper gebildet als bei den Impf-Kandidaten, die diese Faktoren nicht aufweisen. Dieser Effekt könne bei gefährdeten Gruppen wie älteren Menschen am stärksten sein, schreiben die Autoren weiter.

Auch neurotische Menschen sowie jene mit einem geringen Selbstwertgefühl können mitunter geringere Antikörperreaktionen zeigen. Psychologische Faktoren sollen außerdem Einfluss haben auf die Häufigkeit und Schwere von Impf-Nebenwirkungen, wie etwa Ermüdung.

Chronischer Stress könnte Dauer der Immunisierung verkürzen

Bislang ist nicht abschließend geklärt, wie lange die Antikörper in so großer Menge vorhanden sind, dass sie gegen eine Coronainfektion schützen. „Obwohl die derzeit führenden Impfstoff-Kandidaten im Allgemeinen eine hohe Wirksamkeit erreicht haben, ist es möglich, dass chronischer Stress der Impfstoff-Empfänger diese Reaktion im Laufe der Zeit abschwächt, sodass häufigere Impfungen erforderlich sind“, warnen die Autoren.

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Die Coronapandemie selbst hat Impf-Risikofaktoren wie Stress, Depressionen und Angst verstärkt. Diese führen mitunter auch zu einem schlechten Gesundheitsverhalten wie z. B. Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. Auch der Schlaf leidet unter Stress. „Insgesamt sind diese Risikofaktoren so weit verbreitet, dass sie, wenn sie nicht angegangen werden, die Gesamtwirksamkeit von SARS-CoV-2-Impfstoff-Kandidaten erheblich reduzieren könnten“, warnen die Studienautoren.

Was kann man für eine bessere Wirksamkeit der Coronaimpfung tun?

„Ironischerweise könnte die Angst vor Covid-19 selbst die Fähigkeit des Impfstoffs, Immunität gegen das Virus zu verleihen, verringern“, schreiben die Autoren. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass eine positive Veränderung des Verhaltens und der psychologischen Situation die Wirksamkeit der Corona-Impfung wiederum positiv beeinflussen könne: „Selbst kurzzeitige Interventionen können effektiv sein.“

Stress vor allem rund um den Impftermin vermeiden

„Soweit möglich, kann eine Reduzierung der Stressbelastung um den Zeitpunkt der Impfung dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit störender Nebenwirkungen zu verringern“, raten die Experten. Hinzu kommen alle Dinge, die guttun und so auch das Stresslevel senken können. Allen voran: gut und genug schlafen! „Schlaf beeinflusst die Immunfunktion erheblich“, heißt es in der Studie. Menschen, die regelmäßig unter Schlafmangel litten, hätten nicht nur ein „hohes Risiko, nicht auf den Impfstoff zu reagieren, sondern auch schwere Krankheiten zu erleiden.“

Einen positiven Einfluss auf die Psyche und damit auch auf die Wirksamkeit der Corona-Impfung können laut dem Studien-Papier auch folgende Hilfsmittel sein:

  • Massagen
  • Meditation und Achtsamkeitspraktiken
  • expressives Schreiben
  • Stress-Management

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Sport und gesunde Ernährung unterstützen das Immunsystem

Auch körperliche Aktivitäten wie Sport helfen, das Immunsystem zu stärken und so den Körper besser auf die Impfung vorzubereiten (mehr dazu hier). Gleichzeitig ist es empfehlenswert, sich gesund zu ernähren, die Finger von Zigaretten zu lassen und nicht übermäßig viel Alkohol zu trinken. Das gilt generell, aber insbesondere auch um den Impftermin herum. Wer seine Coronaimpfung mit Alkohol begießen will, kann das tun, solange es bei einem kleinen Glas bleibt (mehr dazu lesen Sie hier).

Quelle:
1: Madison, Annelise A., Shrout, M. Rosie, Renna, Megan E., Kiecolt-Glaser, Janice K (2021): Psychological and Behavioral Predictors of Vaccine Efficacy: Considerations for COVID-19

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