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FITBOOK hat nachgefragt

Gibt es Krankenkassen, die die Kosten fürs Fitnessstudio übernehmen?

Junge Frauen auf Laufbändern im Fitnessstudio
FITBOOK fragte bei diversen Krankenkassen nach, ob sie die Kosten fürs Fitnessstudio übernehmen bzw. sich beteiligenFoto: Getty Images

Unter bestimmten Umständen und unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien ist es möglich, dass die Krankenkasse Ihren Fitnessstudio-Beitrag mit bezahlt oder sogar komplett übernimmt. FITBOOK hat mit einigen Krankenkassen gesprochen, um herauszufinden, wer sich wie beteiligt – und unter welchen Voraussetzungen.

Sport ist wichtig für die Gesundheit. Das haben wohl die meisten von uns mittlerweile verinnerlicht. Deshalb erfreuen sich Gyms großer Beliebtheit. Was viele Menschen aber gar nicht wissen: Unter Umständen beteiligen sich Krankenkassen an den Kosten für das Fitnessstudio. Manche arbeiten mit Boni oder mit Prämien. Hier ein Einblick in unterschiedliche Möglichkeiten.

Wie stehen die Krankenkassen zu Fitnessstudio-Kosten?

Kranke Mitglieder sind teurer als gesunde, deshalb begrüßen und unterstützen Krankenkassen zunächst grundsätzlich jegliche gesundheitsförderliche Maßnahmen. Dennoch ist das Angebot der Kassen sehr unterschiedlich. Ein einfacher Blick in den Leistungskatalog der Versicherung kann dabei helfen, herauszufinden, ob man Unterstützung bekommt. FITBOOK hat zudem bei der Debeka BKK, der Techniker Krankenkasse, IKK classic, BARMER, AOK und der Kaufmännischen Krankenkasse diesbezüglich nachgehakt.

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Die Techniker Krankenkasse

Die TK unterstützt ihre Mitglieder nur bei den Kosten des Fitnessstudios, wenn neben den monatlichen Gebühren noch eine extra Kursgebühr gezahlt werden muss. Sind die Kurse, die vom Fitnessstudio angeboten werden, dagegen schon mit in den regulären Beiträgen enthalten, übernimmt die Krankenkasse diese Kosten nicht. Wenn die Kurse übernommen werden sollen, muss man sich diese von einer Zentralen Prüfstelle genehmigen lassen. Alternativ können die Mitglieder der TK zweimal pro Kalenderjahr an Gesundheitskursen der Krankenkasse teilnehmen.

IKK classic

Die IKK bietet Geldboni oder Zuschüsse an. Wenn man Mitglied in einem Sportverein oder Fitnessstudio ist, kann man seine Rechnung per App oder online bei der IKK hochladen. 25 Euro gibt es für eine aktive Mitgliedschaft oder 20 Trainingseinheiten im Jahr.

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Debeka BKK

Die Debeka BKK bietet keine Kostenübernahme oder Zuschüsse für Fitnessstudios an. Anders sieht es bei der privaten DEBEKA aus. Dort bekommt man eine Beitragsrückerstattung, wenn man keine Rechnungen einreicht.

AOK

Die AOK bietet für eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio 50 Bonuspunkte an. Die Bonuspunkte kann man sich auszahlen lassen (1 Punkt = 1 Euro) oder man lässt sich Zuschüsse für den Fitnessstudio-Beitrag bezahlen. Hierbei gilt 1 Punkt = 1,20 Euro. Das wären bei 50 Bonuspunkten 60 Euro für die Mitgliederbeiträge. Um die Boni zu bekommen, muss man einfach nur die Mitgliedschaft bei der AOK einreichen.

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BARMER

Die BARMER erklärt, sie biete keine Zuschüsse für Mitgliedschaften eines Fitnessstudios an, da der Gesetzgeber dies untersage. Stattdessen beteiligt sich die Krankenkasse mit Zuschüssen an Kursen und Präventionsmaßnahmen, wenn diese ein Gütesiegel der Zentralen Prüfstelle Prävention besitzen. Die Kurse gehen von Cyberfitness (Virtuelles Training) über Rückentraining bis hin zu Seminaren zur Stressbewältigung, Entspannung oder Suchtmittelprävention.

Kaufmännische Krankenkasse

Kosten für ein Fitnessstudio übernimmt auch diese Krankenkasse nicht. Zudem gibt es keine Zuschüsse. Stattdessen wird gesundheitsbewusstes Verhalten im Rahmen des Bonusprogramms der KKH belohnt. Beim Vorlegen einer Bestätigung für eine sportliche Aktivität im Sportverein oder Fitnessstudio bekommt man einen Aktivbonus von bis zu 60 Euro Geldprämie oder wahlweise ein Gesundheitsbudget von bis zu 120 Euro. Dieses Geld steht für Gesundheitsleistungen wie einem Fitness-Tracker, alternativen Heilverfahren, Eltern-Kind-Kursen etc. zur Verfügung.

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Fazit: Krankenkassen fördern sportliche Aktivitäten

Auch wenn die Krankenkassen häufig nicht die Kosten für ein Fitnessstudio übernehmen, fördern sie doch Bewegung und sportliche Aktivitäten. Ob durch Bonusverfahren, eigene Kursangebote oder ähnliches: Bei den Krankenkassen lassen sich so manche Vorteile nutzen. Im Zweifel fragen Sie einfach bei Ihrer persönlichen Krankenkasse nach, wie sie das genau handhabt – und/oder schauen im Leistungskatalog nach.