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Gesund oder schädlich?

Der Einfluss von Kaffee auf den Blutdruck – das sagt die Studienlage

Kaffee Blutdruck: Zwei Tassen Kaffee mit Milchschaum
FITBOOK hat sich angesehen, was die Studienlagen zum Zusammenhang von Kaffee und Blutdruck sagt Foto: Getty Images

Ist Kaffee gut oder schlecht für den Blutdruck? Und sollte man den beliebten Muntermacher bei Bluthochdruck meiden? Was die Wissenschaft bis jetzt darüber weiß.

Wer nur gelegentlich eine Tasse Kaffee trinkt, spürt die Wirkung womöglich sofort: Das Herz schlägt schneller und es kommt zu einem kleinen Adrenalinkick, der hellwach und tatendurstig macht. Und logischerweise steigt mit dem Kaffee-Konsum auch der Blutdruck. An Schlaf ist nicht mehr zu denken und das ist auch meist so gewollt. Bei Koffein-Junkies ist der „Rausch“ nicht mehr ganz stark ausgeprägt, da der Körper bereits eine gewisse Toleranz aufgebaut hat. Kann zu viel Kaffee der Gesundheit schaden?

Ja, Kaffee lässt den Blutdruck in die Höhe schnellen, aber …

Tatsächlich ist es erwiesen, dass der Blutdruck bereits nach wenigen Schlucken Kaffee ansteigt. So hat eine Überprüfung von 34 Studien ergeben, dass 200 bis 300 Milligramm Koffein (zwei Tassen Kaffee) zu einem durchschnittlichen Anstieg des systolischen bzw. diastolischen Blutdrucks um 8 mm Hg bzw. 6 mm Hg führten.1 Dieser Zustand dauerte allerdings nur etwa drei Stunden an, sodass die Werte sich schnell wieder normalisierten. Interessanterweise ist der Effekt umso dramatischer, je seltener man Kaffee trinkt. Bei Vieltrinkern fallen die Schwankungen geringer aus. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass das tägliche Tässchen keinen signifikanten Einfluss auf den Blutdruck hat und damit auch die Herzgesundheit nicht gefährdet.

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Was passiert da genau im Körper?

Selbst Menschen mit normalen Werten haben nach dem Kaffeekonsum mitunter für kurze Zeit Bluthochdruck, schreibt die Mayo Clinic.2 Es ist weiterhin unklar, was den Anstieg verursacht. Einige Forscher vermuten, dass Koffein ein bestimmtes Hormon blockiert, welches die Arterien weitet. Andere glauben, dass es die Nebennieren mehr Adrenalin freisetzen, was ebenfalls zu einem erhöhten Blutdruck führt. Weil der Effekt von Person zu Person völlig unterschiedlich ausfallen kann, gibt es auch keine genauen Antworten darauf.

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Mögliche langfristige Folgen

Fans von Espresso und Co. dürfen also aufatmen: Wer das beliebte Heißgetränk gut verträgt und es bei höchstens vier Tassen täglich belässt, hat keine negativen Auswirkungen zu befürchten. Wer allerdings zu Bluthochdruck neigt, sollte direkt vor sportlichen Aktivitäten oder sonstigen körperlichen Anstrengungen darauf verzichten, rät die Mayo Clinic weiter. Dramatisch kann es bei künstlich zugeführten Koffein werden. Anfang dieses Jahres starb ein Personal Trainer aus Wales, nachdem er sich Unmengen Koffeinpulver in seinen Sportdrink gemixt hatte. Die Obduktion ergab: Er hatte 392 Milligramm Koffein pro Liter im Blut. Laut Experten können etwa 78 Milligramm Koffein pro Liter Blut tödlich sein. Der Personal Trainer nahm also knapp die fünffache tödliche Dosis zu sich (FITBOOK berichtete).

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Die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee überwiegen

Dass Kaffee für eine kurze Zeit den Blutdruck erhöht, halten Wissenschaftler für vernachlässigbar. Denn neuere Forschungen zeigen immer wieder, wie gesund der flüssige Wachmacher eigentlich ist. So soll er nicht nur vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Demenz schützen, sondern offenbar profitiert auch die Leber von einem moderaten Kaffee-Konsum.3,4,5 Eine ganz neue Studie aus dem Jahr 2022 hat ergeben, dass bis zu fünf Tassen täglich das Risiko eines frühzeitigen Todes um bis zu 15 Prozent senken könnten.6 Wer allerdings mehr trinkt, neigt zu Nervosität und Gereiztheit, was wiederum die Lebensqualität einschränkt.

Quellen

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