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Woran man eine Norovirus-Infektion erkennt und wie lange sie andauert

Löst Magen-Darm-Grippe aus

Woran man eine Norovirus-Infektion erkennt und wie lange sie andauert

Norovirus wie lange, Norovirur erkennen: Frau mit Magen-Darm-Beschwerden
Das Norovirus verursacht starke Beschwerden. Lesen Sie mehr über den Erreger bei FITBOOK.Foto: iStock-PeopleImages

Eine Ansteckung mit dem Norovirus löst eine Magen-Darm-Erkrankung mit starken Beschwerden aus. Der Erreger ist hoch infektiös und vergleichsweise widerstandsfähig auf verschiedensten Arten von Oberflächen. Lesen Sie bei FITBOOK, mit welchen Maßnahmen Sie sich bestmöglich vor dem Norovirus schützen können und wie – sollte das nicht gelungen sein – die Behandlung aussehen sollte.

Das Norovirus kommt überall auf der Welt vor und hat besonders in der kalten Jahreszeit, grundsätzlich jedoch das gesamte Jahr über Saison. Die Gefahr darauf, sich im Laufe des Lebens (womöglich wiederholt) damit zu infizieren, ist recht hoch. Erfahren Sie hier, wie an welchen Symptomen Sie die vom Norovirus ausgelöste Magen-Darm-Erkrankung erkennen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie lange die Erkrankung durchschnittlich andauert.

Was ist das Norovirus und wie wird es übertragen?

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist das Norovirus „für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden“ verantwortlich.2 Gemeint ist damit, was wir umgangssprachlich unter einer Magen-Darm-Grippe verstehen. Die Infizierten scheiden hohe Mengen des Erregers über den Stuhl und ihr Erbrochenes aus, und das übrigens auch noch bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Erkrankung.

Das Norovirus zeichnet sich durch seine hohe Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen aus. Verglichen mit anderen Viren oder Bakterien können sie verhältnismäßig lang an der Luft und auf verschiedenen Arten von Oberflächen überleben. Selbst Temperaturen von 60 Grad Celsius halten Noroviren für einige Minuten stand. Dabei reichen 60 Grad gemeinhin aus, um die meisten Erreger schnell und zuverlässig unschädlich zu machen.

Der Erreger gelangt über kleinste Virusspuren, die etwa nach dem Toilettengang auf den Händen Betroffener verbleiben, in Umlauf. Somit erfolgt die Übertragung einerseits per Schmierinfektion von Mensch zu Mensch (z. B. durch Händeschütteln) oder durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen (z. B. Türklinken oder Handläufe) und späteres Fassen an den eigenen Mund. Weiterhin ist eine Infektion über Tröpfchen möglich, wenn man sich in einem Raum aufhält, in dem eine infizierte Person sich übergeben hat.

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Wo und wann infiziert man sich besonders häufig mit dem Norovirus?

In der kalten Jahreszeit verbreitet sich das Virus besonders schnell, deshalb kommt es in den Monaten Oktober bis März zu den meisten Infektionen und damit verbundenen Magen-Darm-Grippen. Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Schulen, Kindergärten und Kitas oder Wohneinrichtungen für ältere Menschen sind besonders anfällig für größere Ausbruchsgeschehen. Denn hier halten sich viele Personen auf relativ engem Raum auf und verwenden häufig auch die gleichen Toiletten.

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Typische Symptome: So erkennt man eine Norovirus-Infektion

Die Inkubationszeit nach einer Infektion mit dem Norovirus kann von Person zu Person etwas unterschiedlich sein. Für gewöhnlich jedoch vergehen sechs Stunden bis zwei Tag bis zum Ausbruch erster Symptome. Eine sogenannte „asymptomatische Infektion“, also eine Norovirus-Erkrankung ohne Symptome, ist sehr selten. An folgenden Anzeichen kann man eine durch das Norovirus ausgelöste Erkrankung erkennen:

  • Übelkeit und Brechdurchfall. Das Erbrechen erfolgt bei den Betroffenen zumeist schwallartig.
  • Kopf- und Bauchschmerzen.
  • Erhöhte Temperatur. Fieber, also eine Temperatur ab 39 Grad, ist für eine Norovirus-Infektion relativ selten (und würde ggf. eher für eine bakterielle Magen-Darm-Erkrankung sprechen).
  • Schwächegefühl. Die Betroffenen sind abgeschlagen und beschreiben ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Wie unterscheiden sich die Beschwerden von denen einer Lebensmittelvergiftung?

Die Symptome einer Norovirus-Infektion sind denen einer Lebensmittelvergiftung sehr ähnlich. Selbst die Inkubationszeit ist zumeist gleich und so auch gemeinhin die Dauer der Beschwerden (ca. ein bis drei Tage). Für die Betroffenen ist es daher mitunter schwierig, zu erkennen bzw. zu beurteilen, ob ihre Beschwerden von einer Ansteckung mit dem Norovirus herrühren oder ob sie etwas Falsches gegessen haben.

Wie lange dauert die Erkrankung für gewöhnlich an?

Die Symptome einer Norovirus-Infektion klingen für gewöhnlich nach spätestens drei Tagen ab. Genesene sollten jedoch auch darüber hinaus bestenfalls eine eigene Toilette benutzen bzw. ihre Ausscheidungen nach Toilettengängen gründlich beseitigen, denn diese können weiterhin infektiös sein. Kinder sollten noch zwei Tage nach dem Ausbleiben der Krankheitssymptome zu Hause bleiben. Gleiches gilt für Berufstätige mit Lebensmittelkontakt, z. B. Köche, Küchenhilfen und Servicekräfte. Sie sollten ihrem Arbeitsplatz noch 48 Stunden nach Abklingen der Symptome fernbleiben. In ihrem Berufsfeld gilt für das Norovirus zudem eine Meldepflicht.

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Behandlung des Norovirus‘

Die gezielte Behandlung einer Norovirus-Infektion ist nicht möglich, denn es gibt kein dagegen wirksames Medikament. Im Normalfall wird Betroffenen empfohlen, sich zu schonen und allenfalls den Symptomen mit Medikamenten zu begegnen, beispielsweise mit Mitteln gegen Übelkeit und Durchfall sowie ggf. fiebersenkenden Präparaten. Wichtig ist es, viel zu trinken. Denn durch das Erbrechen und den Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit. Bei sehr starkem Brechdurchfall sollten Betroffene sich zudem gezielt Elektrolyte wie Glucose, Natrium und Kalium zuführen.

Schwangere und Säuglinge sollten ärztlich überwacht werden

Schwangere und Säuglinge sollten ärztlich betreut oder im Bedarfsfall sogar im Krankenhaus überwacht bzw. behandelt werden. Denn für werdende Mütter, genauer das heranwachsende ungeborene Baby, ist es besonders wichtig, ausreichend mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt zu sein. Für Neugeborene sind Virusinfektionen generell gefährlicher und so unter Umständen auch der mit der Erkrankung verbundene gravierende Flüssigkeitsverlust.

Weiterhin zählen auch ältere und körperlich geschwächte Menschen (etwa aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen) zu den Personengruppen, für die ein stationärer Aufenthalt sinnvoll sein kann. Gleiches gilt für Betroffene mit sehr schweren Symptomen, wenn diese auch nach mehreren Tagen nicht abklingen.

Ansteckung mit dem Norovirus bestmöglich vermeiden

Häufiges Händewaschen

Um eine Ansteckung mit dem Norovirus zu vermeiden, empfiehlt sich laut RKI die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln vor allem „in Altenheimen, Krankenhäusern, Gemeinschaftseinrichtungen und Küchen“. Hierzu zählt eine regelmäßige Reinigung potenziell kontaminierter Oberflächen und häufiges Händewaschen.

Achten Sie grundsätzlich darauf, sich während oder nach Aufenthalten in der Öffentlichkeit nicht mit ungewaschenen Händen an Mund, Nase oder Augen zu fassen. Insbesondere nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette bitte gründlich die Hände waschen.

Verhalten im Umfeld eines Infizierten

Nicht immer besteht die Möglichkeit, sich von Betroffenen (z. B. Mitbewohnern, Familienmitgliedern) räumlich zu trennen. Halten Sie in diesem Fall so gut es geht Abstand und denken Sie an die regelmäßige Reinigung von Gebrauchsgegenständen wie Türgriffen, Waschbecken und Wasserhähnen, welche die infizierte Person benutzt haben könnte.

Wichtig: Nicht jedes handelsübliche Desinfektionsmittel ist wirksam gegen das Norovirus. Achten Sie auf den schriftlichen Zusatz „viruzide Wirksamkeit“.

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Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln

Noroviren können auch über die Ernährung eine Infektion auslösen. Sie vermehren sich zwar nicht auf Lebensmitteln, können dort aber recht lang überleben. Deshalb gilt es, vor allem bei der Zubereitung von Speisen und Getränken auf Hygiene zu achten, aber auch nicht beispielsweise in einen ungewaschenen Apfel aus der Auslage im Supermarkt zu beißen. Als „primär kontaminierte Lebensmittel“ kommen laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vor allem „Obst, Salat oder Muscheln in Frage“3. Ebenso betont das RKI, dass „insbesondere Gerichte mit Meeresfrüchten gut durchgegart sein“ sollten.

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Foto: Getty Images / Montage FITBOOK

Es gibt noch keine Impfung gegen das Norovirus

Aktuell gibt es weder einen Impfstoff gegen das Norovirus noch eine andere Möglichkeit der Immunisierung. Denn auch nach überstandener Erkrankung kann man sich erneut mit dem wandlungsfähigen Erreger infizieren.

Quellen

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