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Ursachen und Therapie

Mögliche Symptome, die auf die Lungenerkrankung COPD hinweisen

Ein Arzt untersucht eine Lunge auf COPD
Bei einer COPD werden Bronchien und Lungenbläschen so stark geschädigt, dass Betroffene unter Atemnot leidenFoto: Getty Images

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hat einen sperrigen Namen. Vielleicht ein Grund dafür, dass sie weniger bekannt ist als beispielsweise Asthma. Dabei kommt COPD deutlich häufiger vor als eine Lungenentzündung oder Lungenkrebs. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig über diese Atemwegserkrankung zu informieren. FITBOOK erklärt, was die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der COPD sind.

Erstaunlicherweise spricht man wenig über die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Dabei betrifft sie laut Schätzungen etwa jeden Zehnten der über 40-jährigen Deutschen, wie das Fachportal „Lungenärzte im Netz“ berichtet. Somit kommt die Krankheit häufiger vor als Asthma, Lungenentzündung und Lungenkrebs zusammengenommen. Das macht die COPD zu einer der häufigsten Todesursachen in Europa.

Der Verlauf der Krankheit ist schleichend und findet über Jahre hinweg statt. Oft entwickelt sich die COPD aus einer chronischen Bronchitis heraus. In den allermeisten Fällen (etwa 80 bis 90 Prozent) sind zumindest in der westlichen Welt Raucher beziehungsweise ehemalige Raucher davon betroffen. Darüber hinaus können eine genetische Veranlagung sowie starke Luftverschmutzung eine COPD auslösen. Die dadurch entstandenen Lungenschäden sind leider irreversibel. Umso wichtiger ist es, diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wir erklären, wie eine COPD entsteht, welche Symptome sie zeigt und wie sie sich behandeln lässt.

Was ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) handelt es sich um eine Erkrankung der unteren Atemwege. Dabei kommt es zu einer Verengung der Bronchien und/oder einer Zerstörung der Lungenbläschen (hier spricht man von einem Lungenemphysem). Beide Prozesse verschlechtern den Gasaustausch in der Lunge. Dadurch kann der Körper nicht genug Sauerstoff aus der Luft aufnehmen. Die Folge: Man leidet unter Atemnot. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Sauerstoffaufnahme derart begrenzt, dass selbst Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen und einfache Bewegung schwerfallen.

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Besonders erschreckend ist die hohe Sterberate in Folger einer COPD. Diese liegt im Fall eines diagnostizierten Lungenemphysems laut den „Lungenärzten im Netz“ bei rund 30 Prozent im ersten Jahr und bei 95 Prozent in zehn Jahren. Die geringe Lebenserwartung haben Patienten, die beim FEV1-Test (maximales Luftvolumen beim Ausatmen in der ersten Sekunde) einen Wert von unter 750 Millilitern erzielen. Ein gesunder 50-jähriger Mann mit einer Körpergröße von 1,80 Metern hat beispielsweise einen FEV1-Wert von 3,79 Litern Luft pro Sekunde.

Wie entsteht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung entsteht in den meisten Fällen durch Schadstoffe wie Tabakrauch, aber auch Staubpartikel und Gase, wenn man sich ihnen über Jahre hinweg aussetzt. In einigen Fällen spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Insbesondere die Kombination aus Asthma und Zigarettenrauch kann zu einer COPD führen. Grundsätzlich haben Raucher ein deutlich erhöhtes Risiko, an einer COPD zu erkranken, denn nur etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen sind Nichtraucher.

Im Anfangsstadium einer COPD bildet sich ein chronischer Husten (Bronchitis). Während der Entzündung werden sogenannte Flimmerhärchen an der Innenwand der Bronchien zerstört. Zusammen mit einer Schleimschicht schützen sie die Lunge vor Schadstoffen aus der Luft. Werden die Flimmerhärchen zerstört, kann der Schleim mit den Schadstoffen nicht abtransportiert werden und verstopft so die Bronchien. Das führt zur Verengung der Bronchien und einer deutlich verringerten Sauerstoffaufnahme.

Parallel dazu kann sich auch ein Lungenemphysen bilden, bei dem die Lungenbläschen nach und nach zerstört werden. Auch das führt zu einer Verschlechterung des Gasaustauschs in der Lunge und verstärkt somit die COPD.

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Symptome einer COPD

Im Frühstadium ist die COPD schwer zu diagnostizieren. Vor allem diejenigen, die ihre Lunge selten fordern (zum Beispiel, weil sie keinen Sport treiben), merken zunächst nicht, dass sich die Sauerstoffaufnahme verringert. Das liegt daran, dass wir im Ruhezustand und bei leichten körperlichen Tätigkeiten lediglich einen sehr geringen Teil des Lungenpotenzials ausnutzen. Folgerichtig hilft Sport dabei, die Krankheit zu erkennen, wenn man beispielsweise Probleme bei der Atmung bemerkt.

Auf folgende Anzeichen sollten Sie achten:

  • im Frühstadium: Atemprobleme bei körperlicher Anstrengung
  • im fortgeschrittenen Stadium: Atemprobleme bei Alltagstätigkeiten
  • Husten über einen längeren Zeitraum
  • Schleim in der Lunge lässt sich schwer abhusten
  • Pfeifgeräusche beim Atmen
  • starke Husten-Beschwerden bei Erkältungen

Behandlungsmöglichkeiten einer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung

Die gute Nachricht: Eine COPD lässt sich medikamentös behandeln. Die Pharmazeutika helfen dabei sowohl das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen als auch die Atemnot zu reduzieren. Allerdings kann die bereits erfolgte Zerstörung in der Lunge nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wie fortgeschritten die Krankheit ist, erkennt ein Arzt anhand einer sogenannten Lungenfunktionsprüfung. Dabei pustet der Patient so stark er kann in ein Messgerät. So wird das Luftvolumen bestimmt, das der Patient in der ersten Sekunde ausatmet. Dieser Wert wird als FEV1 bezeichnet. Anhand des Wertes kann der Arzt erkennen, in welchem Stadium der COPD sich der Patient befindet.

FEV1-Werte der COPD-Stadien

Das jeweilige Stadium zeigt die Abweichung vom individuellen Sollwert (abhängig von Alter, Größe, Geschlecht) des Patienten an.

  • Erstes Stadium (leicht): FEV1 liegt über 80 Prozent des Sollwertes
  • Zweites Stadium (mittel): FEV1 liegt bei 50-80 Prozent des Sollwertes
  • Drittes Stadium (schwer): FEV1 liegt bei 30-50 Prozent des Sollwertes (Beschwerden bei Alltagsaufgaben)
  • Viertes Stadium (sehr schwer): FEV1 liegt unter 30 Prozent des Sollwertes (Beschwerden schon im Ruhezustand)

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Wichtige Lebensstil-Faktoren

Neben der Einnahme von Medikamenten müssen Betroffene allerdings auch ihre Lebensgewohnheiten ändern. Am wichtigsten ist die Aufgabe des Rauchens, falls es nicht bereits erfolgt ist. Auch körperliches Training hilft der Lunge, ihre Luftkapazität zu steigern.

Besonders unterstützend ist sogenannter Lungensport. FITBOOK hat darüber bereits berichtet. Dabei wird beispielsweise erlernt, wie man beim Treppensteigen oder Tragen von Lasten atmen muss. Für den Erfolg ist vor allem ein regelmäßiges Training entscheidend. Bevor man jedoch alleine zu Hause trainiert, sollte Lungensport unter fachlicher Anleitung geübt werden. Entsprechende Angebote für COPD-Betroffene gibt es beispielsweise bei „AG Lungensport e.V.“

Quellen