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Tabletten und Co.

Sollte man Medikamente im Kühlschrank aufbewahren?

Tablettenblister
Sollte man Medikamente im Kühlschrank aufbewahren? Eine allgemeine Antwort darauf gibt es leider nicht.Foto: Getty Images

Viele Lebensmittel sollte man (spätestens nach Anbruch) im Kühlschrank aufbewahren, damit sie frisch bleiben. Bei Medikamenten ist das nicht so – zumindest nicht immer. FITBOOK erklärt, welche Arzneimittel wie und wo gelagert werden sollten, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren oder sogar giftig werden.

Wo befindet sich Ihre Hausapotheke? Im Badezimmerschrank, so wie bei vielen Deutschen? Oder gehören Sie zu denen, die ihre Medikamente im Kühlschrank aufbewahren?

Beides mag vernünftig klingen, ist aber falsch. Grund ist die Feuchtigkeit, die sowohl im Badezimmer und Kühlschrank (generell in Nasszellen) als übrigens auch in der Küche herrschen kann, wenn etwa beim Kochen Wasserdampf abgegeben wird. Die Blister (= Sichtverpackung) von Tabletten, Kapseln und Co. sind nicht 100-prozentig wasserdicht. Durch etwaige Mikrorisse könnte Feuchtigkeit eindringen und chemische Prozesse in Gang setzen, welche die Qualität von Arzneimitteln negativ beeinflussen. Mitunter stark.

Falsch gelagerte Arzneimittel können giftig werden

„Verfallene Arzneimittel verlieren ihre Wirksamkeit und können gesundheitsschädliche Abbauprodukte enthalten“ – also schlimmstenfalls giftig werden. Darauf weist das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hin.

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So lagern Sie Medikamente richtig

In den meisten Fällen ist davon auszugehen, dass man Arzneimittel – gemäß dem Hinweis in der Packungsbeilage – „an einem kühlen und trockenen Ort“ aufbewahren sollte. Die empfohlenen Temperaturen liegen in der Regel bei 15 bis 25 Grad Celsius „oder, falls so vermerkt, 15 bis 30 Grad Celsius“, erklärt das BMG.

Viel besser als Küche oder Badezimmer eignet sich zum Aufbewahren von Medikamenten das Schlafzimmer. Und: Heben Sie neben der Packungsbeilage auch die Packung selbst auf, um das Verfallsdatum nachvollziehen zu können.

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Sollte es sich um eine Ausnahme handeln, also ein Medikament, das man tatsächlich im Kühlschrank aufbewahren sollte, werden Sie von den Mitarbeitern in der Apotheke explizit darüber informiert.

Flüssiges Medikament im Kühlschrank
Flüssige Medikamente gelten als Ausnahme. Deshalb sollte man die meisten Lösungen im Kühlschrank aufbewahren.Foto: iStock/ollo

Wie verhält es sich mit Nahrungsergänzungsmitteln?

Nahrungsergänzungsmittel wie bspw. Vitaminpräparate gelten als Lebens- und nicht als Arzneimittel. In puncto Lagerung sind sie jedoch wie Medikamente zu betrachten, sprich: an einem trockenen, kühlen Ort aufzubewahren. Insbesondere Vitamin C gilt als besonders empfindlich gegenüber Licht und Hitze. Nahrungsergänzungsmittel daher ebenfalls nur dann im Kühlschrank aufbewahren, wenn Sie von offizieller Seite (Medizinern oder Apothekern) dazu aufgefordert werden.

Was tun mit Medikamenten, die falschen Temperaturen ausgesetzt waren?

Laut BMG ist eine „kurzzeitige, geringfügige Unter- oder Überschreitung des angegebenen Temperaturbereichs in der Regel unproblematisch“. Wenn Sie also bspw. ein Medikament gekauft und bei heißen Sommer- bzw. kalten Wintertemperaturen nach Hause transportiert haben, können Sie es weiterhin einnehmen. Mittel, die über einen längeren Zeitraum falsch gelagert wurden, sind zu entsorgen – und zwar entsprechend der offiziell empfohlenen Methode über den Restmüll.