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Powerstoff Pelargonidin

Erdbeeren könnten laut Studie vor der Entstehung von Alzheimer schützen

erdbeeren alzheimer: Illustration Gehirn
Die Ernährung kann die Gehirngesundheit beeinflussenFoto: Getty Images

Erdbeeren sind nicht nur lecker und gesund, sondern schützen womöglich vor Alzheimer. Grund könnte laut Forschern eine bioaktive Verbindung namens Pelargonidin sein.

Mit jeder genaschten Erdbeere tut mein seiner Gehirngesundheit offenbar etwas besonders Gutes – ganz gleich, ob pur, in Müsli, als Smoothie oder sogar Obstkuchen, sagen Forscher der Rush University Chicago. Sie fanden heraus, dass eine in Erdbeeren vorkommende bioaktive Verbindung namens Pelargonidin womöglich aktiv Alzheimer abwehrt. Es bedarf zwar noch weiterer Forschungen, aber es spricht absolut nichts dagegen, von jetzt an bei den leckeren Früchtchen mal öfter zuzugreifen.

Gehirne von 575 verstorbenen Personen obduziert

Die Wissenschaftler untersuchten Daten aus der bis heute laufenden Langzeitstudie „Rush Memory and Aging Project (MAP)“, die 1997 begann. Von 525 Teilnehmern (Durchschnittsalter 91,3 Jahre), die während dieser Zeit verstorben waren, lagen den Forschern vollständige Gehirnautopsien samt detaillierter Ernährungsinformationen vor. Dabei entdeckten sie bei 120 Teilnehmern APOE 4, ein Gen, das als stärkster Risikofaktor für Alzheimer gilt. Aber auch wer das Gen nicht in sich trägt, kann an der Demenz-Form erkranken. Zu Lebzeiten wurden zudem standardisierte Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit in fünf Bereichen durchgeführt: episodisches Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis, semantisches Gedächtnis, visuell-räumliche Fähigkeit und Wahrnehmungsgeschwindigkeit. Unter Berücksichtigungen besagter Informationen entdeckten die Forscher bei der Obduktion, dass Menschen, die besonders viel Pelargonidin über die Nahrung aufgenommen hatten, weniger Alzheimer-Anzeichen im Gehirn aufwiesen.1

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Wie das in Erdbeeren enthaltende Pelargonidin möglicherweise vor Alzheimer schützt

Pelargonidin ist in allen Beerenfrüchten enthalten, Erdbeeren gelten als mit Abstand beste Quelle. Dieser besondere Pflanzenstoff sorgt offenbar dafür, dass es im Gehirn zu weniger neurofibrillären Tau-Verwicklungen kommt. Das sind sich im Hirn ansammelnde abnormalen Protein-Veränderungen, die ebenfalls für Alzheimer sprechen. „Wir vermuten, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften von Pelargonidin dem entgegenwirken, indem sie auch die Zytokinproduktion verringern“, erklärt Studienleiterin Prof. Julie Schneider in einer Universitätsmitteilung.2 Zytokine sind Proteine, die von Zellen produziert werden, demnach als Entzündungsmarker gelten und die Entstehung von Ablagerungen im Gehirn fördern. Die vorläufige Schlussfolgerung der Studie: „Die Daten deuten darauf hin, dass Pelargonidin das alternde Gehirn vor der Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung schützen kann.“

Erdbeeren Alzheimer: Schale mit Erdbeeren
Erdbeeren sind gesund – auch fürs GehirnFoto: Getty Images

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Kein Effekt bei Trägern des Alzheimer-Gens beobachtet

Für die beteiligten Wissenschaftler sind dies erste wichtige Hinweise bezüglich der Frage, ob es einzelne Stoffe gibt, die in der Lage sind, Alzheimer abzuwehren. Bis dies vollständig geklärt ist, raten sie dazu, sich den Erdbeerteller trotzdem ordentlich vollzumachen. Es handelt sich um einfache Änderung in der Ernährung, die womöglich große Auswirkungen auf die Gesundheit und das spätere Leben haben könnte. Einen kleinen Wermutstropfen haben die Forscher allerdings doch entdeckt: „Wir haben bei Menschen mit dem APOE-4-Gen, das mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht wird, nicht den gleichen Effekt beobachtet.“ Dies könne aber auch daran liegen, dass die Stichprobengröße der Studie vergleichsweise klein war.

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Mit Obst gegen Alzheimer?

Übrigens: In Sachen Alzheimer-Prävention ist das Flavonol Fisetin ebenfalls ein heißer Kandidat. Dabei handelt es sich um einen Pflanzenfarbstoff, der natürlicherweise in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Ganz vorne mit dabei: Äpfel, Zwiebeln, Trauben und Gurken. Auch Erdbeeren enthalten Fisetin, das Studien zufolge nicht nur vor Alzheimer bewahrt, sondern das Fortschreiten zahlreicher neurologischer Erkrankungen wie Parkinson oder Huntington ausbremst.3

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