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Studie zeigt

Wer glücklicher werden möchte, sollte kochen lernen

kochen glück: Kochkurs
Für eine Studie trafen sich Studenten zum gemeinschaftlichen Kochen – mit positiver Auswirkung auf ihre geistige Gesundheit. (Symbolbild)Foto: Getty Images

Wer seine Küche aufgrund fehlender Kochkünste öfter unbenutzt lässt, sollte möglicherweise über einen Kochkurs nachdenken – und sich damit selbst glücklich machen! Eine neue Studie hat untersucht, wie sich Kochen und der bewusste Umgang mit gesunden Lebensmitteln auf die Psyche auswirkt.

Demnach empfinden Menschen, die bewusste Entscheidungen über ihre Ernährungsweise treffen – also ihre Essen selbst auswählen und selber kochen – mehr Glück als andere. Auch das eigene Vertrauen im Umgang mit Lebensmitteln und gewisse Fertigkeiten in der Küche können die psychische Gesundheit stärken.

Zusammenhang zwischen Psyche und Ernährungsweise

Dass sich unser Essverhalten auf die Psyche auswirkt, ist wissenschaftlich erwiesen. So ergab eine australische Studie, dass ca. 470 Gramm Gemüse und Obst pro Tag das Stresslevel um zehn Prozent senken können. Grund dafür sollen bestimmte Inhaltsstoffe, wie Flavonoide sein, die eine positive Wirkung auf die Psyche haben. Insbesondere die Ernährungsform der Mittelmeer-Diät soll Depressionen vorbeugen können und das Wohlbefinden verbessern.

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Gemeinschaftliche Kochkurse sollen Ernährungskompetenz schulen

Während Übergewicht und psychische Störungen in der Gesellschaft immer weiter zunehmen, ist eine Veränderung der Ernährungsweise – weg von selbst gekochtem Essen hin zu nährstoffarmen und kalorienreichen Fertiggerichten – zu erkennen. Die Forscher der Edith Cowan University in Joondalup, Australien, wollten daher herausfinden, ob sich das Erlernen von Fähigkeiten in der Küche, also Lebensmittelkompetenz und Kochfertigkeit, positiv auf die psychische Gesundheit auswirken und zum persönlichen Glück führen kann.1

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Gemeinsam mit „The Good Foundation“ und Jamie’s Ministry of Food“, eine Initiative von TV-Koch Jamie Oliver, errichteten sie für zwei Jahre eine mobile Küche auf dem Campus der Universität, in der Gemeinschaftskochkurse angeboten wurden. Insgesamt nahmen 657 Personen das Angebot eines siebenwöchigen Kochkurses wahr.

In dieser Zeit untersuchten die Wissenschaftler des Instituts für Ernährungsforschung die Wirkung des Kochkurses auf die Teilnehmer. Sie befragten sie im Hinblick auf ihr eigenes Vertrauen in ihre Kochkünste und baten sie um eine Einschätzung ihrer psychischen Gesundheit. Außerdem machten die Probanden Angaben zu ihrer eigenen Zufriedenheit bezüglich ihrer Kochfähigkeiten und ihrer Ernährungsweise.

Wer kochen kann, empfindet mehr Glück

Nach dem siebenwöchigen Kochkurs konnten bei den Teilnehmern des Kochkurses Verbesserungen in folgenden Bereichen festgestellt werden:

  • Selbstvertrauen und Zufriedenheit beim Kochen
  • Fähigkeit zur Veränderung von Essgewohnheiten
  • Überwindung von Hürden im Bereich Lebensstil
  • geistige und allgemeine Gesundheit

Demnach führte das erlangte Selbstvertrauen beim Kochen zu einer allgemeinen Verbesserung der geistigen Gesundheit. Die Probanden fühlten sich vitaler, gaben an, über einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand zu verfügen. Die positiven Veränderungen konnten unmittelbar nach Abschluss des Kurses festgestellt werden und hielten bis zu sechs Monate danach an. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Wer kochen kann, empfindet mehr Glück.

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„Die Verbesserung der Ernährungsqualität der Menschen kann eine vorbeugende Strategie sein, um den Anstieg von schlechter psychischer Gesundheit, Fettleibigkeit und anderen metabolischen Gesundheitsstörungen zu stoppen oder zu verlangsamen“, so die leitende Forscherin Dr. Joanna Rees in einer Mitteilung der Universität.2

Einschränkung der Studie und Aussicht

Festzuhalten ist jedoch, dass die Personen nach Abschluss des Kurses nicht ihr Ernährungsverhalten, also die Auswahl von Lebensmitteln oder die Art des Verzehrs, änderten. Es könnte daher sein, dass sich die Probanden vor allem aufgrund ihrer gesünderen Essgewohnheiten, statt aufgrund ihrer Fähigkeit, zu kochen, während des Kurses besser gefühlt und mehr Glück empfunden haben.

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Ein weiterer interessanter Aspekt: Gaben zu Beginn der Studie noch 77 Prozent der Teilnehmerinnen an, sich beim Kochen sicher zu fühlen, waren es bei den Männern nur 23 Prozent. Nach Abschluss des siebenwöchigen Kochkurses war das Vertrauen in die eigenen Kochfähigkeiten gleich. Dr. Joanna Rees hofft, dass es so „zu einer Veränderung des Lebensmittelumfelds im Haushalt kommt, indem die geschlechtsspezifische Voreingenommenheit verringert wird und zu einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis beim Kochen führt. Dies wiederum kann dazu beitragen, einige der Hindernisse zu überwinden, die durch das Nicht-Kochen-Können entstehen, z. B. die Verringerung von Zeitdruck, was zum Konsum von Fertiggerichten mit hohem Energiegehalt, aber geringem Nährwert führen kann.“

Quellen

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