Wann merke ich, dass ich Corona habe? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, da immer mehr Infektionen ohne Symptome verlaufen. Eine neue Studie hat nun aufgedeckt, dass, falls Symptome auftreten, diese viel früher in Erscheinung treten als zu Beginn der Pandemie.
Niesen, Schnupfen, Fieber, Husten und der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns sind die wohl bekanntesten ersten Corona-Symptome. Allerdings kann man sich mit Corona infizieren und dabei völlig symptomfrei bleiben. Bei der Omikron-Variante gehen Experten davon aus, dass mehr als die Hälfte der mit Corona infizierten Personen es gar nicht bemerken. FITBOOK berichtete darüber. Nun haben chinesische Wissenschaftler in einer großen Studienanalyse herausgefunden, dass die ersten Corona-Symptome mit jeder Virus-Mutation früher auftreten. Das könnte Folgen für den Zeitraum der Selbstisolation haben.
Chinesische Wissenschaftler von der Pekinger Universität haben Daten von 142 verschiedenen Corona-Studien ausgewertet und stellten fest: Seit Beginn der Pandemie vor zweieinhalb Jahren sank die Inkubationszeit des Coronavirus mit jeder neuen Variante.1 Das heißt, die ersten Corona-Symptome treten derzeit bei Infizierten viel früher auf als noch vor zwei Jahren. Bei der Alpha-Variante, die Ende 2019 im chinesischen Wuhan erstmals auftauchte, lag die Inkubationszeit im Durchschnitt bei fünf Tagen. Dagegen liegt die Inkubationszeit der momentan am stärksten verbreiteten Omikron-Variante im Schnitt bei 3,5 Tagen, so die Forscher.
Die Forscher haben Daten zu Inkubationszeiten von insgesamt 8112 Corona-Patienten ausgewertet. Obwohl die Symptome bei jedem Menschen zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt auftreten können, lässt sich eine klare Tendenz im Verlauf der Pandemie ablesen: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass sich SARS-CoV-2 während der Covid-19-Pandemie kontinuierlich weiterentwickelt und mutiert hat“, wird Studienleiter Min Liu von dem Wissenschaftsportal „Medical Xpress“ zitiert. Das Virus hat sich nicht nur in Bezug auf die Übertragbarkeit und den Schweregrad hin verändert, sondern auch, was die Inkubationszeit betrifft. Laut der Studie sieht die Inkubationszeit, also die Dauer vom Zeitpunkt der Ansteckung mit dem Virus bis zum Ausbruch der Krankheit mit Auftreten der ersten Corona-Symptome, wie folgt aus:
Die Forscher bemerken in ihrer Auswertung, dass das Coronavirus zu Beginn der Pandemie mit fünf Tagen eine ungewöhnlich lange Inkubationszeit hatte. So haben Erkältungsviren zum Beispiel eine Inkubationszeit von 3,2 Tagen. Grippeviren sogar weniger als zwei Tage. Bei den Studienergebnissen sollte man aber beachten, dass es sich um Durchschnittswerte handelt. Dabei gab es Corona-Patienten, die ganz andere Ergebnisse lieferten: Die kürzeste gemeldete Inkubation lag bei 1,8 Tagen, die längste bei 18,87 Tagen.
Ergebnisse könnten zu einer kürzeren Quarantäne führen
Die Daten legen nahe, dass sich zumindest mit der Omikron-Variante die Zeit bis zum Auftreten erster Corona-Symptome deutlich verkürzt hat. Dadurch wird auch der Zeitraum kürzer, in dem Corona-Patienten für andere ansteckend sind. „Derzeit verlangen einige Länder, dass enge Kontakte 14 Tage lang unterbunden werden“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studienauswertung. „Mit der Verkürzung der Inkubationszeit der neuen Varianten kann die Isolationszeit jedoch entsprechend angepasst werden, um den Druck auf das Gesundheitssystem zu verringern“, empfehlen die Forscher. In Deutschland liegt die Empfehlung zur Quarantäne beziehungsweise Isolation bei lediglich fünf Tagen.2
Spätestens bei folgenden Corona-Symptomen sollte man einen Schnelltest durchführen, um eine Erkrankung zu erkennen und andere vor einer Ansteckung zu schützen:
Fieber
Husten
Müdigkeit
Verlust des Geruchs- und Geschmackssinn
Kurzatmigkeit
Müdigkeit oder Erschöpfung
Gliederschmerzen
Kopfschmerzen
Halsschmerzen
Verstopfte oder laufende Nase
Appetitlosigkeit
Durchfall
Übelkeit
Nachtschweiß, einhergehend mit intensiven, lebendigen Träumen
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.