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Studie

Kalorien einschränken oder Intervallfasten – was reduziert Körperfett schneller?

Mann kneift sich in Fett am Bauch
Was ist der effektivste Weg, um lästiges Körperfett loszuwerden? Eine neue Studie hat zwei Fasten-Methoden verglichen.Foto: Getty Images

Die einen schwören auf Intervallfasten, während andere ganz klassisch die tägliche Kalorienaufnahme reduzieren, um Körperfett zu verlieren. Eine Studie hat jetzt untersucht, welche Methode wirksamer ist.

Intervallfasten hat in den vergangenen Jahren einen regelrechten Hype erlebt. Anhänger*innen schwören nicht nur darauf, weil sich damit eine Gewichtsabnahme erzielen lässt, sondern vor allem aufgrund der gesundheitlichen Vorteile. Und ja, zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass die Ernährungsweise den Blutdruck, den Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte positiv beeinflusst. Doch wenn es darum geht, reines Körperfett loszuwerden – eignet sich dafür Intervallfasten oder ist eine „normale“ kalorienreduzierte Diät effektiver? Forschende der Universität Bath (England) haben sich mit der Frage wissenschaftlich beschäftigt und sind zu einem recht einhelligen Ergebnis gekommen.

36 gesunde Männer und Frauen in drei Diät-Gruppen aufgeteilt

Für die Studie wurden 36 gesunde Männer und Frauen mit Normalgewicht ausgewählt und in drei Gruppen eingeteilt:

  • Die erste Gruppe fastete 24 Stunden und aß am folgenden Tag etwa 50 Prozent Kalorien mehr. Damit reduzierten sich die Gesamtkalorien auf 75 Prozent.
  • Die zweite Gruppe aß ebenfalls 24 Stunden nichts, durfte aber am folgenden Tag das Doppelte verspeisen, sodass sich die Kalorienaufnahme in der Summe nicht reduzierte.
  • Die dritte Gruppe aß täglich, aber 25 Prozent Kalorien weniger als üblich. Eine ganz gewöhnliche Diät, sozusagen.

Das heißt: Die erste Fastengruppe sowie die Diätgruppe nahmen gleich wenig Kalorien auf, während die zweite Fastengruppe keine Kalorienreduktion erfuhr. Alle Teilnehmenden mussten nun drei Wochen durchhalten. Während dieses Zeitraums wurden regelmäßig Gewicht, Körperfett, Stoffwechsel-Biomarker, die Aktivität von Genen in Fettzellen sowie das Befinden aufgezeichnet. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher*innen in „Science Translational Medicine“ .1

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Mit Intervallfasten oder Diät – wer verlor mehr Kilos?

Alle Teilnehmenden hatten – wie bereits erwähnt – zu Beginn der Studie Normalgewicht und nahmen zuvor durchschnittlich zwischen 2000 und 2500 Kalorien pro Tag auf. Während des Versuchszeitraums reduzierte sich für zwei Gruppen die Kalorienaufnahme auf circa 1500 bis 1800 Kalorien. Ein Gewichtsverlust war also definitiv zu erwarten. Und tatsächlich: Die erste Gruppe brachte durchschnittlich 1,6 Kilogramm weniger auf die Wage, die dritte Gruppe sogar 1,9 Kilo. Auch die Teilnehmer*innen aus Gruppe zwei – also diejenigen, die zwar fasteten, aber keine Kalorien einsparen mussten – verloren immerhin ein halbes Kilo.

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Intervallfasten lässt kaum Körperfett schmelzen

Bei der genauen Analyse kam ein weiteres wichtiges Detail zutage. Das durch Intervallfasten verlorene Gewicht war nur zur Hälfte auf reduziertes Körperfett zurückzuführen. Der Rest war abgebaute Muskelmasse. Bei der Diätgruppe zeigte sich dagegen: Die verlorenen Pfunde bestanden fast ausschließlich aus Körperfett. Wer also reines Fett loswerden will, ist mit einer herkömmlichen, kalorienreduzierten Diät (und natürlich Bewegung) besser beraten.

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Experte: „Fasten ist keine Wunderwaffe“

Studienleiter Prof. James Betts erklärt diesbezüglich in einer Mitteilung der Universität: „Viele Menschen glauben, dass Diäten, die auf Fasten basieren, besonders effektiv zur Gewichtsreduktion sind. Aber Intervallfasten ist keine Wunderwaffe gegen Körperfett.“2 Intervallfasten möge Vorteile haben, sei aber nicht immer die beste Wahl. Daher solle sich jeder genau Gedanken machen, warum er eigentlich fastet, so Betts. „Lange Fastenperioden können es tatsächlich schwieriger machen, Muskelmasse und körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten. Beides sind bekanntermaßen sehr wichtige Faktoren für eine langfristige Gesundheit.“

Quellen