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Neue Untersuchungsmethode

Lässt sich ein Vitamin-D-Mangel an den Haaren feststellen?

Frau begutachtet ihre Haare
Per Haaruntersuchung den Vitamin-D-Spiegel bestimmen – das soll möglich seinFoto: Getty Images

Bislang musste man sich piksen lassen, um seinen Vitamin-D-Status zu erfahren. Irische Wissenschaftler wollen nun eine Methode entwickelt haben, um den Wert anhand der Haare zu ermitteln – und die soll der alten gegenüber einige Vorteile haben.

Vitamin D soll wichtig für belastbare Knochen sein, das Immunsystem stärken und sogar vor Krebs schützen können. Umgekehrt ist ein Mangel potenziell gesundheitsschädlich – doch leider gerade im Winter, da nun die Sonne weniger und schwächer scheint (UVB-Strahlung bewirkt die Produktion von Pro-Vitamin D3 in den Hautzellen), sehr verbreitet. Etwa 60 Prozent der Deutschen sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit Vitamin D unterversorgt oder haben sogar einen Mangel.

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Frau mit depressiver Verstimmung
Alles über die Wichtigkeit von Vitamin D, Symptome eines Mangels und seine Behandlung erfahren Sie hierFoto: Getty Images

Vitamin-D-Bluttest hat Schwächen

Umso wichtiger ist es, einen verlässlichen und einfachen Weg zu finden, mit dem sich der Vitamin-D-Status überprüfen lässt. Das ging bislang unkompliziert per Blutuntersuchung im Labor – war in dieser Form aber nicht optimal, denn: Bei dem Blutwert handelt es sich um eine aktuelle Bestandsaufnahme. Das Ergebnis kann, abhängig vom Tag der Blutentnahme, entsprechend variieren.

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Haaruntersuchung zur Vitamin-D-Bestimmung?

Aus diesem Grund haben irische Forscher am Trinity College Dublin eine neue Methode erdacht und in einer kleinen Untersuchung überprüft: eine mögliche Vitamin-D-Kontrolle per Haaranalyse. „Die Studie stellt die Idee vor, dass Vitamin D kontinuierlich im Haar abgelagert wird“, erklärt Studienautorin Lina Zgaga – und zwar „mehr, wenn die Vitamin-D-Konzentration im Blut gerade hoch ist, und weniger, wenn die Blutkonzentration niedriger ist“. Details zur Studie wurden im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlicht.

So lief die Studie ab

Drei Wissenschaftler, darunter auch Lina Zgaga, haben sich selbst zu Probanden gemacht: Zwei von ihnen stellten Proben aus ihrem Haupthaar zur Verfügung, ein dritter ein Büschel Barthaare. Zur selben Zeit wurde den Männern Blut abgenommen. Die Haarproben wurden in jeweils ein Zentimeter lange Teile geschnitten, gewaschen, getrocknet und dann auf Vitamin D untersucht.

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Mittels eines speziellen Extraktionsverfahrens für Steroidhormone (das sind solche, die der Körper selbst produzieren kann – und um ein solches handelt es sich bei Vitamin D) habe sich in sämtlichen Haarproben Calcidiol feststellen lassen, heißt es in der Beschreibung. Dabei handelt es sich um eine wichtige Hormonvorstufe im Vitamin-D-Stoffwechsel.

Mann mit Bart
Wenn Barthaare mindestens ein Zentimeter lang sind, soll man sie auch zur Vitamin-D-Untersuchung verwenden könnenFoto: Getty Images

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So übersetzt Wissenschaftlerin Zgaga die neuen Erkenntnisse. Sie und ihre Forscherkollegen sind von der Durchführbarkeit der Methode überzeugt – wollen ihre (schließlich in einem sehr kleinen Rahmen durchgeführte) Untersuchung aber noch weitergehend überprüfen.