18. November 2025, 16:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet aktuell von Todesfällen nach Infektionen mit dem Marburg-Virus in Äthiopien. Das Marburg-Virus gehört zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern. Bemerkbar macht sich die oft tödlich endende Infektion zunächst mit starken grippeähnlichen Symptomen.
Aktueller Marburg-Ausbruch in Äthiopien
Nachdem in der Stadt Jinka im Süden Äthiopiens neun Infektionen mit dem tödlichen Marburg-Virus bestätigt wurden, verzeichnet das Land den ersten Ausbruch der Virus-Krankheit. Das teilten nationale und regionale Behörden am Wochenende mit.1,2 Bisher sind in Äthiopien drei Todesfälle bestätigt.3 In anderen ostafrikanischen Ländern gab es zuletzt aber immer wieder Fälle. Laut genetischen Analysen handele es sich um denselben Virusstamm, der nun auch in Südäthiopien Erkrankungen auslöst. Die nationalen Behörden haben ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verstärkt, die WHO und ihre Partner entsandten ein Expertenteam sowie medizinische Ausrüstung und Hilfsgüter.
Was ist das Marburg-Virus?
Bei dem Erreger, der die Marburg-Viruskrankheit auslöst, handelt es sich um ein RNA-Virus. Es gehört zur Familie der Filoviren und ist mit dem Ebola-Erreger verwandt.4 Das Marburg-Virus trat bisher im östlichen, zentralen und südlichen Afrika auf. 2021 wies man das Virus erstmals auch in Westafrika nach.5 Das Virus löst das Marburg-Fieber aus, das mit Blutungen einhergehen kann.
Inkubationszeit und Symptome
Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, liegt laut WHO zwischen zwei und 21 Tagen. Die Infektion macht sich zunächst mit starken grippeähnlichen Symptomen bemerkbar. Daneben entwickeln viele Patienten innerhalb einer Woche schwere Blutungen.
Folgende Symptome verursacht das Marburg-Virus:
- hohes Fieber
- starke Kopfschmerzen
- ausgeprägtes Unwohlsein
- Muskel- und Gliederschmerzen
- starke, wässrige Durchfälle (Blut im Stuhl)
- Bauchschmerzen
- Krämpfe
- Übelkeit
- Erbrechen (Blut im Erbrochenen)
- extreme Lethargie
- (nicht juckender) Hautausschlag6
Betroffene können zudem „geisterhaft“ wirkende Gesichtszüge, tief liegende Augen und ausdruckslose Gesichter haben. Klinisch ist die Marburg-Virus-Erkrankung oft schwer von anderen Infektionskrankheiten wie Malaria zu unterscheiden.
Diagnose und Behandlung
Das Marburg-Virus ist im Blut nachweisbar. Bei der Versorgung geht es vor allem darum, die Symptome zu behandeln. Besonders wichtig ist, dass Marburg-Virus-Patienten ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Durch starke Durchfälle und Erbrechen besteht die akute Gefahr der Dehydrierung. Derzeit gibt es laut der WHO weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische antivirale Therapien gegen das Virus.
Sterblichkeitsrate
Laut der WHO geht die Viruserkrankung je nach Virusstamm und Behandlungsqualität mit einer Sterblichkeitsrate von 24 bis zu 88 Prozent der Erkrankten einher. Bei einer guten Patientenversorgung reduziere sich das Sterberisiko aber wesentlich.6
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Ansteckung
Das Virus wurde über Flughunde auf den Menschen übertragen. Nach der Übertragung auf den Menschen kann sich das Marburg-Virus durch direkten Kontakt (über Hautverletzungen oder Schleimhäute) mit Blut, Sekreten, Organen oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen sowie mit Oberflächen und Materialien (z. B. Bettwäsche, Kleidung), die mit diesen Flüssigkeiten kontaminiert sind, verbreiten.6
Wie der Erreger entdeckt wurde und zu seinem Namen kam
Entdeckt wurde das Virus 1967, nachdem es in Serbien und Deutschland (Marburg und Frankfurt) zu Fällen der Viruserkrankung kam. Die Übertragung auf den Menschen ließ sich am Ende auf Kontakt mit Zooaffen in Marburg, die aus Uganda stammten, zurückführen. Nach Pressekonferenzen in Hamburg und Marburg, auf denen Experten erstmals über den neuen Erreger informierten, erhielt dieser den Namen Marburg-Virus.7