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Studie aus Italien

Konsum von Milchprodukten kann vor Volkskrankheit Diabetes schützen

Milchprodukte haben oftmals den Ruf, gesundheitsschädigend zu sein. In Bezug auf Diabetes stimmt das jedenfalls nicht.Foto: Getty Images

Eine italienische Studie hat tierische Produkte unter die Lupe genommen und dabei überraschend festgestellt, dass bestimmte Milchprodukte offenbar vor Diabetes schützen können. Fleisch wiederum erhöht das Risiko enorm.

Diabetes Typ-2 ist die häufigste Form von Diabetes und tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin produziert, beziehungsweise das produzierte Insulin vom Körper nicht richtig genutzt werden kann. Wer davon verschont bleiben möchte, sollte auf eine gesunde Ernährung, möglichst arm an tierischen Lebensmitteln setzten, heißt es landläufig. Allerdings sind nicht alle tierischen Proteinquellen ernährungsphysiologisch gleich. Eine Studie der Universität Neapel Federico II. konnte nun zeigen, dass Milchprodukte in Maßen sogar vor Diabetes schützen können.

13 Metaanalysen zum Einfluss tierischer Produkte auf das Diabetesrisiko geprüft

Das Forscherteam wollte deshalb herausfinden, in welchen Zusammenhang verschiedene tierische Produkte mit der Entstehung von Diabetes zusammenhängen und ob es nicht möglicherweise eine Aktualisierung der bestehenden Richtlinien bedarf. Dafür überprüften die Wissenschaftler 13 Metaanalysen und damit 175 verschiedene Studien, inwieweit Milch, Eier, Fleisch und Co. das Diabetesrisiko erhöhen oder verringern. Folgende Lebensmittel wurden ausgewertet:

  • Fleisch insgesamt
  • rotes Fleisch (Lamm, Rind, Schwein)
  • weißes Fleisch (Geflügel)
  • verarbeitetes Fleisch (Wurst, Speck und Co.)
  • Fisch
  • Milchprodukte insgesamt
  • Vollmilchprodukte
  • fettarme Milchprodukte
  • Milch
  • Käse
  • Joghurt
  • Eier

Die Ergebnisse der Studie wurden beim Jahrestreffen der „European Association for the Study of Diabetes“ (EASD) in Stockholm vorgestellt.

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Warum Milchprodukte womöglich vor Diabetes schützen

Das klassische Glas Milch (200 ml pro Tag) zeigte sich am wirksamsten im Schutz gegen Diabetes. Es reduzierte das Erkrankungsrisiko-Risiko um 10 Prozent. Ein kleiner Becher Joghurt (100 g pro Tag) war mit einer Risiko-Minderung von 6 Prozent verbunden. Der beliebte Käse hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Entstehung von Diabetes. Woran könnte es liegen? „Milchprodukte sind reich an Nährstoffen, Vitaminen und anderen bioaktiven Verbindungen, die den Glukosestoffwechsel günstig beeinflussen können“, erklärt Studienleiterin Dr. Annalisa Giosuè in einer Mitteilung.1 So sei bekannt, dass Molkenproteine ​​​​den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Essen modulieren. Und auch die Probiotika in Joghurt helfen, Zucker im Körper besser zu verarbeiten. Bezüglich Milchprodukten scheint sicher, dass sie keinesfalls Diabetes fördern, sondern eher einen schützenden Effekt haben. Maßvoll zugreifen ist also erlaubt.

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Rote Karte für rotes Fleisch

Erschreckend sieht dagegen die Bilanz für rotes Fleisch bzw. Wurstwaren aus. Die tägliche Lust auf Fleisch, insbesondere Schinken, Speck und Co., erhöhen das Diabetesrisiko um bis zu 30 Prozent. Dafür reichen gerade mal 100 Gramm täglich. Ein Großteil der Fleischliebhaber verputzt gerne mehr als das Doppelte. Entwarnung für Hühnchen und Fisch: Wer beides moderat genießt, hat kein nennenswert erhöhtes Diabetes-Risiko zu befürchten.

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Warum Steak und Co. Diabetes erheblich begünstigen

„Verarbeitetes Fleisch wie Wurst enthält Nitrate, Nitrite und Natrium, die neben anderen Nebenwirkungen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen können“, erklärt Giosuè den Grund. „Außerdem enthalten rotes und verarbeitetes Fleisch jede Menge gesättigte Fettsäuren und Cholesterin. Diese sind dafür bekannt, chronische Entzündungen und oxidativen Stress zu fördern, was wiederum die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin verringern kann.“

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Auf Milchprodukte und Eier setzen, um Diabetes vorzubeugen

Typ-2-Diabetes ist weltweit eine der Hauptursachen für ernährungsbedingte Todesfälle. Mehr darüber zu erfahren, wie verschiedene Nahrungsbestandteile das Risiko von Typ-2-Diabetes erhöhen oder verringern, ist der Schlüssel zur Prävention. Tierische Produkte sind also nicht tabu, wenn es um Risikominderung geht. So haben Milchprodukte sogar eine positive Wirkung. Fleisch sollte der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe deutlich reduziert werden. Und was Eier betrifft: Diese haben – neben Fisch – keine nennenswerten Auswirkungen und gehören damit auf einen ausgewogenen Speiseplan.

Quellen

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