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Resistent gegen Gewichtsverlust

Intervallfasten hat laut Studie negativen Einfluss auf inneres Bauchfett

Mann misst Bauchumfang
Das innere Bauchfett ist zwar nur bedingt am Umfang zu erkennen. Dennoch spielt es beim Abnehmen eine entscheidende Rolle.Foto: Getty Images

Intervallfasten liegt im Trend. Viele erhoffen sich davon gesundheitliche Vorteile, andere wollen einfach nur abnehmen. Auf bestimmte Zeitfenster, in denen normal gegessen werden darf, folgen Phasen des Fastens. Das soll u. a. die Kilos purzeln lassen. Eher das Gegenteil sei der Fall, hat eine australische Studie herausgefunden.

Intervallfasten kann durch Veränderungen des sogenannten innere Bauchfetts (Viszeralfett) sogar dem Gewichtsverlust entgegenwirken, lautet das Fazit der Studie. Normalerweise gibt das Fettgewebe während des Fastens Fettsäuremoleküle ab, um den Körper mit Energie zu versorgen. Ihr Experiment habe jedoch gezeigt, dass das viszerale Fett, das tief in der Bauchhöhle liegt und innere Organe umschließt, in eine Art Konservierungsmodus gehe und in Bezug auf das Intervallfasten resistent werden könne.

Mäuse als Probanden wegen ihres schnelleren Metabolismus

Bislang testete das Team der University Sydney den Einfluss von Intervallfasten auf das Fettgewebe nur an Mäusen. Studienleiter Dr. Mark Larance erklärt den Grund in einer Pressemitteilung: „Die Physiologie von Mäusen ist vergleichbar mit der des Menschen. Allerdings ist ihr Stoffwechsel deutlich schneller, wodurch wir Veränderungen schneller bemerken als bei Studienreihen mit Menschen.“ In ihrer Forschungsarbeit weisen die Wissenschaftler*innen auf die Genehmigung des Experiments durch den Tierethikrat der Universität.

Als „Probanden“ dienten männliche Mäuse aus einer Bio-Zucht, die in Fünfergruppen in Käfigen gehalten wurden. Als die Tiere acht Wochen alt waren, wurden die einzelnen Fünfergruppen willkürlich in zwei Lager eingeteilt: eine Kontrollgruppe und eine Gruppe, die nur jeden zweiten Tag Futter bekam. Jeden Tag um 12 Uhr wog das Forscherteam jede einzelne Maus und dokumentierte, wie viel die jeweiligen Fünfergruppen gefressen hatten. Am achten Tag wurde ihre Körperzusammensetzung anhand einer Magnetresonanztomografie (MRT) überprüft und am zehnten Tag die Blutglukose gemessen. Am Ende des Experiments, nach 12 Tagen, wurden noch Gewebeproben entnommen.

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Intervallfasten kann einen Schutz des inneren Fettgewebes aktivieren

Wie bereits eingangs erwähnt stellte das australische Forscherteam fest, dass das Viszeralfett aufgrund des Intervallfastens resistent gegen die Ausschüttung von Fettsäuremolekülen werden kann. Eine weitere Erkenntnis des Experimentes ist, dass sich die Fähigkeit des inneres Fettes und Unterhautfettes verbessert hatte, Energie als Fett zu speichern. So können sie die Fettspeicher schneller wieder füllen. Dr. Larance erklärt, dass regelmäßiges Fasten wohl einen Schutzmechanismus aktiviere: „Die Ergebnisse suggerieren, dass sich Viszeralfett an Fastenperioden anpassen kann, um seine Fettspeicher zu schützen.“

Diese Art der Anpassung könne der Grund dafür sein, weshalb inneres Fett nach längeren Fastenperioden resistent gegen Gewichtsverlust werden kann, sagt Larance. Um diesen Effekt zu entdecken, analysierte das Forscherteam mehr als 8.500 Proteine, die in Fettgewebe zu finden sind. Das Ergebnis: „Unsere Daten zeigen, dass Viszeralfett und Unterhautfett dramatische Veränderungen während des Intervallfastens durchmachen.“

Diesen Effekt des Intervallfastens konnten die Wissenschaftler*innen vor allem beim inneren Bauchfett der Mäuse beobachten. „Die meisten Menschen werden wohl denken, dass das gesamte Fettgewebe gleich ist“, sagt Dr. Larrance. „Aber der Ort macht einen großen Unterschied.“

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Die Zukunft der Fettgewebe-Forschung

Das Forscherteam sieht seine Ergebnisse als Fundament für künftige Studien, die herausfinden sollen, welche Moleküle genau für die Resistenz des Viszeralfettes verantwortlich sind. So könnten Diätpläne entwickelt werden, die den Stoffwechsel am besten unterstützen.

Dr. Larance betont, dass sich die Erkenntnisse nicht auf andere Arten der Fastendiäten anwenden lassen. Da die Mäuse abwechselnd einen Tag Nahrung bekamen und einen Tag nicht, könne man das beispielsweise nicht mit einer 5:2-Diät vergleichen. Bei diesem Plan fastet man an zwei beliebigen Tagen innerhalb einer Woche. Zudem ist noch einmal zu erwähnt, dass Experimente an Mäusen einen sehr akkuraten Einblick geben, welche Effekte des Intervallfastens auf das Bauchfett beim Menschen zu erwarten sind. Aber um sicher gehen zu können, müsste noch mit Menschen geforscht werden.